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SV Darmstadt 98 - FC Erzgebirge Aue 'Das Zittern geht in die Verlängerung'

Wer ein Lehrbuch für angehende Schiedsrichter machen möchte, in dem Fehler klar aufgezeigt werden, der hätte am letzten Spieltag im Abstiegsduell der Veilchen gegen die Lilien ein äußerst füllendes Meisterwerk erschaffen können. Das Schiedsrichtergespann um Sören Storks hatte wahrlich keinen guten Tag und patzte gleich mehrfach. Dass es am Ende für den FC Erzgebirge Aue “nur” zur Relegation reichte, war aber auch auf der saisonal auffälligen Ideenlosigkeit vor des Gegners Tor zurückzuführen. Mit 14 Ecken und knapp 60 Prozent Ballbesitz darf so eine Partie eigentlich nicht verloren gehen, da bekannter Weise selbst ein torloses Unentschieden schlussendlich für den direkten Verbleib in der 2. Bundesliga gereicht hätte. So geht es nun gegen den Karlsruher SC in die Verlängerung, welche ob der gezeigten kämpferischen Einstellung aber Mut macht. Denn die Partie begann temporeich, mit viel Druck auf Darmstadt und einem frühen Treffer. Calogero Rizzuto schoss den Ball aus dem Rückraum auf das 98-Tor, Brégerie versuchte dann den von Mehlem abgefälschten Irrläufer zu entschärfen, kam jedoch zu spät. Der Ball war vor der Rettungstat des Franzosen klar hinter der Torlinie. Doch Referee Storks gab den regelkonformen Treffer nicht. Unbeirrt rannten die Veilchen weiter an und als hätte ein geklautes Tor nicht gereicht, folgte in der 31. Minute der nächste Mega-Bock der Schiedsrichter. Platte wehrte eine Eckball im eigenen Strafraum im Stile eines Volleyballers mit dem Unterarm ab - der Pfiff blieb jedoch aus. So ging es mit einem schmeichelhaften 0:0 aus Darmstädter Sicht in die Pause, da Pascal Köpke in der 30. Minute noch eine Chance zur Führung bekam, die Kugel aber nicht richtig traf und an SV98-Keeper Heuer Fernandes scheiterte.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Spiel. Die Veilchen blieben gegen teils fahrige und nervöse Hausherren das dominantere Team, mit mehr Ballbesitz und giftiger in den Zweikämpfen. Allerdings fehlten die klaren Torchancen und abermals ein Pfiff von Schiedsrichter Storks, als Sebastian Hertner nach Ausführung eines Eckballs klar gehalten wurde und es somit wieder keinen Strafstoß gab (62.). Fünf Minuten später zappelte der Ball endlich im Netz - doch auch diesmal zählte der Treffer nicht - zurecht. Pascal Köpke scheiterte nach einem Steilpass erst am Schlussmann und stand dann beim Zuspiel von Dimitrij Nazarov klar im Abseits, bevor er den Ball ins Tor gestochert hatte. In der Folge und aufgrund der Spielstände auf den anderen Plätzen drängte Aue auf die Führung, doch nach wie vor fehlte es an der Kaltschnäuzigkeit im Abschluss: Nicolai Rapp scheiterte mit einem Kopfball aus kurzer Distanz (85.). Und das sollte sich rächen: Den Schuss von Darmstadts Boyd konnte Torhüter Martin Männel noch parieren, den Abstauber versenkte der ehemalige Auer Tobias Kempe eiskalt (86.) in die Maschen und schickt damit das Team seines Bruders Dennis in die Relegation. Gegner dort ist der Karlsruher SC. Aue muss am Freitag (18.05.2018) zunächst im Karlsruher Wildpark antreten, das Rückspiel im Erzgebirge findet am Dienstag darauf (22.05.2018) statt. Anstoß ist jeweils um 18:15 Uhr.

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