FC Schalke 04 - FC Erzgebirge Aue 'Dritttes Spiel, drittes Unentschieden'
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Die 19.000 Schalke-Fans hatten schon vor dem Anpfiff Grund zu feiern: Auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde die VELTINS-Arena eingeweiht. Passend zu diesem Jubiläum gab es eine überlegene Heimelf, die den Ball sicher durch die eigenen Reihen bewegte und erstmals seit seinem Amtsantritt von Dimitrios Grammozis mit einer Vierer-Abwehrkette auflief. In den Monaten zuvor hatte der Knappen-Coach ansonsten immer mit einer Dreier- beziehungsweise Fünfer-Abwehrkette spielen lassen. Hatte der FCE im Vorfeld so viel Eindruck hinterlassen? Wer weiß, jedenfalls ackerte auf dem Rasen erstmal nur der Bundesliga-Absteiger. Die komplett in orange spielenden Veilchen, die im Vergleich zum 1:2 im Pokal gegen Ingolstadt drei Änderungen (Babacar Gueye, Dimitrij Nazarov und Gaëtan Bussmannn für Sam Schreck, Omar Sijaric und Ognjen Gnjatic) vornahmen, blieben wohl auch von der Kulisse beeindruckt abwartend, liefen die Gelsenkirchener erst ab der Mittellinie an und verdichteten die Räume in der eigenen Hälfte gut.
Den Königsblauen, bei denen im Vergleich zum 4:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Villingen Thiaw und Mikhailov statt Flick und Wouters spielten, mangelte es an Präzision im letzten Drittel. Der erste Schussversuch von Bülter wurde locker geblockt (6.) und Terodde sorgte mit einem ungenauen Kopfball für den nächsten Abschluss der Partie (8.). Gefährlich wurde es für die Auer erst wieder in der 21. Minute: Nach Pass von Zalazar legte Terodde direkt in die Tiefe für Bülter, der dann auf Mikhailov querlegte. Der junge Russe schoss aus aussichtsreicher Situation aber einen halben Meter am rechten oberen Toreck vorbei. Palsson sorgte nach der ersten Ecke der Partie mit einem Kopfball für die nächste Schalker Chance (25.). Die königsblaue Führung besorgte dann Drexler, der nach einem von Übersicht geprägten Pass von Terodde eingesetzt wurde: Mit rechts schob der Mittelfeldmann flach zur verdienten Führung ein (32.). Den ersten Abschluss auf das Tor von Fährmann gab es erst recht spät: Dimitrij Nazarov versuchte es aus der Distanz, der Schuss geriet aber zu zentral (45.+2). “In der ersten Halbzeit waren wir sehr mutlos, Schalke hingegen hat es sehr gut gemacht. Wir haben nicht genug angeboten. Im Anlaufen hatten wir keine optimale Struktur, waren im Umschalten schlampig”, sagte Aleksey Shpilevski, dessen Team nach der Pause weiterhin unter Dauerbeschuss stand: Ouwejan prüfte Martin Männel mit einem satten Linksschuss (48.). Die folgende Ecke wurde gefährlich: Terodde köpfte am zweiten Pfosten vorbei (49.).
Die beste Gelegenheit hier für eine Sensation zu sorgen, bot sich den Auern erstmals sich in der 57. Minute: Weil sich Aydin und Thiaw im eigenen Strafraum nicht einig waren, wer zum Ball soll, konnte Babacar Gueye ans Spielgerät - schoss aber aus kurzer Distanz weit drüber. Die Schalker ließen fortan die Auer kommen und warteten ab. Bei den Veilchen mangelte es aber (wie schon in den vergangenen Partien zusehen) an Tempo und Durchschlagskraft in der Offensive: Die Zuspiele gerieten meist zu ungenau. Schalke konnte so ohne Probleme verteidigen und die Führung verwalten. Fast aus dem Nichts hatte der eingewechselte Omar Sijaric dann im Strafraum der Knappen zu viel Platz und nutzte diesen zu einem strammen Rechtsschuss: Fährmann musste sich ordentlich strecken, um die Kugel zum Eckball abwehren zu können (76.). Aue tankte durch die Chance Selbstvertrauen und wurde dynamischer in seinen Aktionen. Die Schalker wussten die sich dadurch bietenden Räume zu nutzen: Nach einem Angriff über links wurden jedoch die Schüsse von Terodde, Blendi Idrizi und Ouwejan allesamt geblockt (82.). Das Auer Bemühen sollte aber noch belohnt werden: John-Patrick Strauß wurde rechts hinter die Abwehr geschickt und legte quer zum eingewechselten Sascha Härtel, der am zweiten Pfosten nur noch einzuschieben brauchte (86.). Es hatte 266 Minuten in der Saison bis zum ersten FCE-Treffer gedauert, dafür war er umso begehrenswerter. Für Sascha Härtel ist es das erste Profitor und das nach zuvor nur acht Einsätzen bzw. 272 Spielminuten im Trikot der Veilchen. Zudem ist er der 110. Schütze in der FCE-Zweitligahistorie. Ein Auer Eigengewächs bestraft also die Schalker, die offensiv vom Gas gegangen und mit vier Punkten vorläufiger Sechster sind.
“Wir sind sehr, sehr froh und glücklich über den gewonnenen Punkt. Nach der Pause haben wir ein bisschen umgestellt und es dann wesentlich besser gemacht. In der Summe war es ein verdientes Unentschieden”, freute sich nicht nur Aleksey Shpilevski über den Punktgewinn, sondern auch die 1.000 mitgereisten Aue-Fans, die sich die gekreuzten Hämmer zusammen mit der Mannschaft in der fast schon leeren VELTINS-Arena nicht haben nehmen lassen. Drittes Spiel, drittes Unentschieden. Der FC Erzgebirge Aue hält sich weiterhin schadlos in der Liga, konnte aber auch noch keinen Sieg einfahren.
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