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FC Erzgebirge Aue - Hamburger SV 'Aue kann auch Fußball'

Was die Statistiken und Wettquoten allesamt auf dem Papier wert sein können, haben die Veilchen gestern Nachmittag eindrucksvoll widerlegt. Gab es dieses Jahr erst ein Auer Tor zu bestaunen, so erzielten die Jungs von Dirk Schuster gleich mal drei Buden gegen die zuvor drittbeste Defensive der Liga und gaben zudem 21 Torschüsse ab - der zweitbeste Wert für die Veilchen in dieser Saison. Auch fügte der FCE den auswärtsstarken Hanseaten gleich mal die höchste Niederlage der laufenden Spielzeit auf fremden Gefilden zu. Schon alles ein wenig suspekt, wenn man bedenkt, was mit dieser Leistung noch geholt hätte werden kann. Sei’s drum, man feiert eben die Siege, wie sie fallen, und zum zehnjährigen Bestehen der Auer Ultra-Gruppierung Fialova Sbor mit einer sehenswerten Choreo umso mehr. “Es war ein verdienter Sieg für Aue. Das müssen wir jetzt hinnehmen und erst einmal sacken lassen”, sagte HSV-Coach Dieter Hecking sichtlich konsterniert nach dem Spiel. Im Gegensatz dazu blieb sein Auer Pendant ruhig und gönnte seinen Spielern den Erfolg, welcher mit den gekreuzten Hämmern vor der Westtribüne und einer Ehrenrunde durchs Erzgebirgsstadion nach fünf sieglosen Partien einen krönenden Abschluss fand. “Das war eines der besten Spiele in dieser Saison. Wir haben die Räume eng gemacht, haben Hamburg in der eigenen Hälfte attackiert. Das war hervorragend. Die Mentalität hat gepasst”, sagte FCE-Präsident Helge Leonhardt, der spontan paar Kästen Bier für die Mannschaft spendierte.
Mit zwei positionsgetreuen Veränderungen in der Startelf überraschten die Veilchen mit ungewohnt hohem Stellungsspiel. Abwehrchef Sören Gonther trieb seine Mitstreiter immer wieder nach vorne Richtung Mittellinie. Die HSV-Profis hatten mit dem frühen Pressing große Probleme, agierten einfallslos und besaßen in der ersten halben Stunde keine zwingenden Aktionen. Vielmehr kamen die Hausherren zu guten Möglichkeiten. Verpassten Jan Hochscheidt mit einem Schlenzer aus rund 20 Metern (7.) und Pascal Testroet per Hackentrick (29.) nur knapp das Tor, so durfte sechs Minuten vor dem Pausentee endlich die Führung bejubelt werden. Ein Freistoß von Philipp Riese landete zunächst in der Mauer, der anschließende Distanzschuss von Clemens Fandrich fand im Strafraum Pascal Testroet, der mit einem Flachschuss ins linke Eck HSV-Schlussmann Heuer Fernandes keine Chance ließ. Quasi mit dem Halbzeitpfiff gab es auf der Gegenseite kurz mal paar Unsicherheiten in der Auer Abwehr. Nach einer Ecke und einem Kopfball von Beyer aus kurzer Entfernung packte FCE-Kapitän und Torwart Martin Männel dann aber sicher zu.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die weiterhin bis zum Strafraum spielstarken Hamburger der drohenden zweiten Pleite infolge gegenzuwirken, schwächten sich aber selbst, als Jung in der 58. Minute versuchte, mit einer Schwalbe einen Elfmeter zu schinden. Debütant-Referee Nicolas Winter zeigte dem bereits verwarnten Mittelfeldspieler die Gelb-Rote Karte. Die anschließende Überzahl spielte den Veilchen natürlich in die Karten. Die Auer gewannen im Mittelfeld die wichtigen Zweikämpfe und konnten immer wieder für Entlastung sorgen. In der 74. Minute sorgte Jan Hochscheidt erst für die Vor- und zwei Minuten vor dem Ende dann für die Entscheidung. Beide Mal traf der Blondschopf erst mit rechts und dann mit links ins lange Eck. Die Sensation war perfekt und der erste Sieg im Jahr 2020 eingefahren.

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