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FC Erzgebirge Aue - Dynamo Dresden 'Fast alles Friede, Freude, Eierkuchen'

Es wurde auch mal wieder Zeit, dass die Macht aus dem Schacht die Schwarz-Gelben in die Schranken gewiesen hat. Nach fünf Jahren der Niederträchtigkeit feierten die Veilchen am 8. Spieltag der 2. Bundesliga gegen den Gast aus der Landeshauptstadt einen 4:1-Erfolg. Es war gleichzeitig der 100. Heimsieg in der FCE-Zweitligageschichte. Damit stehen die Veilchen auf dem 4. Tabellenplatz und setzten in dieser Saison ein weiteres Achtungszeichen. Zunächst sah es allerdings so aus, als ob Kapitän und Torhüter Martin Männel in seinem Premierenspiel (250 Einsätze im Unterhaus) seine 100. Niederlage feiern würde. Denn der zweite Dresdner Torschuss, zuvor scheiterte Atik am Auer Schlussmann (2.), zappelte im Netz: Stor tankte sich links im 16er Richtung Grundlinie und legte quer für Koné, der im Zentrum nur noch einschieben musste. Dieser Rückschlag nach 18 Minuten saß, aber nur kurz. Aue drehte vor ausverkauftem Haus mächtig auf und kam in der 27. Spielminute zum Ausgleich. Schlitzohr Jan Hochscheidt fädelte im Duell gegen Wahlqvist geschickt ein, fällt und den durchaus berechtigten Strafstoß verwandelte Dimitrij Nazarov nach seinem Fehlschuss in Kiel heuer wieder souverän. Sein drittes Saisontor gab dem aserbaidschanischen Nationalspieler neuen Mut, und wie. Ein missglückter Abwehrversuch von Ballas landete genau vor die Füße von Dimitrij Nazarov, der aus 16 Metern Maß nahm und sensationell ins lange Eck vollendete (39.).
Doch damit nicht genug, kurz vor der Pause erhöhte ausgerechnet Pascal Testroet, der noch bis 2018 in Dresden stürmte, nach Eckballverlängerung von Fabian Kalig per Kopf gegen den Ex-Klub sogar auf 3:1. Unmittelbar nach Wiederanpfiff hatte der Stürmer sogar seinen zweiten Treffer auf dem Schädel, verfehlte das Ziel denkbar knapp (48.). Weitere Angriffsbemühungen später griff Dresden auch wieder ins Geschehen ein. Koné jubelte bereits über seinen zweiten Treffer, doch Schiedsrichter Robert Hartmann sah laut Videobeweis vor dem vermeintlichen Treffer zum 2:3 für Dresden ein Foul von Hartmann am Auer Schlussmann. Eine glückliche Entscheidung für die Veilchen, die damit voll im Rennen blieben und mit dem zweiten Doppelpack des Tages endgültig alles klar machten. Pascal Testroet vernaschte Ballas und Müller mit einen einfachen Haken und jagte anschließend das Leder furztrocken ins kurze Eck (71.). “Es tut verdammt gut”, sagte ein freudestrahlender Angreifer und ist sich sicher, dass es “die spannendste Woche meines Lebens war.” Erst wurde Pascal Testroet zum zweiten Mal Vater, dann feierte er vor drei Tagen seinen 29. Geburtstag und jetzt traf er gegen seinen Ex-Klub auch noch doppelt. Für einen 49-jährigen Aue-Sympathisanten sollte der Sieg im Prestigeduell leider sein letztes Erlebnis sein. Gegen Ende des Spiels ist er bewusstlos im Stadion zusammengebrochen, musste reanimiert werden und wenig später im Krankenhaus verstorben. Aufrichtiges Mitgefühl und Beileid an die Hinterbliebenen sowie ein letztes Glück Auf!

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