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FC Erzgebirge Aue - Arminia Bielefeld 'Torloser Abnutzungskampf'

Es war sicherlich nicht das Spiel für offensiv eingestellte Fußball-Fetischisten, denn dazu standen beide Abwehrreihen äußerst stabil und diszipliniert, um die jeweiligen Sturmqualitäten des Gegners einzudämmen. Daher neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Es überwogen Kampf, viele Fouls und zahlreiche Unterbrechungen, sodass nur wenig Spielfluss zustande kam. Und so endete das Duell der nach Punkten besten Heim- und der stärksten Auswärtsmannschaft mit einem torlosen Unentschieden. Für die Veilchen ist die Punkteteilung gegen den Ligaprimus, der bisher nur 21 Gegentore zugelassen hat, ein akzeptables Ergebnis. Auch die Ungeschlagenen-Serie von saisonübergreifend mittlerweile zwölf Heimspielen ist für den FCE ein Pfund. Doch nun kommt das große Aber. Denn mit der gezeigten Leistung und Einstellung hätte man aus Wehen Wiesbaden mindestens einen, wenn nicht sogar drei Punkte mitnehmen können. Dieser Totalausfall wäre kurzfristig nur mit einem Dreier wiedergutzumachen gewesen, was aber gestern nicht klappte sowie beim kommenden Auswärtsspiel in Stuttgart eher Wunschdenken bleibt. Wenn es dumm läuft, holt die Elf von Dirk Schuster einen Zähler aus den ersten drei Spielen im Jahr 2020.
Für die anhaltende Auswärtsschwäche sowie für das Nachtrauern, um der verpassten Chance beim SVWW, ist es eh zu spät und wohl auch nicht zielführend. “Wir sind wieder in der Liga drin”, sagte FCE-Präsident Helge Leonhardt: “Das war genau die Reaktion, die wir erwartet haben. Unterm Strich ist das 0:0 gerecht.” Ein Großteil der 9.000 anwesenden Zuschauer in der Festung Erzgebirgsstadion sah das ähnlich, applaudierte nach dem Punktgewinn und zelebrierte die gekreuzten Hämmer. Und fast wäre mehr drin gewesen. Winter-Neuzugang Jacob Rasmussen, der bei seinem Pflichtspiel-Debüt neben Dennis Kempe für Louis Samson und John Patrick Strauß in die Startelf rückte, brachte nach der ersten Ecke für Aue einen Kopfball aus kurzer Distanz nicht im Gehäuse der Bielefelder unter (13.). Kurz darauf scheiterte Jan Hochscheidt an DSC-Keeper Ortega und nur eine Minute später auch Florian Krüger, der nach einem Konter über Martin Männel und Jan Hochscheidt aus aussichtsreicher Position nicht direkt abzog, sondern bei der Ballannahme patzte und daraufhin Arminias Schlussmann klären konnte (16.). Auf der Gegenseite war Martin Männel nur einmal wirklich gefordert, nachdem er Kloß’ Kopfball gerade noch vor der Linie rausfaustete (30.). Die TV-Bilder ließen vermuten, dass der Ball im Tor war, doch in Aue gibt es zwar den Videobeweis, aber keine Torlinientechnik, weshalb es beim 0:0 blieb. “Meiner Meinung war der Ball nicht vollumfänglich im Tor”, sagte der Kapitän und hielt mit der Glanzparade seine Farben im Spiel, was auch nach dem Seitenwechsel weiterhin sehr zäh von statten ging.
Bielefelds Ballbesitz-Fußball war statistisch mit knapp 70 Prozent eine Wucht, doch rannte sich der DSC immer wieder am Auer Abwehrbollwerk fest oder scheiterte an Martin Männel. Die Partie wurde zunehmend zerfahrener und hektischer, aber niemals unfair, auch wenn das ‘Wundenlecken’ länger dauern dürfte. Auf Seiten der Veilchen musste Florian Krüger nach einer knappen Stunde mit einer Platzwunde am Kopf vom Feld, Prellbock Prietl kam mit einer leichten Gehirnerschütterung davon und wenig später hatte Brunner ebenfalls mit einem Cut am Kopf Kampfspuren zu verzeichnen. Kurz vor Spielende traf es den mit zehn Toren und fünf Vorlagen drittbester Scorer der zweiten Bundesliga, Voglsammer, aber am schlimmsten: Mittelfußbruch. Man kann aufgrund der zahlreichen Verletzungen auch als Außenstehender erahnen, dass es spielerisch sehr dünne und kämpferisch voll zu Werke ging. Dimitrij Nazarov abgefälschter Distanzschuss, den Ortega sicher festhielt (79.) war eigentlich das letzte Highlight in der Partie. Zuvor sah Dirk Schuster in der 70. Minute von Schiedsrichter Guido Winkmann wegen Meckerns die Gelbe Karte. Der Coach nahm es mit einem Lächeln hin, da seine Mannen die hochgelobte 37-Tore-Offensive der Arminia kaum stattfanden ließ und am Ende der eine Zähler für die 30-Punkte-Marke reichen sollte - nur noch zehn.

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