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FC Erzgebirge Aue - 1. FC Nürnberg 'Spektakulärer Krimi mit Überlänge'

Ein Platzverweis, dreimal Elfmeter, sechsmal Videobeweis, sieben Tore, garniert mit einem Heimsieg. Fußballherz, was willst du mehr... Der FC Erzgebirge Aue hat am 10. Spieltag der 2. Bundesliga den fünften Saisonerfolg eingefahren, und das in einer verrückten Partie, in der es zunächst torlos in die Pause ging, aber nach 100 Minuten ein 4:3 für den FCE auf der Videowand prangern sollte. Torhüter Martin Männel avancierte dabei zum Helden der Veilchen, als er in der zehnten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter gegen Frey parierte. Jener Frey, der seinen Club aus Nürnberg in der 51. Minute in Führung schoss. Zuvor sahen die 14.000 Zuschauer im Erzgebirgsstadion eine mitunter zerfahrene Partie mit wenigen Torraumszenen. Viele intensive Zweikämpfe führten zu Ballverlusten im Spielaufbau auf beiden Seiten. Handwerkers Flanke von der linken Grundlinie, die sich gefährlich auf den Querbalken des Auer Tores senkte (17.), oder Martin Männels Parade (30.) gegen den völlig blanken Hack, der zudem kurz vor der Halbzeit einen abgefälschten Schuss ans Lattenkreuz nagelte, waren rar gesäte Highlights in diesem vom Regen getränkten Flutlichtspiel. Von den Hausherren blieben etwaige Offensivbemühungen meist im Ansatz stecken. So kam Dimitrij Nazarov, Pascal Testroet oder Jan Hochscheidt eher selten in den Strafraum der Clubberer. “Mit dem 0:0 zur Pause waren wir gut bedient”, musste auch FCE-Coach Dirk Schuster anerkennen.
Doch nach der Kabinenpredigt war dann endlich umso mehr Feuer im Schacht. Eingenebelt von der Pyroaktion aus dem Gästeblock sowie der Aberkennung des vermeintlichen zweiten Treffers der Nürnberger (53. Behrens), entschieden sich die Veilchen ebenfalls am Spiel teilzunehmen - und wie. Jan Hochscheidt leitete zunächst den Konter per Hackenvorlage für Dimitrij Nazarov selbst mit ein, um am Ende seinen Meister in Sörensen zu finden?! Nach der Club-Verletzungsmisere auf der Torhüterposition sicherlich ein guter Mann, da er den Schuss unseres ‘weißen Brasilianers’ souverän parierte. Schiedsrichter Daniel Schlager ahndete diese handlichen Geschicke jedoch mit der Roten Karte und folgerichtig Elfmeter für Aue, den Dimitrij Nazarov sicher zum zwischenzeitlichen Ausgleich verwandelte (62.). Eine Viertelstunde vor Schluss ging es dann so richtig ab. Erst drehte Jan Hochscheidt das Spiel, ehe Geis per abgefälschten Flachschuss für die Gäste ausglich (78.). Dann trug sich Marko Mihojevic in die interne Auer Torjägerliste ein, bescherte seinen Farben in der 87. Minute das 3:2.
Bis dahin glühte bereits die Standleitung nach Köln. Videoschiedsrichter Markus Schmidt hatte jede Menge Szenen anzuschauen, blieb auch in der eigentlich für sechs Minuten angesetzte Nachspielzeit nicht untätig. Zunächst rief er Daniel Schlager in die Preview-Area, um ein Foulspiel von Pascal Testroet im eigenen Strafraum unter die Lupe zunehmen. Abermals Elfmeter, Geis trat an, verwandelte in der 92. Spielminute zum erneuten Ausgleich. Für die passende Antwort sorgte auf der anderen Seite der eingewechselte Florian Krüger per Kopf, was ebenso in eine Überprüfung mit den technischen Hilfsmitteln endete. Der Treffer zum 4:3 zählte zählte und das müsste es doch gewesen sein. Pustekuchen! Bei einem letzten Angriff wurde Nürnbergs Lohkemper im Strafraum zu Fall gebracht - nach Sichtung der Bilder wieder Elfmeter und die Parade seines Lebens von Torwart Martin Männel (90.+10). Dann war Schluss und die Euphorie grenzenlos. “Wir haben in Sachen Mentalität alles reingefeuert. Normal muss das Spiel durch den späten Elfer 4:4 ausgehen. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen, dass wir Nürnberg da nochmal zurückkommen lassen”, fand Dirk Schuster trotz der saisonübergreifenden Ungeschlagenen-Heimserie von sieben Spielen eine sachliche Analyse.

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