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Mögliche Fan-Rückkehr mit Einschränkungen

Die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sind am heutigen Dienstag wie angekündigt zu einer außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung zusammengekommen. Hintergrund der virtuellen Sitzung war der Abstimmungsbedarf zu einem teilweise einheitlichen Vorgehen aller Clubs in Zusammenhang mit einer möglichen Rückkehr von Stadionbesuchern. Als Basis sollen unverändert standort-individuelle Konzepte der Vereine im Sinne eines größtmöglichen Infektionsschutzes dienen, die von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssen. “Priorität in Deutschland haben nicht volle Stadien, sondern die gesundheitliche Situation”, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert während der Pressekonferenz. “Aktuell spielt Corona eben noch mit und eine sehr bedeutende Rolle. Die endgültige Entscheidung, ob tatsächlich schon zum oder bald nach dem Saisonstart der Bundesliga und 2. Bundesliga am dritten September-Wochenende Zuschauer zugelassen sind, obliegt den Behörden.” Schlussendlich einigte man sich nach intensiven Diskussionen auf die vier Punkte: keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol sowie personalisierte Tickets.
Der Maßnahmenkatalog zusammenfasst:
  • Die DFL und ihre Clubs bekennen sich ausdrücklich zum auch statuarisch fixierten Gästekarten-Kontingent. Es steht außer Frage, dass Auswärtsfahrten von Fans einen wichtigen Bestandteil der deutschen Fußballkultur ausmachen, den es grundsätzlich zu erhalten gilt. Die Proficlubs werden, sofern eine Wiederzulassung von Stadionbesuchern im entsprechenden Zeitraum möglich sein wird, dennoch bei Spielen der Bundesliga und 2. Bundesliga bis Jahresende auf Eintrittskarten für Fans der Gastmannschaften verzichten. Der entsprechende Passus der Spielordnung, nach dem einem Gastverein grundsätzlich ein Ticket-Kontingent im Umfang von mindestens zehn Prozent der jeweiligen Stadionkapazität zusteht, wird entsprechend angepasst. Diese Entscheidung soll dazu beitragen, das bundesweite Reiseaufkommen von Fans - teilweise in öffentlichen Verkehrsmitteln - zu reduzieren und dadurch das potenzielle Infektionsrisiko zu verringern.
  • Ebenfalls auf freiwilliger Basis planen die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga für den Fall der Wiederzulassung von Zuschauern in den Stadien, ihre Heimspiele bis zum 31. Oktober ohne Stehplatzbesucher durchzuführen, um die schrittweise Anpassung der spieltagsbezogenen Abläufe an gänzlich neue Anforderungen im Zuschauerbereich zu ermöglichen und auf diesem Wege die Kontrolle der Einhaltung von Abstands- und Hygienestandards in den Stadien zu erleichtern. Vollkommen unberührt von den heutigen Beschlüssen ist auch das grundsätzliche Bekenntnis der DFL und ihrer Clubs zum Erhalt von Stehplätzen im Sinne der Fußball- und Fankultur in Deutschland.
  • Sollte die Durchführung von Spielen unter Anwesenheit von Stadionbesuchern möglich sein, verzichten die Clubs bis zum 31. Oktober darauf, bei ihren Heimspielen Alkohol auszuschenken. In der DFL-Spielordnung ist in diesem Zusammenhang grundsätzlich festgehalten, dass der Ausschank von alkoholischen Getränken bei Spielen der Bundesliga und 2. Bundesliga nur mit ausdrücklicher Einwilligung der örtlich zuständigen Behörden möglich ist. Die Clubs haben diesbezüglich eine Selbstverpflichtung beschlossen, eine entsprechende behördliche Ausnahmegenehmigung bis zum 31. Oktober gar nicht erst zu beantragen.
  • Die Proficlubs verpflichten sich, bei ihren Spielen sicherzustellen, dass im Fall von Infektionen die Identität und Kontaktdaten möglicher und eventuell betroffener Stadionbesucher ermittelt werden können. Dahinter steht die Überlegung, dass die örtlichen Gesundheitsämter nur dann bestehende Infektionsketten früh und effektiv unterbrechen können, wenn sie die entsprechenden Personen zügig ermitteln und kontaktieren können. Die genaue Ausgestaltung der zunächst für dieses Kalenderjahr vereinbarten Regelung liegt weiterhin im Verantwortungsbereich der einzelnen Clubs, die dazu konkrete Maßnahmen in ihren standort-individuellen Konzepten aufzunehmen haben.
“Wir haben nicht in allen Punkten dort zugestimmt. Die eine Sache sind die Stehplätze, da brauchen wir auch die Fans im Stehplatzbereich wieder, das zweite ist das Sozialgefüge. Nicht jeder kann sich eine Dauersitzplatzkarte kaufen, da müssen wir uns Gedanken über das Gleichheitsprinzip machen. Da wollen wir keine Unterschiede machen”, sagte Aues Geschäftsführer Michael Voigt, der zunächst von rund 4.500 Zuschauern ausgeht, die ins Erzgebirgsstadion dürfen.


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