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FC Erzgebirge Aue - FC Hansa Rostock 'Vorschau'

“Ihren Ausweis bitte!” So wird es morgen an den Tageskassen und Eingängen des Sparkassen-Erzgebirgsstadions sicherlich einige tausend Mal zu hören sein. Denn aufgrund der vom DFB ausgesprochenen Gästefan-Sperre, die den FC Hansa Rostock dazu zwang, die nächsten beiden Auswärtsspiele unter Ausschluss ihrer Anhänger auszutragen, wird dieses Urteil in Aue mit personalisierten Eintrittskarten auch konsequent umgesetzt. Zusätzlich soll mit Hilfe von Fanbetreuer und Ordnungskräfte der Hanseaten der Zutritt ins Stadion für etwaige Rostocker Anhängern verwehrt bleiben, die bei Missachtung sogar mit polizeilichen Sanktionen bis hin zum Stadionverbot zu rechnen haben. Für die entgangenen Zuschauereinnahmen bekommt der FC Erzgebirge obendrein Schadenersatz in Höhe von 25.000 Euro ausgezahlt. Die gleiche Summe wird auch beim nächsten Rostocker Auswärtsspiel in Düsseldorf fällig, wo ebenfalls keine Hansa-Fans zugelassen sind.
Schon in den vergangenen beiden Spielzeiten musste Hansa insgesamt dreimal auswärts ohne Fans antreten. Im ersten “Geisterspiel” unterlagen die Fischköppe in der Hinpartie der Zweitliga-Abstiegsrelegation mit 0:1 beim FC Ingolstadt. Die anderen beiden Partien gingen zu Gunsten der Rostocker mit 2:1 gegen die Drittligisten SV Sandhausen sowie SV Wehen Wiesbaden über die Bühne. Morgen dann auf ein Neues. Und die Gäste könnten ein Erfolgserlebnis gebrauchen, denn sportlich gesehen befindet sich die Hansa-Kogge in arg stürmigen Gewässern. Nach neun Spieltagen steht die Vollmann-Elf erstmalig auf einen direkten Abstiegsplatz (17.) und wartet nach sechs Unentschieden und drei Niederlagen auf den ersten Saisonsieg - seit der Gründung 1965 negativer Vereinsrekord. Die Mannschaft sei “konkurrenzfähig, jung und talentiert”, so hört man aus Rostocker Kreisen. "Doch für die spielerische Leistung können wir uns nichts kaufen, wenn wir keine Punkte holen. Jetzt müssen wir auch einmal die Tore erzwingen", fordert der Vorstand.
Fünf Tore aus neun Zweitliga-Partien verdeutlicht das Sturmproblem von Empor Lauter. Nur die dahinterliegende und ebenfalls noch sieglose Alemannia aus Aachen schoss weniger Tore (1) als Rostock. "Die Situation ist nicht zufriedenstellend. Aber nach neun Spieltagen sind wir natürlich noch lange nicht abgestiegen", weiß Vollmann, der neben den Ausfall der beiden Innenverteidigern Pavel Kosal und Stephan Gusche auch weiterhin den von Hoffnungsträger Marek Mintal (Verletzung im Adduktorenbereich) hinnehmen muss. "Mit ihm hätten wir vorne natürlich bessere Möglichkeiten. Leider besitzen wir vorne ja aktuell keinen 1,90 Meter großen Brecher. Wir haben aber zwei kleine Stürmer, die am Boden gut sind", argumentiert der Hansa-Coach, der zu einem zu einem 4-4-2-System tendiert, um besser eigene Möglichkeiten entwickeln zu können und genügend Anspielstationen zu haben. Bisher konnten sich Tobias Jänicke, Kevin Pannewitz und Björn Ziegenbein sowie die etatmäßigen Stürmer Marcel Schied und Tino Semmer trotz maximalen Einsatzes (neun) mit je einem Treffer nicht wirklich auszeichnen.
Bei den Veilchen scheint sich nach sieben sieglosen Partien die erhoffte Trendwende endlich einzustellen, vor allem im Torabschluss. Blieb man in den ersten sechs Begegnungen mit nur zwei mageren Törchen häufig auf der Strecke, so vervierfachte das Team um Rico Schmitt die Torausbeute aus den letzten drei Spielen auf acht Buden. Zurücklehnen darf sich der FC Erzgebirge trotz des 3:2-Auswärtserfolges beim ligastarken Absteiger FC St. Pauli dennoch nicht. "Wir haben Zuhause bisher noch nicht so überzeugend gespielt und es wird jetzt Zeit, dass wir unseren Zuschauern zeigen, dass wir jetzt gute Leistungen bringen können", fordert der ehemalige Rostocker Kevin Schlitte im fünften Heimspiel der Saison. Bisher sahen die im Schnitt 9.750 Zuschauer im “Old Otto” nur einen Sieg ihrer Farben und mussten mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen Vorlieb nehmen.
Wenigstens spricht die Statistik klar für einen Sieg der Lila-Weißen. Die letzte Auer Heimniederlage gegen die Hanseaten liegt nämlich verdammt weit zurück - am 26. August 1967 unterlag die damalige BSG Wismut nach einer 1:0-Führung am Ende noch mit 1:2. Seither gab es im Lößnitztal sieben Remis und (inklusive eines Pokalspiels) 14 Siege der Veilchen. In Zweitligazeiten trafen Aue und Hansa 2005/06 und 2006/07 aufeinander - immer gewann die Heimmannschaft, zuletzt mit 3:0. Erneut gewinnen möchte auch Abräumer Oliver Schröder, der ebenfalls auf seine Ex-Kollegen treffen wird und sich im Vorfeld daher etwas diplomatisch gibt: "Nach dem Spiel gegen uns, kann Hansa punkten und die Klasse halten.“
Ähnlich äußerst sich auch Enrico Kern. ”Schön, dass Rostock wieder in der 2. Liga spielt. Aber nichtsdestotrotz müssen wir die Anfangsschwierigkeiten meines Ex-Vereins zu Hause ausnutzen, um wieder eine kleine Heimmacht zu werden. Gewinnen wir, dann wird uns das einen Schub geben, dann sind wir im Mittelfeld etabliert und auf einem guten Weg, unsere Saisonziele zu erreichen", erhofft sich der Stürmer, der aber auf einen Einsatz gegen seinen Ex-Club vorerst mit dem Bankdrückerdasein tauschen muss. Denn der in dieser Woche 43-Jahre alt gewordene Trainer Rico Schmitt, der zwar personell bis auf Thomas Paulus (Sprunggelenksverletzung) aus dem Völlen schöpfen könnte, wird erstmals in dieser Saison keine Veränderungen an seiner Anfangself vornehmen: "Das haben sich die Spieler nach dem grandiosen Auftritt einfach verdient."
Schiedsrichter der Partie wird Deniz Aytekin aus Oberasbach sein. Seine Bilanz ist aus Auer Sicht im Ligaalltag mit zwei Heimsiegen (1:0 Wuppertal, 3:0 Braunschweig) und je zwei Unentschieden (0:0 in Offenbach, 2:2 Hoffenheim) äußerst positiv, lässt allerdings im DFB-Pokal auch mit drei Niederlagen (1:3 M’gladbach, 1:2 Bremen, 5:4n.E. Wuppertal) aufhorchen. Assistiert wird der 33-jährige Betriebswirt auf Kommunikation, der seit Januar diesen Jahres zum elitären Kreis der FIFA-Referees gehört, von den Linienrichtern Walter Hofmann und Dr. Manuel Kunzmann sowie vom vierten Offiziellen Malte Dittrich.


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