
Das erste von noch acht ausstehenden und unsäglich langweiligen Geisterspielen ist für den FC Erzgebirge am gestrigen Samstag gegen den SV Sandhausen mit einem 3:1-Erfolg zu Ende gegangen. Einzig das Ergebnis ist befriedigt. Zum Rest ist wohl genug gesagt wurden: Spiele ohne Zuschauer braucht niemand! In gespenstischer Atmosphäre und ohne die Unterstützung der Fans feierte die Mannschaft von Dirk Schuster ganz für sich den neunten Heimsieg der Saison. Um überhaupt ein wenig ‘Glanz’ in das verwaiste Erzgebirgsstadion zu bringen, hingen am Innenzaun von Block AB einige Fahnen von FCE-Fanclubs und im Familienblock selbst gestaltete Plakate von den kleinsten Veilchenfans. Ansonsten herrschte pure Tristesse. Beide Teams reisten gemäß des DFL-Hygienekonzepts jeweils in ihren Mannschaftsbussen sowie mehreren Kleinbussen an und betraten durch räumlich getrennte Eingänge das Erzgebirgsstadion. Für dieses ganze Procedere auch an den nächsten Spieltagen hatte Sandhausens Diekmeier wohl wenig Verständnis und entschloss sich nach fünf Minuten den Platz wieder zu verlassen. Im Anschluss eines Laufduells gegen Florian Krüger rutschte der Abwehrspieler von Sandhausen dem Veilchen-Stürmer im Strafraum von hinten in die Beine, Schiedsrichter Florian Badstübner entschied auf Elfmeter und zeigte dem SVS-Kapitän auch noch die Rote Karte. Dimitrij Nazarov ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß zum frühen 1:0 für Aue. Im Trikot des FCE war es sein 14. Treffer von 15 Versuchen. Allerdings zeigten sich die dezimierten Gäste vom Rückstand unbeeindruckt und fanden anschließend besser ins Spiel. Vor allem Biada agierte auffällig, der SVS-Stürmer konnte seine Chancen (17., 25.) aber nicht nutzen. Da auch Florian Krüger mit seinem scharfen Schuss aus sieben Metern am klasse parierenden SVS-Keeper Fraisl scheiterte (30.), ging es mit der knappen Auer Führung im Rücken in die Pause.
Im zweiten Durchgang überließen die Gastgeber weiterhin dem SVS das Heft des Handelns. Die Sandhäuser kamen durch Innenverteidiger Nauber und abermals Biada zu guten Einschussmöglichkeiten. Jubeln durfte dann aber der FCE: Florian Krüger köpfte nach toller Hereingabe von John-Patrick Strauß zum 2:0 ein (64.). Nur fünf Minuten später machte der eingewechselte Malcolm Cacutalua die Entscheidung perfekt: Nach der von links getretenen Ecke von Jan Hochscheidts köpfte der zentral vor dem Tor stehende Auer Abwehrspieler unbedrängt zum 3:0 ein (69.). Biadas Treffer in der 80. Minute, den Clemens Fandrich uneigennützig auflegte, war dann nur noch Ergebniskosmetik für unterlegene Sandhäuser. Mit nun 37 Punkten springen die Veilchen zumindest vorübergehend auf Platz fünf und dürften den Klassenerhalt in der zweiten Liga sicher haben. “Ich freue mich über den positiven Auftakt und die drei Punkte. Die Leistung ist nur schwer einzuschätzen, wir mussten aber an unsere Grenze gehen”, sagte FCE-Coach Dirk Schuster nach der ungewöhnlichen Partie. “Die neuen Regeln und Vorschriften waren für alle absolutes Neuland, hinzu kam die komische Stimmung.”
Spielbericht
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