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SV Sandhausen - FC Erzgebirge Aue 'VAR rettet Aue einen Punkt'

Nimmt man die bisherigen Videobeweis-Entscheidungen in Spielen mit Auer Beteiligung zugrunde, so sind die Veilchen fast immer gut weggekommen. Bis auf das nichtgeahndete Handspiel, als Kiels Verteidiger Schmidt eine Flanke von Jan Hochscheidt regelwidrig blockte und Schiedsrichter Lasse Koslowski trotz Sichtung der Bilder das Spiel danach weiterlaufen ließ, sollte vieles pro FCE laufen. Waren es im Heimspiel gegen Stuttgart das straflose Umsensen Gonzales von Calogero Rizzuto oder eine vermeintliche Abseitsstellung das Passgebers zum 1:0 gegen Osnabrück sowie zuletzt das angebliche Foulspiel von Dresdens Hartmann an Keeper Männel, die allesamt zugunsten des FCE entschieden wurden, so freute sich die Elf von Dirk Schuster auch gestern über das Eingreifen des VAR. Nach einem Handspiel im Sandhäuser Strafraum entschied zunächst Schiedsrichter Christof Günsch auf Freistoß für den SVS, da er Philipp Zulechner als Übeltäter erkannt haben wolle. Doch der ‘Kölner Keller’ schaute sich die Szene noch einmal genauer an und hielt Rücksprache mit seinem Kollegen auf dem Grün, der wiederum seine Entscheidung revidierte und auf Handelfmeter für Aue entschied, da eindeutig Linsmayer den Ball im Strafraum mit der Hand spielte. Pascal Testroet ließ sich die Chance jedenfalls nicht entgehen und verwandelte mit seinem dritten Saisontor souverän zum 2:2-Endstand. So kehrte Erzgebirge Aue wenigstens mit einem Punkt vom Auswärtsspiel aus Sandhausen zurück. Dabei haben die weiterhin Viertplatzierten sehr früh geführt. Nach einer Ecke von Jan Hochscheidt und dem anschließenden Kopfball von Fabian Kalig fälschte Zhirov den Ball unglücklich in das eigene Tor ab (5.).
Mit dem 1:0 im Rücken war der Offensivdrang leider gestillt. Aue ließ sich zunehmend in die eigene Hälfte fallen und übergab das Heft des Handels dem willigen Gastgeber. Vor 5.000 Zuschauern am Hardtwald wurde die Auer Passivität natürlich auch umgehend bestraft. Dem Ausgleich in der 16. Minute ging ebenfalls eine Ecke voraus. Behrens köpfte den Ball in den Fünfmeterraum, wo sich der ehemalige Auer Aziz Bouhaddouz im Zweikampf gegen Fabian Kalig behauptete und zum 1:1 traf. Aber damit nicht genug. Die Mannschaft von Uwe Koschinat drückte weiter ordentlich aufs Gaspedal und wurde dafür auch belohnt. Paqarada flankte butterweich auf den Kopf von Behrens, der sehenswert aus elf Metern zum 1:2 aus Auer Sicht ein links oben einnickte (26.). Und es hätte noch schlimmer werden können für die Veilchen. Denn nur drei Minuten später verhinderte Keeper Martin Männel das dritte Tor des SV und zeigte auch kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem starken Reflex gegen den Schuss von Bouhaddouz sein Können. FCE-Coach Dirk Schuster kam die Halbzeitpause daher sehr gelegen und seine Mannschaft mit viel Schwung aus der Kabine, allerdings ohne mit Abschlüssen zu glänzen. 20 Minuten vor dem Ende wechselte der Trainer mit Philipp Zulechner einen weiteren Stürmer ein. Die Maßnahme zeigte kurz danach bereits Wirkung mit dem Handelfmeter und dem Ausgleich für Aue. Für Dirk Schuster war die Entscheidung des Schiedsrichters regelkonform. Dennoch wünscht er sich eine Modifizierung des Ganzen, damit “der Videobeweis zu einer sinnvollen Ergänzung des Fußballsports wird. Es macht im Moment keinen Spaß, als Trainer an der Linie oder als Fan im Block zu stehen und immer eine Ewigkeit warten zu müssen, was passiert: Darf man sich freuen oder muss man sich ärgern? In den beiden letzten Spielen gingen die Entscheidungen zwar zu unseren Gunsten aus, aber ich glaube, dass da noch alles arg in den Kinderschuhen steckt.” Ein erneutes Einschreiten des VAR war in der Partie dann aber nicht mehr nötig. Denn bis auf Scheus Aufsetzerball (85.) und Jan Hochscheidts Schlenzer, der knapp am Kasten vorbeiflog (88.), sollte es mit der Punkteteilung in die Länderspielpause gehen.

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