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FC Erzgebirge Aue - Hertha BSC 'Vorschau'

Nun geht es ans Eingemachte. Zwei Spieltage vor Schluss werden noch je ein direkter Auf- und Absteiger sowie die beiden Relegationsteilnehmer auf Rang 3 und 16 gesucht. Bisher steht fest: Arminia Bielefeld steigt ab und Hertha BSC kehrt nach nur einem Jahr wieder in die Bundesliga zurück, möchte dies gerne auch als Spitzenreiter tun. Zu diesem (Meister)Vorhaben fehlt der “Alten Dame” noch ein klitzekleiner Punkt, welcher am Sonntag im Erzgebirgsstadion geholt werden soll. Für die Veilchen geht es eigentlich nur noch darum, sich im letzten Heimspiel ordentlich zu präsentieren und vor ausverkaufter Hütte den Fans einen guten Abschluss, auch wenn die Saison erst nächste Woche beim FSV Frankfurt ihr Ende findet, zu geben. Zudem steht der FC Erzgebirge in dieser Rekordsaison vor einem weiteren Superlative: 16 Siege innerhalb einer Saison gab es noch nie.
“Wir wollen uns mit einem guten Spiel von den Fans verabschieden”, sagte Rico Schmitt. Allerdings gewann seine Elf zuhause keine der letzten vier Partien (drei Remis, eine Niederlage), siegte auch nur einmal in den insgesamt letzten sechs Partien (drei Remis, zwei Niederlagen). Aber nicht nur die Unsrigen zeigten Formschwäche: Hertha kassierte nach zuvor zehn Partien ohne Niederlage jüngst ein 1:2 gegen 1860 München. Und Geschichte wiederholt sich: Beim letzten Bundesliga-Aufstieg (1996/97) der Hertha feierten die Fans bereits drei Spieltage vor Saisonende die Rückkehr ins Oberhaus. Die letzten drei Spiele wurden anschließend alle verloren - auch diesmal ging das erste verloren. Bei den Berliner Verantwortlichen, die sich nach dem Aufstieg über das 20.000 Mitglied freuten, sieht man das natürlich ganz gelassen. "Das Schlimmste, was passiert, ist, dass wir verlieren. Aber passiert ist auch dann schlussendlich nichts", sagte Herthas Chefcoach Markus Babbel, der "das Spiel auch nicht abschenken will, sondern hochkonzentriert angehen und ohne Druck befreit aufspielen wird."
Kann er ja auch, denn der Berliner Sport Club ist und bleibt das Nonplusultra in der 2. Bundesliga, und das nicht nur finanziell. Die Millionentruppe von Babbel und Co steht in der Gesamt-(21-5U-6N), Rückrunden-(11S-2U-2N), Auswärtstabelle (16S-10U-3N) und nach dem ersten Spielabschnitt (15S-4U-3N) auf Rang eins. Nur in den zweiten 45 Minuten mussten sie (16S-8N-8U) sich dem hartnäckigen Verfolger aus Augsburg geschlagen geben. Das betrifft auch die Hinrundentabelle, wo bekanntlich der FC Erzgebirge zumindest für diese Spielzeit auf ewig ganz oben thronen wird. Doch die Zeiten ändern sich. Vor dem Hinrunden-Duell lag Aue auf Rang 1, Hertha auf Rang 5 - nun ist die Situation genau umgekehrt. Und vielleicht schafft es die Mannschaft von Rico Schmitt auch die 0:2-Niederlage aus diesem ersten Pflichtspiel der beiden Teams gegeneinander positiv umzuwandeln.
Dabei wird sich vor allem die lila-weiße Abwehr auf viel Arbeit einstellen müssen. Mit 65 erzielten Toren sucht die Berliner Offensivabteilung mit enormer Effektivität und Durchschlagskraft wohl ihresgleichen. Schon beeindruckende 40-mal traf die Hertha im Jahr 2011 - kein anderer Club hat seit der Winterpause mehr Tore erzielt. Mindestens einen Treffer gelang den Blau-Weißen in jedem Spiel der Rückrunde. Bester BSC-Knipser Ramos glänzt mit 14 Treffern und sechs Torvorbereitungen. Seine Verfolger Lasogga (zwölf Tore, vier Assists) und Raffael (zehn Tore, sechs Assists) werden zum Glück in Aue fehlen, beide holten sich im letzten Spiel jeweils die fünfte Gelbe Karte ab.
Doch ob es dadurch für die Veilchen leichter wird, bleibt nur zu hoffen. Nur sieben Mannschaften konnten den Berlinern bislang eine Niederlage beibringen: in Koblenz im DFB-Pokal (2:1), in Paderborn (1:0), in Osnabrück (2:0), zu Hause gegen Duisburg (0:2) und FC Union Berlin (1:2) sowie die Doppelbezwinger aus München mit einem 1:0 und einem 1:2. Die Löwen wussten wohl um die Schwäche bei Standards: Acht der letzten neun Gegentore kassierte die Hertha nach ruhenden Bällen, die letzten drei fielen nach Freistößen, so auch der Münchner Siegtreffer von Buck zum 2:1. Hier sollten die Veilchen, die ihre meisten Tore (21) nach ruhenden Bällen geschossen haben, ansetzen, um die drittbeste Verteidigung der Zweiten Liga (27 Gegentore) ein wenig zu ärgern. Wird schwer genug, denn keiner Zweitligamannschaft gelang es bis jetzt dem Club aus der Bundeshauptstadt drei Buden einzuschenken. In acht Partien kassierten die Berliner zwei Gegentore, in 11 weiteren Begegnungen nur eins und außerdem wurde 13-mal zu Null gespielt, das schaffte aber auch der FC Erzgebirge.
Schiedsrichter der restlos ausverkauften Partie wird Florian Meyer aus Burgdorf sein. Bereits im Auswärtsspiel bei 1860 München leitete er eine von fünf Partien mit Auer Beteiligung. Damals trennte man sich wie auch in seinem Premierenspiel zu Hause gegen Essen (Regionalliga Nord) torlos. Das dritte Unentschieden sahen 8.100 Zuschauer gegen Oberhausen (1:1). Komplettiert wird seinen Statistik mit dem gewonnenen Heimspiel gegen Offenbach (2:1) und einer 0:1-Niederlage in Aachen. Seine Assistenten hören auf den Namen Christoph Bornhorst (Damme) und Carsten Kadach (Suderburg). Den Vierten Offiziellen mimt Christian Leicher (Weihmichl).


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