Pavel Dotchev: "Wir können den kleinen Vogel fangen"
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Als Pavel Dotchev Anfang Juni in Aue unterschrieb, gab es keinen Masterplan, keine Mannschaft. “Nur einen Torwart, einen sehr guten allerdings”, erinnert sich Aues Chefcoach. Eine Herausforderung, die er so ähnlich schon beim SC Paderborn oder in Erfurt gemeistert hatte. “Diese Aufgabe beim FC Erzgebirge lockte mich vom ersten Moment und als ich meine Mitstreiter aus der Vereinsspitze, die Kollegen in der Geschäftsstelle und die Fans erlebte, wusste ich, dass mein Ja richtig war. Alles ist sehr familiär hier, jeder ist mit Herzblut dabei, einer hilft dem andern”, schwärmt der am 28. September 1965 in der bulgarischen Metropole Sofia geborene Ex-Nationalspieler und Bundesligaprofi.
Über die Stationen Lokomotive (1984 bis 1991) und ZSKA Sofia (1991/92) kam der Abwehrrecke 1992 zum Hamburger SV. Es folgten die Stationen Hansa Rostock und Holstein Kiel, ehe sich Pavel 1995 bis 2002 in 208 Einsätzen beim SCP in die Herzen der Fans spielte. Paderborn hieß 2003 auch seine erste Trainerstation, hier lebt seine Familie. 2005 führte er die Ostwestfalen in die 2. Bundesliga. Anschließend arbeitete der Coach erfolgreich bei Drittligist Rot-Weiß Erfurt (2005 bis 2008), erneut in Paderborn, 2010 in der alten Heimat für ZSKA Sofia sowie zuletzt in Sandhausen und Münster. “Seine Erfahrungen in der 3. Liga gaben mit den Ausschlag für Pavel Dotchev. Er hat oft bewiesen, dass er Mannschaften in schwierigen Situationen entwickeln kann, und das bei begrenzten Ressourcen dieser Vereine”, lobt Aues Sportchef Steffen Ziffert. Letzteres versteht, wer Dotchev über seine ersten Fußballschritte sprechen hört: “Das Kicker-ABC haben wir Jungs auf der Straße gelernt. Aber auch als Neunjähriger bei der legendären, 1929 gegründeten Sofioter ‘Lok’ war es eine harte Schule. Wir spielten auf Schlacke statt auf Rasen, hatten bloß billige Sportschuhe, aber alle den gleichen Traum.” Der sich für ihn in den bulgarischen Junioren- Auswahlmannschaften beizeiten erfüllte. Als der gesetzte Mann auf seiner Position verletzt ausfiel, zitierte sein Präsident ein in dem Balkanland geflügeltes Wort: “Ein kleiner Vogel ist auf deiner Schulter gelandet. Jetzt fang ihn!” Pavel fing gut; schon mit 18 hielt er den ersten Profivertrag in Händen, wurde drei Jahre später zum Kapitän des Topklubs Lokomotive berufen. 25 Einsätze bekam Dotchev ab 1987 im Nationalteam; Kapitän auch hier und Teamkollege von Stoitchkov, Penev, Letchkov, Balakov…
Lebhaft erinnert sich der heutige Auer Trainer an Trainingslager in der DDR, an Tests gegen den BFC Dynamo, Energie Cottbus, den FC Karl-Marx- Stadt. Auch Wismut Aue war ihm da schon ein Begriff, doch intensiv verfolgte Dotchev den Weg der Erzgebirger erst in den letzten 15, 20 Jahren. “Von Zvetomir Tchipev hörte ich viel Gutes über den Verein und als Paderborn-Trainer musste ich in Aue mal ein 0:5 erleiden, eine meiner heftigsten Niederlagen”, fällt ihm ein. Mit dem Start des FCE in die Saison 2015/16 war er schon recht zufrieden, schränkt jedoch nach der Torflaute und der Niederlage in Bremen ein: “Da ist noch viel Luft nach oben, wir müssen weiter an uns arbeiten. Es reizt mich, diese junge, sympathische Truppe zu entwickeln.” Bei 20 Prozent liege die Chance seiner Jungs am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt, aber sie würden alles tun, um sie wahrzunehmen, ist der 50-Jährige sicher. Vielleicht landet ja der kleine Vogel bei den Auern, dann müssen sie ihn halt fangen.
Lebhaft erinnert sich der heutige Auer Trainer an Trainingslager in der DDR, an Tests gegen den BFC Dynamo, Energie Cottbus, den FC Karl-Marx- Stadt. Auch Wismut Aue war ihm da schon ein Begriff, doch intensiv verfolgte Dotchev den Weg der Erzgebirger erst in den letzten 15, 20 Jahren. “Von Zvetomir Tchipev hörte ich viel Gutes über den Verein und als Paderborn-Trainer musste ich in Aue mal ein 0:5 erleiden, eine meiner heftigsten Niederlagen”, fällt ihm ein. Mit dem Start des FCE in die Saison 2015/16 war er schon recht zufrieden, schränkt jedoch nach der Torflaute und der Niederlage in Bremen ein: “Da ist noch viel Luft nach oben, wir müssen weiter an uns arbeiten. Es reizt mich, diese junge, sympathische Truppe zu entwickeln.” Bei 20 Prozent liege die Chance seiner Jungs am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt, aber sie würden alles tun, um sie wahrzunehmen, ist der 50-Jährige sicher. Vielleicht landet ja der kleine Vogel bei den Auern, dann müssen sie ihn halt fangen.
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