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FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli 'Vorschau'

1 Euro Topzuschlag verlangt der FC Erzgebirge für die Partie am Sonntag gegen den FC St. Pauli. Ob es auch gegen den Bundesliga-Absteiger aus der vergangenen Saison zu einem Spiel der Extraklasse kommen wird, bleibt aufgrund der durchaus problematischen Auer Personalsituation, welche mit zwei gesperrten und einem verletzten Abwehrspieler ziemlich dünn besiedelt ist, fraglich. Zudem sind die Kiezkicker in ihrer momentan besten Zweitliga-Saison aller Zeiten seit fünf Partien ungeschlagen (drei Siege, zwei Remis), kassierten hinter Spitzenreiter Fürth (20) und zusammen mit Düsseldorf die wenigsten Gegentore (25), was vor allem dem verbesserten Abwehrverhalten der Schubert-Elf in der Rückrunde zu verdanken ist, nur fünf Gegentreffer sind hierbei Ligabestwert. Zudem hat der kommende Gast durch 15 Siege, fünf Remis und fünf Unentschieden mehr als doppelt so viele Punkte wie Aue (24) vorzuweisen. Dennoch stehen die Hanseaten nicht auf einem Aufstiegsplatz (Rang 4), da sich die Spitzenteams im Fünfkampf kaum die Blöße geben.
Pauli gewann bereits sechs Auswärtsspiele - nur Paderborn und Eintracht Frankfurt mehr (je sieben). Auch gegen die Veilchen wollen die Hamburger in der Erfolgsspur bleiben, zumindest versuchen, denn immerhin gingen die Unsrigen zwei Mal als Sieger vom Platz, ein Spiel endete remis und eins wart verloren. Verloren hat ebenfalls André Schubert als Trainer alle drei Spiele gegen Aue: In der letzten Saison mit Paderborn gab es in Hin- und Rückrunde jeweils eine 0:1-Niederlage, im spektakulären Hinspiel am Millerntor mit St. Pauli ein 2:3. Auch der Auer Aufwärtstrend lässt Hoffnungen für einen Dreier des Heimteams im Lößnitztal aufkeimen. Lila-Weiß gewann zuletzt das erste Spiel vor eigenem Publikum unter Karsten Baumann mit 4:3 gegen den FSV Frankfurt und holte mit dem 0:0 im Nachholspiel auch gegen die Löwen einen Punkt.
Allerdings stellt der FCE nach wie vor mit nur 23 Toren den drittschwächsten Angriff der Liga - nur Aachen (20) und Rostock (22) erzielten weniger Tore. Wenn man dagegen die Rückrundentabelle betrachtet, so schossen die Veilchen in acht Partien neun Tore - Pauli jedoch nur acht, gehört damit in diesem Zeitraum zu den schwächsten Teams der Liga. Insgesamt gesehen blieb der Kiezklub nur drei Mal torlos und was die erzielten Treffer angeht, belegt das Team von André Schubert mit 44 Toren den fünften Rang hinter Frankfurt (58), Fürth (56), Düsseldorf (54) und 1860 (47). Die meisten Tore (10), zuzüglich fünf Vorlagen, schoss bis jetzt Max Kruse, der aber mit einem momentanen Tief zu kämpfen hat. In 2012 ist der 23-Jährige noch ohne Treffer und Assist, was auch für die etatmäßigen Stürmer gilt. Das letzte Tor eines Angreifers liegt bereits dreieinhalb Monate zurück. Beim FC St. Pauli netzen in letzter Zeit vermehrt Abwehrspieler ein. Dennoch sind hinter dem Zehn-Tore-Mann Offensivkraft Ebbers und Mittelfeldspieler Boll mit je sechs Einschlägen das Nonplusultra.
Ligaspitze sind die Hamburger auch, was das Drehen von Partien betrifft. Kein anderes Team konnte in dieser Saison so viele Punkte nach einem Rückstand holen wie der FC St. Pauli. 17 Zähler wurden noch eingefahren, nachdem man bereits zurück lag. Die Mannschaft zeigte in der bisherigen Saison mehrfach den Willen, die Begegnung doch noch für sich zu entscheiden, gab sich nicht frühzeitig auf, sondern kämpfte sich zurück. Allerdings waren die Siege nicht von einer klaren Überlegenheit geprägt. Nachdem die Braun-Weißen in der Hinrunde die meisten Partien mit zwei oder mehr Toren beendeten, gingen die letzten Duelle fast mit nur einem Tor Unterschied zu Ende. Die Leichtigkeit des Gewinnens ist Abhanden gekommen. Daher fordert Paulis Torwart Pliquett mehr Vertrauen, auch von den eigenen Fans. "Mich nervt es extrem, dass bereits nach einigen Fehlpässen gepfiffen wird. Alle müssen bedingungslos hinter uns stehen, um den maximalen Erfolg zu realisieren“, sagte der 27-Jährige und wünscht sich, ”dass alle erkennen, was wir in dieser Saison erreichen können und dass jeder bedingungslos alles dafür tut, damit in acht Wochen der maximale Erfolg zu Buche steht."
Dies trifft zugleich auch auf die Veilchen zu. Zum Abschluss der hammerharten englischen Woche sind bereits 9.000 Karten an den Mann gebracht. FCE-Sportdirektor Steffen Heidrich erwartet demzufolge eine gut gefüllte Hütte, da sich bislang auch fast 2.000 St. Pauli-Fans eine Karte gesichert haben. Mehrere vollbesetzte Fanbusse machen sich am Sonntag auf den Weg ins Erzgebirge, sodass dieses Topspiel von einer würdigen Kulisse eingerahmt wird. "Es ist wichtig, dass unsere Zuschauer auch in schwierigen Situationen meine Elf nach vorne peitscht. Wir können das nur gemeinsam schaffen", sagte Karsten Baumann, der eventuell Marc Hensel oder auch Dominic Rau aus dem U23-Kader in die Vierer-Abwehrkette einbinden möchte. Zum Schiedsrichter gibt es nicht viel zu sagen. Der 31-jährige Student Markus Wingenbach aus Diez wird zum ersten Mal in seiner Laufbahn ein Spiel mit Auer Beteiligung pfeifen. Der bereits Erstliga erfahrene Referee wird assistiert von Christian Gittelmann, Philipp Schmitt und Thomas Stein.


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