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3. Liga 2008/09

Spielbericht

36. Spieltag - Dienstag, 12.05.2009 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - 1. FC Union Berlin 0:1 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath - Marco Stark, Jan Hochscheidt, Arne Feick, Daniyel Cimen - Marc Hensel, Sven Müller; Trainer: Heiko Weber

Eingewechselt: 55. Mohammed El Berkani für Marco Stark, 65. Sebastian Glasner für Sven Müller, 84. Aziz Bouhaddouz für Daniyel Cimen

Kader: Russi Petkov, Marco Wölfel, Pierre Le Beau

1. FC Union Berlin: Jan Glinker, Michael Bemben, Christian Stuff, Daniel Schulz, Michael Parensen, Macchambes Younga-Mouhani, Torsten Mattuschka, Karim Benyamina, Marco Gebhardt, Kenan Sahin, Shergo Biran; Trainer: Uwe Neuhaus

Eingewechselt: 46. Patrick Kohlmann für Shergo Biran, 58. Christoph Menz für Michael Bemben, 75. Sebastian Bönig für Torsten Mattuschka

Kader: Carsten Busch, Kevin Maek, Dustin Heun

Tore: 0:1 Marco Gebhardt (Linksschuss, 55.)

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Zuschauer: 8800

Gelbe Karte: Tomasz Kos (6.), Marco Stark (6.) / Shergo Biran

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Für Aue geht es im Saisonhaligali nicht mehr um viel, dennoch forderten Fans und Verantwortliche zu Recht Einsatz und Kampf, auch und insbesondere gegen den Tabellenführer und frischgebackenen Aufsteiger aus Berlin. Nach zuletzt der Nullnummer am letzten Spieltag in Offenbach und dem dürftigen 0:3-Heimdebakel gegen die Jungs aus der Reserve des VfB Stuttgarts wurde es aber wieder nichts mit dem "Achtbar aus der Affäre ziehen'. "Wir hatten wenig dagegenzusetzen, dreimal die Gelegenheit zum Ausgleich, doch die Fehler der Unioner konnten wir nicht nutzen. Die Diskrepanz zwischen den Heim- und Auswärtsauftritten haben nach wie vor nicht im Griff. Auswärts funktioniert unser Spiel, aber zu Haue können wir gegen so einen starken Gegner wie Union unseren Stiefel nicht aufprägen", meinte Trainer Rico Schmitt nach dem Spiel. Dabei waren die Eisernen nicht unschlagbar, sie spielten nur abgeklärter und ruhiger. Daher reichte ein Freistoß vom 36-jährigen Routinier Gebhardt die Abschiedstournee der Unioner, die mit 800 Fans im 'Old Otto' unterstützt wurde, noch mit Punkten zu verschönern. Und wer heuer annahm, es wird ein Spiel feinster Güte, der wurde wie so oft eines besseren belehrt.
Zwar musste das Auer Trainergespann auf die Verletzten Robin Lenk und Skerdilaid Curri verzichten und zudem gegen dieselbe Neuhaus-Elf, die den Matchball zum Aufstieg gegen Regensburg verwandelte, antreten, doch sollten sich die restlichen Lila-Weißen Akteure verpflichtet fühlen, auf Wiedergutmachung zu brennen. Obendrein schien das Experiment Sven Müller als Sturmpartner neben Marc Hensel ebenso nicht aufzugehen und die insgesamt 8.800 Zuschauer sahen einen sehr zerfahrenen Auftakt mit wenig Spielfluss. Beide Mannschaften kämpften vorerst mit individuellen Fehlern. Lediglich ein Schuss von Younga-Mouhani, der knapp den Winkel verpasste, und ein Schuss aus der zweiten Reihe von Jan Hochscheidt waren die Höhepunkte in der Anfangsviertelstunde.
Auch im weiteren Spielverlauf beließen es die Jungs bei einem gemütlichen Sommerkick, was den Liveticker-Schreiber und anderen Berichterstatter die Arbeit immens erleichterte. Erst nach einer halben Stunde mal wieder ein Lebenszeichen von Union, die mit ihrer gesamten Torfabrik in Person von Benyamina, Sahin und Biran agierten. Gebhardt versuchte es mit einem Heber aus gut 18 Metern. Martin Männel hatte trotz Größenhandikap keine Probleme das listige Ding zu parieren. Seine Gegenpart Glinker im Tor der Eisernen bekam nun auch mehr zu tun, beim Schuss von Daniyel Cimen (31.) musste er noch nicht eingreifen, aber beim Hammer von Marc Hensel zeigt er seine Klasse und klärte die beste Möglichkeit für den FC Erzgebirge zur Ecke (44.).
Mit der Nullnummer ging es in die Pause, aus der die Veilchen mit mehr Elan herauskamen. Jan Hochscheidt mit dem ersten Torschuss des zweiten Durchgangs aus 18 Metern. Aber drüber - reingemacht hat ihn dann Gebhardt mit einem direkten Freistoß aus 25 Metern. Dabei prallte der Ball von der Unterkante der Latte kurz hinter der Torlinie und wieder raus. Martin Männel hatte nicht den Hauch einer Chance. Nach dem Tor des Tages nahm die Partie etwas Fahrt auf, war ansehnlicher geworden, aber nicht gutklassig. Die Veilchen bemühten sich auch weiterhin redlich, doch wiederum schien es so, dass die Mittel zum Torerfolg einfach nicht aufzufinden waren. Lediglich ein Kopfball vom mit erniedrigenden Pfiffen eingewechselten Sebastian Glasner brachte die Führung des Spitzenreiters in Gefahr (70.).
Eine Viertelstunde blieb den Veilchen jedoch noch, um hier dem Tabellenführer zumindest einen Punkt abzuknüpfen. Nichtsdestoweniger war der Aufsteiger Union, der sich weiterhin nur auf das Wesentlichste beschränkte und abgeklärt wie eine Spitzenmannschaft agierte, dem 2:0 näher dran, als Aue dem Ausgleich. Parensen scheiterte nach einem unbegreiflichen Bock der Auer Hintermannschaft allein an Keeper Martin Männel, der seine Elf noch im Rennen hielt (81.). Doch seine Leute im Sturm brachten wenig Konstruktives zusammen. Bezeichnenderweise der Schuss des unauffälligen Mohamed El Berkani in die abendsonnedurchfluteten Wolken (85.). Mit dem Mute der Verzweiflung packte Marc Hensel zu guter Letzt sogar die Brechstange aus, traf aus sechs Metern leider nur die Latte (89.).
Man versuchte alles und stand wie bereits sechsmal zuvor mit leeren Händen da - Vereinsnegativrekord. Während Union den Platz an der Sonne genießt, rutschten die Veilchen sogar noch eine Etage tiefer. "Mehr Punkte als in der Hinrunde haben wir geschafft, aber das Ziel einstelliger Tabellenplatz noch nicht", verdeutlicht Teammanager Heiko Weber die gegenwärtige Situation. Ob das gemeinsame Essen mit der Mannschaft oder die Brandrede des noch FCE-Präsidenten Uwe Leonhardt Besserungen in Aussicht stellt, mag man nicht beurteilen. Doch die 'Weber Raus'-Rufe werden dadurch nicht verstummen und in Wuppertal bei einer weiteren desolaten Mannschaftsleistung eventuell noch lauter sein. Den FCE-Kickern wiederum bietet die trotz gesicherten Klassenerhalts anhaltende Unruhe ein Alibi für die jämmerlichen Vorstellungen. Teamchef Heiko Weber, hinter dem sie nach eigenen Aussagen so geschlossen stehen, helfen sie damit allerdings nicht. (arn)