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Eintracht Braunschweig - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

Für Erzgebirge Aue steht die Partie bei Eintracht Braunschweig auf dem Spielplan. Der Aufsteiger machte mit einer sensationellen Quote in Liga drei von sich reden. Mit 85 Punkten, 81 Toren bei 22 Gegentreffern und 20 Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz hat die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht eine Spielzeit sozusagen auf der Überholspur absolviert, stand damit bereits sechs Spieltage vor Saisonende als Aufsteiger fest. Dieser Schwung soll dem jungen Team zum Klassenverbleib in der 2. Bundesliga helfen, genauso hat es dazumal auch die Wismut gemacht. Doch der Vorteil ist (seit der Rückrunde) weg und nachdem die Veilchen bei 1860 München mit 0:4 unter die Räder kamen, rutschte man sogar bis auf Platz 13 ab und steht damit erstmals seit dem Aufstieg vor einem Jahr im unteren Tabellendrittel. Obendrein blieb Aue drei Mal in Folge torlos. “Am Ende haben uns die Sechziger vorgeführt”, gestand Innenverteidiger Thomas Paulus, “das darf uns nicht noch einmal passieren.”
In Braunschweig hat man mit ganzen anderen “Problemen” zu kämpfen: Die Zuschauerzahl wird wohl zum ersten Mal in dieser Saison die Schlechteste werden. “Wir rechnen mit 20.000 Fans. Das ist in dieser Saison Minusrekord”, schmunzelt Braunschweigs Trainer über die erneut großartige Kulisse. Zuvor waren in den Heimspielen gegen die Löwen aus München und der Eintracht aus Frankfurt im Schnitt 22.784 Besucher im Eintracht-Stadion. Und die Euphorie rund um Braunschweig scheint weiterhin grenzenlos. Logisch, denn auch auf dem Papier sind die Niedersachsen klarer Favorit. Drei der ersten vier Saisonspiele wurden gewonnen. Damit nun der vierte Sieg folgt, müsse seine Mannschaft besonders konzentriert sein, so der Eintracht-Coach: “Aue kommt zu uns als der typische angeschlagene Boxer. Das kann gefährlich werden. Sie sind sehr zweikampfstark und agieren aus einer sicheren Defensive heraus.”
Die nackten Zahlen sprechen aber deutlich gegen den FC Erzgebirge, welcher zuletzt zwei Niederlagen kassierte und in vier Spielen erst ein Tor geschossen hat. Daher fordert Aues Trainer Rico Schmitt beim Aufsteiger zum wiederholten Male eine (Trotz)Reaktion seiner Elf und richtet den Blick nach vorn. “Spiele werden in der Abwehr entschieden, nicht im Angriff. Wir müssen aus dieser Lethargie aufwachen. Wir wollen wieder an die Dinge anknüpfen, die die Mannschaft über viele Monate ausgezeichnet hat”, sagte Schmitt, der seinen Jungs definitiv mehr Selbstvertrauen einhauchen muss. Aber auch in Sachen Zweikampfstärke besteht gewisser Nachholbedarf. Mit nur 46 Prozent gewonnenen Zweikämpfen hat Aue derzeit die schlechteste Bilanz in Liga zwei. In einer Krise befindet sich der Verein laut Schmitt, der noch nie in seiner Auer Amtszeit als Profitreiner drei Partien infolge verloren hat, jedoch nicht. "Wir sind zwei Jahre lang auf einer Welle des Erfolgs geschwommen. Nun müssen Mannschaft, Verein und Fans lernen, dass auch Niederlagen zum Fußball dazugehören. Die Saison ist noch lang, wir haben alles selbst in der Hand“, haute kürzlich Thomas Paulus in dieselbe Kerbe.
Also Ruhe bewahren und unbekümmert die Zeit verbringen? Für den gemeinen Fan eher schlecht als recht. Doch auch Lieberknecht hatte nach dem Pokal-Aus gegen Bayern München (0:3) und nach der deutlichen 0:3-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt unerwartet viel Gegenwind bekommen. ”Wir sind ruhig geblieben", meinte der Eintracht-Coach, der sich vom Krisengerede rund um sein Team nicht beeindrucken ließ. Einen Systemwechsel stellte er öffentlich zwar zur Aussicht, hielt aber an der bewährten 4-2-3-1-Formation fest. So wurden die jüngsten sportlichen Rückschläge mit Erfolgen beantwortet. Bleibt zu hoffen, dass auch Aue bald wieder in die Erfolgsspur zurückfindet. Ligaübergreifend trennten sich beide Teams in zwölf Pflichtspielen gegeneinander nur einmal remis: Am 21. Dezember 2008 gab es in der 3. Liga in Braunschweig ein 1:1. Ebenfalls nur einmal in der Statistik steht ein Auswärtssieg für die Lila-Weißen. Der war am 31. Spieltag der Zweitligasaison 05/06, datiert auf den 23. April 2006, als Skerdilaid Curri in der 85. Minute das Goldene Tor zum 1:0 erzielte. Vervollständigt werden die Duelle mit je vier Heimsiegen pro Mannschaft sowie zwei Heimniederlagen für Aue (2. BL, 3. Liga).
Schiedsrichter der Partie wird Christian Bandurski aus Oberhausen sein. Der 29-jährige Referee vom Fußballverband Niederrhein führte die Veilchen am 25. September 2010 in der Auswärtsbegegnung bei der abgestiegenen Arminia aus Bielefeld zum 1:0-Sieg. An den Linien wird der Chemielaborant von Martin Thomsen (Kleve) und Markus Schüller (Korschenbroich). Für den Part des vierten Offiziellen stellt sich Markus Häcker (Waren/Müritz) zur Verfügung.


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