MSV Duisburg - FC Erzgebirge Aue 'Doch La Paloma'
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Demnach saß der Frust beim Auer Chefcoach tief. Seine Mannschaft habe sich viel vorgenommen, habe aber alles vermissen lassen, was Duisburg eindrucksvoll zeigte. So boten die Zebras eine engagierte und spielfreudige Leistung, bei der jeder Spieler für den anderen lief, grätschte und mit breiter Brust kombinierte. Das erste Ausrufezeichen gab es bereits nach drei Minuten. Doch dem Tor von Bitter ging zum Glück eine Abseitsstellung voraus. Auf der Gegenseite zwang Omar Sijaric MSV-Keeper Müller zur ersten Bewährungsprobe. Die nächste folgte in der 16. Minute, als sich Startelf-Debütant Kilian Jakob auf der linken Seite durchsetzen konnte und seine flache Hereingabe in den Fünfmeterraum haarscharf von Paul-Philipp Besong verpasst wurde.
Dies sollte für lange Zeit die beste Möglichkeit im Auer Offensivspiel bleiben, denn die Zebras nahmen unweigerlich den aktiveren Part ein, was in der 23. Minute mit der Duisburger Führung untermauert wurde. Nach Bitters punktgenaue Flanke auf Girth konnte Martin Männel, der vier Minuten zuvor noch mit einem blitzartigen Reflex gegen Senger auftrumpfte, einen erneuten Kopfball zwar noch an den Pfosten lenken, von da sprang das Leder aber doch ins Tor. Die Führung gab den Duisburgern noch mehr Schwung. Sie begannen das Heft komplett in die Hand zu nehmen, spielten weiter hungrig nach vorne und agierten konzentriert in der Rückwärtsbewegung. Damit hatten die in gold-schwarz spielenden Veilchen arge Probleme. Echte Torchancen? Fehlanzeige! Kein Druck, keine Leidenschaft, keine Laufbereitschaft. Marvin Stefaniak Kopfball (38.) und ein Schuss aus der dritten Reihe (40.) hatten schon etwas von Verzweiflung. Es klappte einfach nichts.
Auch nach der Pause wirkte nur der MSV hellwach, erzwang immer wieder Ballverluste und ließ Aue einfach nicht ins Spiel finden. Hinzu kam eine unglaubliche Effektivität im Abschluss der Hausherren. So verwandelte Kölle eine lange Bakir-Flanke artistisch per Direktabnahme mit links ins lange Eck (62.) und drei Minuten später zirkelte Pusch einen 20-Meter-Hammer in den linken Winkel. Aues Widerstand war damit endgültig gebrochen und der Frust stieg. Vor allem bei Pavel Dotchev, der die ein oder andere Entscheidung des Schiedsrichtergespanns um Gansloweit gerne andersherum gesehen hätte. Quittung dafür: Seine vierte Gelbe Karte.
Auch nach dem Schlusspfiff war seine Wut über das eben Erlebte unmissverständlich: “Ich bin zurecht gesperrt, alles gut. Der Schiedsrichter hat eine Top-Leistung gebracht, alles prima!” Doch die sarkastische Antwort ist nur die halbe Wahrheit, denn “wir haben nicht umgesetzt, was wir besprochen hatten. Wir haben zu kompliziert mit Hacke, Pike gespielt.” Der eingewechselte Ivan Knezevic hatte immerhin noch den Ehrentreffer auf dem Fuß, scheiterte mit seinem wuchtigen Abschluss aber am MSV-Schlussmann (83.). Es blieb die einzige ernstzunehmende Möglichkeit für Aue im gesamten zweiten Abschnitt. Die Ansage vom sportlichen Geschäftsführer Matthias Heidrich “Es wird hier niemand ‘La Paloma’ machen!” hatte somit wenig Gehör gefunden.
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