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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Daniyel Cimen, Arne Feick, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Maboula Ali Lukunku; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 41. Christian Siemund für Thomas Paulus, 66. Mohammed El Berkani für Arne Feick, 71. Eric Agyemang für Maboula Ali Lukunku
Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, Kenny Schmidt
Kickers Offenbach: Robert Wulnikowski, Alexander Huber, Martin Hysky, Marc Heitmeier, Daniel Damm, Steffen Haas, Christian Pospischil, Stefan Zinnow, Christian Fröhlich, Tufan Tosunoglu, Ugur Albayrak; Trainer: Hans-Jürgen Boysen
Eingewechselt: 32. Mirnes Mesic für Ugur Albayrak, 46. Sebastian Becker für Christian Pospischil, 73. Dennis Malura für Stefan Zinnow
Kader: Daniel Endres, Nassim Banouas, Maik Schutzbach, Fouad Brighache
Tore: 1:0 Maboula Ali Lukunku (Rechtsschuss, 43. / Sebastian Glasner); 1:1 Tufan Tosunoglu (Rechtsschuss, 48.); 2:1 Eric Agyemang (Rechtsschuss, 80. / Daniyel Cimen)
Schiedsrichter: Dr. Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 6100
Gelbe Karte: Mohammed El Berkani / Ugur Albayrak, Marc Heitmeier, Sebastian Becker, Mirnes Mesic
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Nix war's für die Offenbacher Kickers hier im 'Old Otto' ihren zweiten Auswärtssieg in dieser Saison einzufahren. Im Duell der beiden Zweitliga-Ab steiger stand heute der Fußballgott den Lila-Weißen Pate. Nach den zwei bitteren Niederlagen, die Aue der Abstiegszone wieder bedrohlich nahe brachten, sammelte sich die Elf von Heiko Weber wieder und schaffte in unschuldigem Weiß spielend die ersehnte und nun hoffentlich länger beständige Trendwende.
Mit nur einer Veränderung der Anfangsformation von Union Berlin gegenüber, Eric Agyemang nahm vorerst auf der Bank Platz und überließ Sebastian Glasner den Vortritt, legten die Veilchen erneut einen guten Start hin, aber trauten sich nicht, wie so oft, den einfachen Weg vor das gegnerische Tor zu gehen. So spielte der FC Erzgebirge nicht präzise genug in die Spitze und brachte die Boysen-Elf, die versuchte tief zu stehen und bei Gelegenheit zu kontern, nicht wirklich in Gefahr. Erst nach 20 gespielten Minuten sahen die 6.100 Zuschauer an diesen Dienstagabend die erste gute Chance für Aue. Nach einer Ecke kam Marc Hensel acht Meter vor dem Tor zum Schuss, aber OFC-Keeper Wulnikowski zeigte, aus welchem Holz er geschnitzt ist und bewahrte sein Team vor dem Rückstand.
Danach verflachte die Partie spürbar, denn auch im weiten Rund wurde es fast mucksmäuschenstill. Die Hausherren präsentierten sich zwar weiterhin bemüht, aber vorm Tor der Kickers ging gar nichts. Und was Offenbach ablieferte, war in der ersten Hälfte noch weniger als nichts. Vor allem in den Offensivbemühungen hielten bei den Gästen wohl schon Einige Winterschlaf. OFC-Trainer Boysen hatte deshalb genug, holte den mit gelbbelasteten Stürmer Albayrak nach einer halben Stunde vom Platz und schickte Mesic aufs rutschige Geläuf. "Meine Mannschaft hat ein schlechtes Spiel geboten. Wir haben kaum den Rhythmus gefunden, waren zu statisch", befand der Hessen-Coach. Das Auftreten der Veilchen überwiegt da positiver. Kämpferisch überzeugten die Lila-Weißen ohnehin und so langsam klappte es auch spielerisch. Ali Maboula Lukunku schickte Skerdilaid Curri steil in den Rücken der Hessenabwehr. Allerdings konnte der kleinste Auer nicht genügend Schusskraft entwickeln, um Wulnikowski in ernsthafte Gefahr zu bringen.
Drei Minuten später der erste Rückschlag. Defensivmann Thomas Paulus musste mit einem Teilabriss in der hinteren Oberschenkelmuskulatur verletzt vom Feld, für ihn kam Christian Siemund. Jetzt hieß es die vier Minuten bis zur Pause zu übersteh en und eine Neuordnung in der Abwehr zu finden. Dies klappte besser als gedacht, der dritte sehenswerte Angriff von Aue wurde erfolgreich abgeschlossen. Dreh- und Angelpunkt Skerdilaid Curri setzte Jan Hochscheidt auf der rechten Außenbahn in Szene. Mittels Hakentrick versuchte Sebastian Glasner die Hereingabe direkt zu verwandeln. OFC-Keeper Wulnikowski konnte gerade noch parieren, jedoch nicht festhalten, sodass Ali Maboula Lukunku den Abstauber aus kürzester Distanz gedankenschnell zum 1:0-Pausenstand für Aue verwandelte.
"Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt und hätten bereits zur Pause klar in Führung liegen müssen.", stellte Marc Hensel, der mittlerweile für den verletzten Thomas Paulus im Abwehrverbund stand, fest und konnte beim Ausgleich von Tosunoglu nicht wirklich viel retten (47.). Jan Hochscheidt brachte dabei den OFC-Stürmer mit einem Ausrutscher ins Spiel und als alle dachten, die Situation sei geklärt, zog der nun fünffache Torschütze eiskalt ab. Martin Männel konnte sich strecken wie er wollte, doch passte der nicht allzu stramme Schuss genau zwischen Pfosten und Handschuh. Eine kalte Dusche gleich nach Wiederbeginn.
"Wenn man sieht, wie das 1:1 fällt und was die Spieler in den vergangenen Wochen alles erlebt haben, dann ist es für eine so junge Mannschaft nicht einfach, dieses Gegentor wegzustecken.", ahnte Teammanager Heiko Weber schon böses. Denn von nun an bestimmten die Gäste aus Offenbach das Spiel und die Verunsicherung in den Auerreihen wuchs allmählich an. Erst nach einer Stunde fingen sich die Veilchen wieder und kamen nach einer Standardsituation dem erneuten Führungstreffer sehr nahe. Marc Hensel setzte hierbei einen Kopfball nur knapp neben das Gehäuse von Wulnikowski (58.). Vier Minuten später eine Kopie des eben gezeigten, nur war es jetzt Sebastian Glasner der die Kiste nicht traf.
Für mehr Schwung im Auer Mittelfeld sollte Mohamed El Berkani sorgen, der für den schwachen Arne Feick auf der linken Seite zum Einsatz kam. Leider war auch auf der gegenüberliegenden Seite wenig los. Daniyel Cimen zog es immer wieder in die Mitte, sodass der freie Raum auf der rechten Außenbahn nicht genutzt wurde. Ebenfalls nicht genutzt hatte Tosunoglu seine mehrfachen Chancen zum Siegtreffer. Bei einem ansatzlosen Schuss aus gut 25 Metern musste Martin Männel sein ganzes Können aufbieten (66.) und a uch in der 74. Minute scheiterte er mit einem Schuss aus 13 Metern knapp.
Dies sollte sich bekanntlich rächen bzw. nennt man so was wohl perfekt eingewechselt. Eric Agyemang, der für den bis auf das Tor zum 1:0 ängstlich wirkenden Ali Maboula Lukunku nur neun Minuten vorher eingewechselt wurde, umkurvte nach sensationellen Cimen-Zuspiel Wulnikowski und schob zur erneuten Führung für Aue ein. "Der Trainer wusste, dass ich gut drauf bin und heute ein Tor mache. Ich freue mich über meinen Treffer zum 2:1, aber in erster Linie ist der Erfolg für die Mannschaft und den Vereins wichtig. Nach der Niederlage in Berlin wussten wir, dass wir dieses Spiel ziehen mussten. Jeder war bis in die Haarspitzen motiviert, das hat man von Beginn an gesehen.", sagte ein überglücklicher Eric Agyemang.
Doch bis der zweite Heimsieg unter Dach und Fach war, musste noch einmal gezittert werden. Denn wo es Licht gibt, ist auch Schatten. In einer nervenaufreibenden Schlussphase drückten die Gäste nun vehement auf den Ausgleich. Mit viel Einsatzwillen und eben auch Glück überstanden die Veilchen die Attacken der Offenbacher, deren letzte Möglichkeit Fröhlich mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp vergab. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte ein Einsehen mit den im sekundentakt älter werdenden Schlachtenbummlern und piff die Partie ab.
Schluss, Aus, Vorbei. Unter dem Strich war es ein verdienter Dreier, denn die Unsrigen investierten in der ersten Hälfte deutlich mehr in die Partie. Die Offenbacher lauerten zu sehr auf die Fehler der Weber-Elf, die Mitte der zweiten Halbzeit zwar nicht den sichersten Eindruck machte, jedoch mit kämpferischen Mitteln aufwog. Die Bilanz, dass die jeweilige Heimmannschaft als Sieger vom Platz geht, hat weiterhin Bestand und es bleibt zu hoffen, dass am kommenden Samstag im nächsten Heimspiel der Tabellennachbarn aus Wuppertal ebenfalls ohne Punkte nach Hause geschickt wird. Dann bitte aber ohne so ein Herzkasperfinale. (arn) |
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