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Alemannia Aachen - FC Erzgebirge Aue 'Vorschau'

Für den FC Erzgebirge Aue wartet im neuen Tivoli am Sonntag eine Begegnung der ganz besonderen Art. Die Partie in Aachen wird das 200. Spiel und zugleich die 100. Auswärtspartie in der Zweitligageschichte des FCE sein. Die bisherige Bilanz der Veilchen ist mit 74 Siege, 51 Remis und 74 Niederlagen momentan ausgeglichen. Es winkt also mit dem 75. Sieg oder auch Niederlage ein weiteres Jubiläum. Selbst der Gegner steht “kurz” vor einem magischen Moment. 981 Spiele absolvierten die Öcher in 27 Jahre 2. Bundesliga und stehen damit unangefochten auf Platz eins der Ewigen Zweitliga-Tabelle. Die paar Partien zur Tausend werden demnach bald fallen und wenn sich die Auer Mannschaft nicht sofort wieder ins Zeug legt, gibt es für Aachen den 399. Sieg obendrauf.

Momentan rücken nämlich die sensationelle Hinrunde sowie die Aussicht auf das beste Zweitliga-Abschneiden in der Auer Vereinsgeschichte durch teils unheilvolle Diffamierungen gepaart mit widersprüchlichen Aussagen in den Hintergrund. Und bei fortwährenden Medien-Schlammschlachten wird alsbald niemand mehr über den Titel Herbstmeister reden, nur das zuletzt Erlebte bleibt wie ein nerviger Ohrwurm in Erinnerung. Dazu die sportlichen Fakten: Die Veilchen konnten die letzten drei Spiele nicht gewinnen, vier Spiele in Folge ohne Sieg gab es in dieser Saison noch nie. Bei den vergangenen sieben Gastspielen setzte es sogar sechs Niederlagen, der letzte Auswärtssieg gelang am 11. März 2011 in Oberhausen (2:1). Von den 49 gesammelten Zähler wurden nur 15 in der Rückrunde geholt, und der Trend zeigt weiter nach unten.
Beim kommenden Gastgeber wäre man mit diesem Punktestand durchaus zufrieden. 41 Zähler hat die Alemannia derzeit auf der Habenseite, mindestens 50 sollen es am Ende der Saison werden, zumindest wenn es nach TSV-Trainer Peter Hyballa geht. Der jüngste Zweitligatrainer gab sich mit den drei noch ausstehenden Heimspielen im Visier optimistisch. Für den Wiederaufstieg in das in der Saison 2006/07 verlassene Oberhaus reicht es in dieser Spielzeit aber nicht mehr. Doch ist man im Verein auf den erst 35-jährigen Trainer besser zu sprechen als auf seine Vorgänger Guido Buchwald, Jürgen Seeberger und Michael Krüger. Einzig die Konstanz fehlt der jüngsten Mannschaft der 2. Bundesliga in dieser Saison offenbar. Denn eine echte Siegesserie blieb trotz der Tor-Garantie durch Stürmer Benjamin Auer, der in der Saison 2008/09 an den Tivoli wechselte und seitdem 47 Tore (17 Buden in 2010/11) für die Alemannia schoss, aus. Zwar war in den Spielen von Schwarz-Gelb toremäßig immer was los - mit 99 Treffern (3,41 pro Spiel und 49 selbst erzielt) gab es in den 29 Ligaspielen der Aachener Unterhaltung pur - dennoch liegt der TSV, welcher zwei seiner jüngsten drei Heimspiele verloren hat, acht Punkte hinter Aue, denn neben der Effektivität der Veilchen - jeder Treffer war im Schnitt bisher rund 1,53 Punkte wert - mussten die Öcher nach einer Führung schon 18 Punkte abgeben. Hinzu kommt die Anfälligkeit bei Eckbällen: Mit acht Gegentoren nach eben diesem Standart ist das zusammen mit Bielefeld und RWO der Höchstwert in der Liga. Daran gilt es für das Team um Rico Schmitt anzusetzen, denn der FC Erzgebirge bleibt trotz der Ausbeute von vier Toren in den letzten sechs Spielen mit Abstand die gefährlichste Mannschaft nach Ecken - 13 Treffer.
Die Zweitliga-Bilanz ist mit je vier Siegen und einem Remis ausgeglichen. Allerdings konnten die Veilchen bei vier Versuchen erst ein Mal gewinnen (drei Niederlagen) - am 27. Februar 2005 schoss Aue die Hausherren mit 5:1 vom Platz. Es war zwischen den beiden Vereinen zugleich das spektakulärste Resultat mit dem Doppelpack von Andrzej Juskowiak sowie den weiteren Treffern von René Trehkopf, Ersin Demir, Rüdiger Rehm und dem zwischenzeitlichen 2:1 vom jetzigen Aachener Sportdirektor Eric Meijer. Das Hinspiel endete mit 2:1 für die Guten. An diesem Tag “haben wir das beste Saisonspiel gemacht und Aachen phasenweise an die Wand gespielt”, so das damalige Resümee von Marc Hensel, der das Siegtor von Jan Hochscheidt vorbereitete. Ob dieses Kunststück der Spielkontrolle wieder gelingt, steht allerdings in den Sternen. “Ein mentales Problem”, meint Rico Schmitt, der nun hofft, dass sich seine Mannschaft auf dem Aachener Tivoli mal wieder von ihrer besseren Seite zeigt. Dafür kann der Coach auf die zuletzt gesperrten Marc Hensel, Kevin Schlitte und Pierre Le Beau bauen. Verletzungsbedingt fehlen weiterhin Jörn Wemmer und Patrick Milchraum sowie Tomasz Kos, der womöglich erst im Heimspiel gegen Hertha BSC und damit in seinem letzten Punktspiel vor heimischen Publikum auf dem Rasen stehen wird.
FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark wird die Sonntagspartie leiten, für den 41-Jährigen bereits sein neuntes Match mit Auer Beteiligung. Die Auswärtsbilanz des 1,90m großen Bankkaufmann ist mit den Spielen in Offenbach (2:3) und Plauen (1:3) zwar überschaubar, ad hoc aber mit Niederlagen für Aue übersät. Seine Assistenten hören auf die Namen Torsten Bauer und Matthias Jöllenbeck, samt vierten Offiziellen Christian Bandurski.


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