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Fortuna Düsseldorf - FC Erzgebirge Aue 'Der Schacht gibt niemals auf!'

Man lernt als Fan immer etwas dazu - oder wann hat schon mal bei einer Niederlage der gesamte Gästeblock “Oh, wie ist das schön!” gesungen? Sicherlich nur dann, wenn etwas Großartiges vorgefallen ist. Im Beispiel des FC Erzgebirge Aue der Klassenerhalt. Da die Konkurrenz vom Auer Patzer in Düsseldorf keinen Profit schlagen und selbst ihre Spiele nicht gewinnen konnten, stehen die Veilchen in der Schlusstabelle zwei Plätze über den nun mit den 60er Löwen bedachten Relegationsplatz. Dennoch kann man die Frage stellen, wie man so derartig passiv in dieses Endspiel gehen kann. Dass es an Unterhaltungswert sowie Torszenen mangeln würde, sei aufgrund der im Vorfeld gemachten Rechenspielchen mit dem Resultat einer Punkteteilung durchaus verständlich. Als dann aber der Düsseldorfer Gartner das Tor des Tages markierte, konnten die Veilchen den Schalter zum Angriffsmodus gegen die seit elf Heimspielen infolge sieglosen Rheinländer nicht wirklich umschalten. Der Druck schien einfach zu groß. Ganze zwei Torschüsse musste F95-Keeper Rensing parieren.
Fortuna selbst wollte sich vor heimischen Publikum standesgemäß verabschieden. Allerdings blieben auch die Abschlüsse der Hausherren überschaubar. Sobotkas Kopfball parierte Martin Männel souverän (11.) und bei Hoffmanns Versuch ebenfalls per Kopf bekam der Schlussmann Unterstützung von Fabian Kalig (35.). Dennoch, der unbedingte Siegeswillen war den Düsseldorfern merklich anzusehen - und so fiel noch vor dem Pausenpfiff das leider auch verdiente 1:0: Nach Pascal Köpkes verunglückte Kopfballvorlage für Gartner, setzte sich der Österreicher noch gegen Louis Samson durch und zog aus 18 Metern halbrechter Position ab. Flach unten links schlug das Leder unhaltbar für Martin Männel ein (40.). Im zweiten Durchgang war die Partie dann etwas ausgeglichener - Torraumszenen blieben allerdings weitestgehend Mangelware, wenn auch die Hausherren durch Kiesewetter und Sobottka das 2:0 auf dem Fuß (74.) hatten. Aues Schlussoffensive sah indes wie folgt aus: Steve Breitkreuz verpasste Nicky Adlers Flanke knapp (88.), Louis Samson konnte einen Kopfball nicht kontrollieren (89.), und Rensing fischte Mario Kvesics Freistoß aus dem Eck (90.+4.).
Am Ende reichte die schwächste Saisonleistung unter Domenic Tedesco dennoch aus, um mit der Party noch in der ESPRIT-Arena zu starten. Neben dem Überstreifen der “Der Schacht gibt niemals auf”-T-Shirts holte Louis Samson einen 20er-Rahmen Wernesgrüner aus den Katakomben, der aufgrund der Feierlaune nicht allzu viele Überlebenschancen hatte. Der isotonische Gerstensaft wurde teils getrunken, teils auch auf die Mitspieler und auf das Trainerteam vergossen. Der Coach, der in der Zwischenzeit zahlreiche Interviews geben musste und lautstark vom Gästeblock auf den Zaun gefordert wurde, versuchte lange, nicht von den Emotionen übermannt zu werden. Als dann aber die komplette Mannschaft auf dem Zaun stand und die gekreuzten Hämmer zum letzten Mal in dieser Saison erschallten, war es mit der Zurückhaltung vorbei. Und ehrlich gesagt, wem sei es nicht am meisten vergönnt, diesen Akt der unglaublichen Freude mit Tränen zu begießen. Also dann, bis die Tage.

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