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VfL Osnabrück - FC Erzgebirge Aue 'Sieglos-Serien fortgesetzt'

So richtig kommen die Veilchen nicht aus ihrem Winterschlafmodus. Seit fünf Spielen sind die Schützlinge von Cheftrainer Dirk Schuster ohne Sieg. Lediglich ein Tor haben sie in diesen Begegnungen erzielt, von denen es in drei Partien gegen Mannschaften auf Augenhöhe ging. Sowohl beim SV Wehen Wiesbaden und zu Hause gegen Holstein Kiel als auch gestern in Osnabrück hätte mehr drin sein müssen. Viele sagen, es ist wenigstens ein Punkt mit dem torlosen Remis gegen den heimstarken VfL herausgesprungen. Klar hat die Elf von Daniel Thioune an der Bremer Brücke auch schon die Aufstiegsaspiranten Stuttgart und Hamburg geschlagen, doch zuletzt verloren die Niedersachen gegen Sandhausen sowie Nürnberg und hängen dem Gezeigten aus der Hinrunde hinterher - ähnlich der Situation bei den Veilchen, die ebenfalls in diesem Kalenderjahr noch sieglos sind.
Der von Dirk Schuster erwartete ‘heiße Tanz’ ist jedenfalls ausgeblieben und die 14.014 Zuschauer im Stadion an der Bremer Brücke sahen ein leistungsgerechtes 0:0 in einem Flutlichtspiel auf sehr niedrigem Niveau mit wenigen Torraumszenen. Fußball wurde nicht gespielt, sondern gearbeitet bzw. auch manchmal zerstört. Für den ersten gefährlichen Abschluss der Partie mussten sich die Fans über eine Viertelstunde gedulden. Dabei setzte sich Jan Hochscheidt in der 16. Minute im Strafraum gegen den Osnabrücker Agu durch, fand im Anschluss aber seinen Meister in VfL-Torhüter Kühn, der das 12-Meter-Geschoss mit den Fäusten klären konnte. Auf der anderen Seite probierte es Osnabrücks Kapitän Heider aus Nahdistanz artistisch mit der Hacke, vorbei (18.). Mit Ausnahme dieser beiden Situationen spielte sich das Geschehen meist nur zwischen den Strafräumen ab. Den Teams fehlte der Mut, auch mangelte es an Geschwindigkeit. Not und Elend spielte hier gegen Not und Elend. Für die 340 mitgereisten Auer Schlachtenbummler war der Pausenpfiff fast schon eine Erlösung. Zur Abwechslung der überschaubaren Darbietung auf dem Grün, wurde der Gästeblock selbst zur Spielwiese. Ein in der ersten Halbzeit verirrter Ball machte das kleine Match fünf gegen fünf erst möglich. Zu welchem Ergebnis dieses Spektakel führte, war auch aufgrund eigener Regelauslegungen nicht wirklich feststellbar - gewonnen haben gewissermaßen aber alle.
Mittlerweile waren auch die Profis zurück. Dabei gingen die richtigen Lila-Weißen nun deutlich engagierter zu Werke. Als Jan Hochscheidt nur drei Minuten nach Wiederbeginn von Trapp an der Strafraumgrenze gefoult wurde, war die große Möglichkeit zur Führung zum Greifen nah. Dimitrij Nazarov hämmerte den fälligen Freistoß aus zentraler Position auf die Torwart-Ecke, der Schlussmann blieb aber leider standhaft und entschärfte die zweite gute Möglichkeit für die Veilchen in dieser Partie. Die dritte folgte zugleich: Eine schwache Kopfballablage von Agu landete vor den Füßen Jan Hochscheidts, doch der 32-jährige Blondschopf probierte es aus 19 Metern mit einer extrem harmlosen Direktabnahme (52.). Sinnbildlich dafür, warum die Veilchen in den vergangenen zehn Auswärtspartien nur sieben Mal einnetzten. Auch war die Sturm- und Drangphase der Schuster-Elf vorbei und man verfiel wieder in den alten Trott des Abwartens. Erst in den letzten Zügen der Partie wurde es wieder brenzliger, leider für den FCE. Zunächst musste Sören Gonther mit einer Fußprellung verletzt runter (84.) und dann ging der Hacken-Doppelpass von Philipp Riese ins Leere. Der eingewechselte VfL-Stürmer Girth war zur Stelle, tauchte frei vor Martin Männel auf. Doch der Schlussmann und Kapitän des FC Erzgebirge behielt die Oberhand und sicherte seinem Team das Unentschieden (90.+2). Damit bleibt Aue nach der Punkteteilung vorerst Achter, aber weiterhin sieglos im Kalenderjahr 2020 und hat am kommenden Samstag Aufstiegsaspirant Hamburg zu Gast.

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