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VfB Stuttgart II: Sven Ulreich, Jerry Opoku-Karikari, David Pisot, Marijan Kovacevic, Tobias Feisthammel, Michael Klauß, Patrick Funk, Daniel Didavi, Sebastian Rudy, Manuel Fischer, Julian Schieber; Trainer: Rainer Adrion
Eingewechselt: Andreas Hindelang, Dubravko Kolinger, Sven Schipplock
Kader: Timo Hammel, Shaban Ismaili, Sven Schimmel, Nico Klotz
FC Erzgebirge Aue: Stephan Flauder - Steve Müller, René Klingbeil, Thomas Paulus, Daniyel Cimen - Marc Hensel, Fabian Müller, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Eric Agyemang; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 40. Serdar Bayrak für Steve Müller, 58. Kenny Schmidt für Sebastian Glasner, 58. Mohammed El Berkani für Eric Agyemang
Kader: Michael Arnold, Pierre Le Beau, Christian Siemund, Markus Müller
Tore: 1:0 Manuel Fischer (Kopfball, 3. / Sebastian Rudy); 2:0 Julian Schieber (Kopfball, 26. / Daniel Didavi); 3:0 Julian Schieber (Linksschuss, 42.)
Schiedsrichter: Tino Wenkel (Mühlhausen)
Zuschauer: 1000
Gelbe Karte: Manuel Fischer / René Klingbeil (3.)
Rote Karte: - / Fabian Müller (72., grobes Foulspiel)
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Einfach Blamabel, die bislang schlechteste Saisonleistung. Bei der Premiere im GAZI-Stadion feierten die Veilchen noch ihren ersten Saisonsieg und kassierten nun beim zweiten Auftritt im Schwabenländle die höchste Auswärtsniederlage. Zudem brachten die Auer keinen eigenen Treffer im Tor der Zweiten von Stuttgart unter, sozusagen auch eine Negativpremiere. Alles in Allem war es für die gut 1.000 Zuschauer, darunter 600 Schlachtenbummler des FC Erzgebirge, eine sehr einseitige Begegnung, in der es bei den Lila-Weißen nahezu über die kompletten 90 Minuten an Ehrgeiz und Einsatzbereitschaft mangelte. "Wir müssen uns vielmehr den Arsch aufreißen. Jeder Spieler weiß, dass er heute Riesenscheiße gespielt hat", gab sich Thomas Paulus auch selbstkritisch zu bekennen.
Denn anstelle von Kämpferherz und Lebendigkeit entpuppten sich Überheblichkeit und Selbstvergötterung als Tugenden. Anders die Tormaschine der Liga, die ihren Heimvorteil genutzt und dank einer starken Leistung den sechsten Saisonsieg eingefahren hat. Die Zweite ließ den Veilchen in der Bewegung nach vorne nur wenig Spielraum und kontrollierte souverän die Partie. Die Mannen von Heiko Weber blieben spielerisch so gut wie alles schuldig. Während die Gastgeber jederzeit Herr der Lage und vor allem mit Kontern und Standards gefährlich waren, spielte Aue die Bälle unbedrängt ins Aus und leistete sich teils haarsträubende Fehler. Vor allem in der umgestalteten Defensive zeigten sich die größten Kränklichkeiten. Steve Müller und Daniyel Cimen konnten Jan Hochscheidt sowie Kapitän und Abwehrchef Tomasz Kos keinesfalls gleichwertig ersetzen. Doch es kann nicht sein, dass wenn zwei Stammkräfte in der Hintermannschaft verletzt pausieren müssen, der Ersatz völlig überfordert ist.
So rappelte es bereits nach drei Minuten im Tor von Stephan Flauder, der sich auch bei den noch zwei folgenden Gegentreffern sicher sein kann, gepatzt zu haben. Bei einem Eckball blieb der Kepper auf der Linie kleben und Fischer konnte unbedrängt einnicken (1:0). Ein Start nach Maß, aber nur für die Schwaben. Bei Aue klappte fortan nichts mehr. Der gemeine Fan rieb sich verwundert die Augen, dass anscheinend alle 11 Akteure in den lilanen Farben das Fußballspielen verlernt haben. Unzählige Abstimmungsprobleme, irrwitzige Ballverluste, biederes Zweikampfverhalten und Ideenlosigkeit legten die Herren unverblümt an den Tag, "skandalös und drittligaunwürdig" meinte Heiko Weber nach dem Spiel. Von der Spritzigkeit und einer moralischen Geschlossenheit, die aus den vergangenen sieben ungeschlagenen Spielen doch da sein müsste, suchte man heuer vergebens. "Wir sind in den letzten Wochen viel zu sehr gelobt worden", erklärte ein enttäuschter Teamchef, der gleichzeitig zugab, "die falsche Taktik ausgegeben zu haben."
Zwar sah man nach dem frühen Rückstand ein kurzes Aufbäumen, doch sollte an diesem verregneten Sonntag alles schief laufen. Erst scheiterte Eric Agyemang an VfB-Schlussmann Ulreich (16.), und nur vier Minuten später schaffte es Sebastian Glasner nicht, das Leder aus 16 Meter im verwaisten Tor unterzubringen. Sein brachialer Lupfer verirrte sich weit über das Gehäuse, ein platzierter Schuss in die Ecke wäre erfolgr eicher gewesen. Besser machten es die Hausherren. Erneut war es eine Standartsituation, die das Torkonto des VfB anwachsen lies. Nach 26 Minuten stand Schieber bei einem Freistoß parat und nickte zum 2:0 ein. Wieder Mal fehlte die Zuordnung in der Hintermannschaft. Heiko Weber versuchte zu retten, was es noch zu retten gab, Serdar Bayrak kam für den hilflosen Steve Müller zu seinem Drittligadebüt und sollte im Mittelfeld für Impulse sorgen. Fabian Müller rückte eine Stelle weiter hinter, um endlich Stabilität in der Defensive zu bringen. Geändert hatte sich jedoch nichts. In der 42. Minute sorgte ein Missverständnis zwischen Fabian Müller und Stephan Flauder für die Vorentscheidung. Die fehlende Entschlossenheit des Torhüters beim Rauslaufen kam Schieber zu Gute, der den Querschläger problemlos aus 17 Metern im leeren Tor versenkte (3:0). Ein schwarzer Tag für den 22-jährigen Schlussmann, der diesen, wie seine 10 Mitspieler auch, besser schnell vergessen sollte. Zudem stellt sich die Frage, weshalb Abwehrspieler Pierre le Beau nicht für Steve Müller zum Einsatz kam.
Die zweite Halbzeit begann, wie die Erste aufgehört hat. Stuttgart ohne Mühen, Aue mit kollektiven Versagen. Dabei schalteten die Hausherren schon zwei Gänge runter und hatten dennoch mehr vom Spiel. Wenigstens Stephan Flauer war endlic h aufgewacht und entschärfte die nächste Tormöglichkeit für den freistehenden Schieber souveräner (54.). Zwar gelang den Veilchen nach dem zweifachen Offensivwechsel (Glasner, Agyemang raus - Schmidt, El Berkani rein) gegen den im Schongang spielenden Gegner etwas mehr, nichtsdestotrotz verbuchte man erst in der 68. Minute die beste Chance im zweiten Durchgang, als Ersatzkapitän Skerdilaid Curri über die linke Seite durchbrach und geschickt VfB-Keeper Ulreich düpierte. Leider klärte Kovacevic im Fünfmeterraum gerade noch vor dem heraneilenden Kenny Schmidt.
Im Anschluss jedoch der größte Bock des Tages. Nach einem mehr oder weniger groben Foul an Didavi sah Fabian Müller die Rote Karte, für die er nun vier Spiele gesperrt wurde. Immerhin gestaltete sich die Partie jetzt ausgeglichen, aber wirklich in Gefahr geriet der 3:0-Vorsprung der Stuttgarter Reservisten nie. Die Adrion-Elf verwaltete das Ergebnis und brachte den Erfolg, der in den Schlussminuten noch höher ausfallen können, in trockene Tücher. So bleib es bei einer enttäuschenden Vorstellung der Lila-Weißen im GAZI-Stadion, in dem Aue auf ganzer Linie enttäuschte. "Wir wollten die 20-Punkte-Marke knacken und uns endlich im Mittelfeld festsetzen. Dieses Schweinespiel müssen wir gründlich analysieren", bemerkte Marc Hensel. Für Rico Schmitt gab es nur einen positiven Aspekt: "Das Beste an unserem Spiel waren heute unsere Fans" und fügte wehleidig hinzu: "Wir haben heute viel eingerissen, was wir uns in den letzten sieben Spielen aufgebaut haben." (arn) |
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