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1. FC Union Berlin: Jan Glinker, Daniel Göhlert, Christian Stuff, Steven Ruprecht, Macchambes Younga-Mouhani, Michael Bemben, Torsten Mattuschka, Marco Gebhardt, Patrick Kohlmann, Karim Benyamina, Nico Patschinski; Trainer: Uwe Neuhaus
Eingewechselt: 62. Hüzeyfe Dogan für Torsten Mattuschka, 83. Kevin Maek für Marco Gebhardt, 90+1. Daniel Schulz für Karim Benyamina
Kader: Eric Niendorf, Christoph Menz, Sebastian Bönig, Steven Jahn
FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Jan Hochscheidt, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Daniyel Cimen, Skerdilaid Curri, Eric Agyemang, Arne Feick - Maboula Ali Lukunku; Trainer: Heiko Weber
Eingewechselt: 54. Sebastian Glasner für Daniyel Cimen, 67. Kenny Schmidt für Eric Agyemang
Kader: Stephan Flauder, Pierre Le Beau, Christian Siemund
Tore: 1:0 Macchambes Younga-Mouhani (Linksschuss, 33.); 2:0 Christian Stuff (Rechtsschuss, 45+1. / Karim Benyamina)
Schiedsrichter: Karl Valentin (Taufkirchen)
Zuschauer: 7022
Gelbe Karte: Macchambes Younga-Mouhani, Steven Ruprecht, Kevin Maek / Thomas Paulus (4.), René Klingbeil (4.), Arne Feick (4.)
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Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Teammanager Heiko Weber machte gute Miene zum bösen Spiel, Trainer Rico Schmitt haderte mit der Leistung von Schiedsrichter Karl Valentin und Torhüter Martin Männel redete Klartext. So unterschiedlich wie nach dem 0:2 in Berlin waren die Meinungen im Lager des Fußball-Drittligisten FC Erzgebirge Aue wohl selten nach einer Niederlage. "Dem 1:0 ging eine klare Abseitsstellung eines Berliners voraus, dadurch wurde Torhüter Männel die Sicht behindert. Beim Freistoß, der zum 2:0 führt, hätte man auch auf Stürmer-Foul entscheiden und damit für Aue pfeifen können", schimpfte Schmitt über den Mann in Schwarz, der in dem kampfbetonten, aber keineswegs unfairen Duell zweier früherer DDR-Oberliga-Rivalen das Geschehen weitestgehend gut im Griff hatte.
"Wir haben ein echtes Spitzenspiel gesehen: rasant, voller Brisanz, hart umkämpft. Schade, dass uns nicht der Anschlusstreffer gelungen ist. Vielleicht wäre die Partie dann anders gelaufen", gewann Weber dem Auftritt seiner Mannen beim 1. FC Union viele positive Seiten ab. "Ich freue mich jetzt auf die beiden bevorstehenden Heimspiele. Da müssen die Punkte kommen. Und so wie die Mannschaft hier in Berlin gespielt hat, wird uns das auch gelingen", ergänzte der Teammanager.
Torhüter Martin Männel beurteilte den Auftritt der Erzgebirger in der Hauptstadt hingegen durchaus kritisch: "Die Art und Weise, wie wir beide Gegentore kassieren, ärgert mich. Das ist schon seit Wochen unser Manko", erklärte der 20-Jährige, der nach auskurierter Verletzung erstmals wieder im Tor der Veilchen stand. Sowohl das 1:0 als auch das 2:0 fiel nach Standard-Situationen. Younga-Mouhani zog nach einem Eckball von Gebhardt an der Strafraumgrenze ab (33.). Zwölf Minuten später vollendete Abwehrhüne Stuff nach einem Mattuschka-Freistoß zum 2:0. Das ärgerte dann auch Weber: "Wir wussten, dass die Standards eine Stärke von Union sind. Da hat die Zuordnung bei uns nicht gestimmt." Bereits beim 0:3 in Stuttgart fielen zwei Treffer nach ruhenden Bällen, und auch beim peinlichen Aus der Auer im Landespokal beim FC Sachsen Leipzig entsprang das einzige Tor der Partie einem Eckball.
Die spielfreudigen Gäste brachten sich am Sonnabend so selbst um den Lohn ihrer durchaus respektablen Leistung. Die Berliner, die auch im neunten Heimspiel ohne Niederlage blieben, agierten nach dem Seitenwechsel im Stile einer Spitzenmannschaft. Beim Kopfball und beim Schuss von Union-Torjäger Benyamnina (48., 61.) war Männel auf dem Posten. Ansonsten spielte sich das Geschehen nur noch in der Hälfte der Gastgeber ab. Die Veilchen waren optisch überlegen, agierten im Angriff aber zu bieder. Bei den Kopfbällen von Marc Hensel (70.) und Ali Lukunku (87.) reagierte Torhüter Glinker gedankenschnell. Der Versuch des eingewechselten Kenny Schmidt, das runde Leder mit der Hacke ins Tor zu schieben, scheiterte (71.). So blieb Aue im dritten Pflichtspiel in Folge ohne eigenen Torerfolg. "Ich muss meiner Mannschaft Respekt zollen. Sie hat trotz des 0:2-Rückstands immer an sich gelaubt. Vor dem gegnerischen Tor waren wir jedoch nicht zwingend genug", wertete Schmitt: "Union war letztlich einen Tick cleverer als wir."
"Das war ein hartes Stück Arbeit. Aue hat sich als sehr robuster Gegner erwiesen. Die Standards haben die Wende gebracht", atmete Daniel Göhlert durch. Der 28-jährige Abwehrspieler, der im Sommer 2006 vom Chemnitzer FC zu den "Eisernen" gewechselt war, wusste, dass das 2:0 in erster Linie ein Arbeitssieg war und die Berliner vor 7000 Zuschauern spielerisch viele Wünsche offen ließen. Doch der Zweck heiligte die Mittel. Göhlert: "Unser Ziel ist der Aufstieg. Da muss man auch solche Spiele gewinnen." (fp)
Die Berliner vom FC Union haben sich in der dritten Fußball-Liga gegen den FC Erzgebirge Aue durchgesetzt und zur Tabellenspitze aufgeschlossen. Union fand zunächst nur schwer ins Spiel, rettete sich aber durch Standardsituationen. Das Ende war so unspektakulär wie das gesamte Spiel. Die Nachspielzeit war längst vorbei, als Schiedsrichter Karl Valentin (Taufkirchen) Jan Glinker zu sich rief, den Ball geben ließ und so die Drittliga-Partie zwischen dem 1. FC Union und Erzgebirge Aue beendete. 2:0 (2:0) hatten die Berliner gewonnen und sich auf Rang zwei hinter Paderborn verbessert. Trainer Uwe Neuhaus und Sportdirektor Christian Beeck sprachen hinterher zu Recht von einem "Arbeitssieg".
Zur Halbzeit flimmerte ein Filmchen über die Videowand des Jahn-Sportparks. "Wer mehr weiß, hat bessere Chancen", hieß es da - es ist das Motto der Bildungsinitiative des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Die Unioner wussten jedoch lange nicht, wie sie mit dem Gegner umgehen sollten. Entsprechend übersichtlich waren die Chancen, die sich die Mannschaft erarbeitete. Dass es auf dem durch Schnee und Regen aufgeweichten, tiefen Boden keinen spielerischen Leckerbissen geben würde, war nach wenigen Augenblicken klar. Unklar blieb jedoch, warum die Köpenicker fast schon lethargisch begannen. Immer wieder sie zu weit von ihren Gegenspielern entfernt. Statt das Spiel in die Hand zu nehmen, wie es sich für einen Aufstiegsaspiranten gehört, wurde nur reagiert. "Anders als sonst mit zwei Spitzen hat Aue nur mit einem echten Stürmer gespielt", erklärte Trainer Neuhaus, "erst als wir umgestellt haben, bekamen wir Sicherheit."
Tatsächlich bestimmte der Zweitliga-Absteiger aus Aue in der ersten halben Stunde das Geschehen. Viel lief über den quirligen Skerdilaid Curri oder über Mabula Lukunku. Und während bei einem Schuss von Rene Klingbeil Keeper Jan Glinker zur Stelle war (7.), hatten die Gastgeber Glück, dass vier Minuten später Lukunku zu überrascht gewesen war, dass Verteidiger Daniel Göhlert am Fünfmeterraum den Ball passieren ließ - Glinker wäre ohne Chance gewesen.
Wie so oft vertraute Union auf seine Qualitäten bei Standardsituationen. Und die Fans der Köpenicker unter den 7022 Zuschauern wurden nicht enttäuscht. Nach einer Ecke von Marco Gebhardt kam der Ball zu Macchambes Younga-Mouhani, der zog von der Strafraumgrenze einfach ab - 1:0 (33.). Der Protest der Auer, die eine Abseitsstellung gesehen haben wollten, ging im Jubel unter. Das 2:0 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war fast eine Kopie des ersten Treffers. Statt Ecke gab es nun einen Freistoß von Torsten Mattuschka, wieder wurde der Ball abgewehrt, diesmal setzte Christian Stuff nach. Zwei Chancen, zwei Tore - zumindest in Punkto Effektivität bewiesen die Unioner ihre Zweitligatauglichkeit.
Doch auch die zweiten 45 Minuten hatten wenig mit dem "Premiumprodukt" zu tun, mit dem der DFB zu Saisonbeginn für seine neue höchste Spielklasse geworben hatte. Union gegen Aue - das war Drittklassigkeit in Reinkultur. Viel Kampf, nicht weniger Krampf, Nickeligkeiten auf beiden Seiten. Und während Union den Sieg mit zunehmender Spieldauer nur noch verwaltete, mühte sich Aue um eine Ergebniskorrektur. "Die Mannschaft hat gut gefightet", befand Sportdirektor Beeck. Und Trainer Neuhaus fügte pragmatisch hinzu: "Sicherlich haben wir nach dem Wechsel bis auf die erste Viertelstunde das Ergebnis nur verteidigt, das aber nicht ungeschickt." (bm) |
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