FC Erzgebirge Aue - 1. FC Nürnberg 'Niederlage auch zur Mettenschicht'
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Nun also zum Abschluss ein weiterer Dämpfer. “Es wird ein furchtbares Weihnachtsfest für uns alle, für die ganze Region, für alle, die sich hier mit Fußball beschäftigen - und das sind fast alle”, sagte Marc Hensel nach der zehnten verlorenen Partie, die von den Zahlen her zugunsten für sein Team hätte ausfallen müssen: “Wir haben gegen Nürnberg 21 Schüsse auf das Tor, aber nur einen Treffer. Sandhausen hatte beim Sieg in Düsseldorf vier Schüsse, aber auch ein Tor.” 15 Treffer in 18 Partien sprechen Bände. “Wir haben das am Freitag noch trainiert, aber dann schießen wir im Spiel wieder vorbei, den Gegner oder uns selber an, oder der Torhüter hält”, sagte der Teamchef und wirkte dabei fast schon verzweifelt: “Vielleicht ist das der Tribut, den wir mit so einer jungen Truppe zahlen müssen.”
Er bezog dabei auch die individuellen Fehler ein, die seinem Team derzeit immer wieder unterlaufen, die zu Gegentoren und damit auch zu den Niederlagen führten. So fing sich seine Mannschaft bereits nach 73 Sekunden den ersten Gegentreffer ein. Der von Erik Majetschak zu kurz abgewehrte Eckball landete bei Nürnbergs Dovedan, der aus sieben Metern abzog und ins lange Eck traf. Es war bereits das sechste Gegentor in der Anfangsviertelstunde in dieser Saison. Die Veilchen selbst hatten in besagter Phase noch keinen Treffer verzeichnet - bis gestern jedenfalls noch nicht. Denn nur sechs Minuten nach dem Rückstand trug sich Jan Hochscheidt mit seinem ersten Saisontor in jene Statistik ein. Der Blondschopf verarbeitete dabei Nicolas Kühns eigentlich als Schuss gedachte Vorlage traumhaft, verlud Mathenia im FCN-Tor und schob lässig ein (8.). Doch wie gewonnen, so zerronnen und Dovedan stellte den alten Abstand wieder her. Von Shuranov bedient, zappelte der Ball leicht abgefälscht aus kurzer Distanz zum zweiten Mal im Netz von Martin Männel (22.). Die direkte Antwort konnten die Veilchen aber dieses Mal nicht geben, auch wenn Dimitrji Nazarovs Versuch (29.) der Sache schon recht nah kam. Und während sich vorne die anhaltende Auer Abschlussschwäche wie ein roter Faden durch die Saison zieht, trifft man auch in der Defensive vermehrt die falschen Entscheidungen. So hatte Aue in der 43. Minute Glück, das zunächst Schäffler an Martin Männel scheiterte und Nürnberger einen Schuss unmittelbar danach nur an den Querbalken setzte.
Mit dem 1:2-Rückstand ging es in die Pause, aus der die Hausherren verstärkt durch Babacar Gueye zunächst sehr engagiert herauskamen. Doch während gefällige Spielzüge mit schnellen Kombinationen sich mit dem Mangel an der Präzision im Angriffsdrittel abwechselten, gab es hinten immer mal wieder einen Aussetzer zu bestaunen. Nach 58 Minuten musste eigentlich das 3:1 für die Gäste fallen, doch Schäffler traf völlig freistehend den Ball nicht. Aue blieb somit im Spiel, hatte aber selbst wenig Zielwasser in petto. Dimitrij Nazarovs Schuss aus 20 Metern (62.) ging ans linke Außennetz, bei einem Freistoß aus aussichtsreicher Position verpasste Babacar Gueye (63.) am langen Pfosten. Die größte Chance zum verdienten Ausgleich hatte der eingewechselte Nikola Trujic. In der 74. Minute wurde er am kurzen Pfosten stehend von Nicolas-Gerrit Kühn freigespielt, musste den Ball eigentlich nur über die Linie schieben. Doch er traf mit seinem Schuss sein Standbein, so dass das Leder vorbeiging.
Dem FCE lief die Zeit davon und man warf schlussendlich alles nach vorne. Demzufolge gab es hinten große Lücken, die der Club zu füllen wusste. Möller Daehlis Schuss konnte Martin Männel noch parieren (80.), knappe 60 Sekunden später war der Drops aber gelutscht. Ein verlorener Ball im Spielaufbau landet bei Shuranov, der Dovedan im Strafraum bediente. Zwölf Meter vor dem Tor blieb der Mann des Tages einmal mehr eiskalt und versenkte die Kugel sicher im rechten Eck (81.). Die Partie war somit entschieden und das Überwintern mit nur 14 Zählern auf einem direkten Abstiegsplatz manifestiert. Es gab schon mal besinnlichere Weihnachtfeiertage im Erzgebirge. Es wird der seit langer Zeit komplizierteste Kampf um den Klassenerhalt. “Wir müssen ein kleines Wunder schaffen und dafür müssen alle bereit sein”, sagte Marc Hensel. Es zählen nur noch Siege! Am besten schon im neuen Jahr bei Spitzenreiter FC St. Pauli...
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