FC Hansa Rostock - FC Erzgebirge Aue 'Auswärtssiegen ist schön'
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Aues Teamchef Marc Hensel begann die Partie im Vergleich zum vorangegangenen 2:0-Heimerfolg über den FC Heidenheim ohne Veränderungen und schickte die gleiche Elf ins Rennen. Die musste nach sechs Minuten den ersten Schreckmoment verdauen, nachdem der Rostocker Behrens nach einer Omladic-Ecke den Pfosten des Auers Tores getroffen hatte. Zwölf Minuten später machte es auf der Gegenseite Nicolas-Gerrit Kühn besser. Die 21 Jahre alte Leihgabe von Bayern München nahm an der Mittellinie einen Pass von Dimitrij Nazarov auf, marschierte über das halbe Feld und konnte sich auch gegen Ex-Veilchen Calogero Rizzuto behaupten. Sein Linksschuss fand noch den Innenpfosten und rutschte anschließend über die Torlinie. Der Jubel vor dem mit 800 Mann gefüllten Gästeblock gab es als Sahnehäubchen obendrauf.
Allerdings kamen die Hausherren danach besser ins Spiel, profitierten auch von den vielen Nickligkeiten und Spielunterbrechungen, die den Fokus vom zuvor sicheren Verteidigen der Auer Defensive nahm. So hatte Rostock wieder nach einer Ecke von rechts durch den ausführenden Omladic und den köpfenden Behrens eine Möglichkeit zum Ausgleich (26.), Rizzutos Versuch wurde noch geblockt (34.) und bei Meißners Kopfball war Martin Männel auf dem Posten (35.). Nur 60 Sekunden später verhalf Schiedsrichter Patrick Alt die Kogge mit einem grenzwertigen Elfmeterpfiff wieder auf Kurs zu bringen. Das Laufduell zwischen John-Patrick-Strauß und Schumacher endete im Bodenturnen, der VAR Pascal Müller hatte wohl auch nichts dagegen einzuwenden und beließ es bei der Entscheidung des Unparteiischen. Verhoek war es egal und hämmerte seinen neunte Saisontreffer zum Ausgleich unhaltbar für Keeper Martin Männel in die Maschen. Es wäre nach dem 25. März 2012, wo er einen Strafstoß gegen Borg gehalten hatte, sein zweiter gehaltener Elfmeter gegen Rostock gewesen. So aber stand es 1:1 und die Hanseaten legten gleich nach. Schumacher, von Rhein in Szene gesetzt, netzte in der 39. Minute mit einem Lupfer über Martin Männel hinweg zur Führung der Hausherren ein - allerdings startete Rostocks Linksaußen im Abseits, das Tor zählte nach Videobeweis aus Auer Sicht zum Glück nicht.
Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild: Rostock mehr bemüht um das zweite Tor und Aue spielte weiter abwartend, schaltete aber situativ schnell um. So auch in der 52. Minute, als Dimitrij Nazarov das rechte Außennetz traf. Während Hansa durch Verhoek (56.). und Schumacher (62.) zu weiteren Abschlüssen kam, wurde bei den Veilchen Routinier Jan Hochscheidt eingewechselt (60.). Dieser belebte die Auer Offensive umgehend. Nach Rizzuto-Fehlpass landete der Ball beim Jan Hochscheidt, der in die Schnittstelle der Rostocker Abwehr sensationell Antonio Jonjic bediente. Aus Topvollstrecker ließ sich nicht zwei Mal bitten und schob im Schatten von Rizutto, der nebenbei auch das Abseits aufhob, aus rechter Position in die linke Ecke ein (66.). Nur zwei Minuten später hätte Joker Jan Hochscheidt beinahe das 3:1 nachgelegt, schoss jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei
Was dann vor allem in der fünfminütigen Nachspielzeit folgte, kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Zwei Konter und ein leeres Hansa-Tor reichten nicht, um endgültig den Deckel draufzumachen. So agierte erst der eingewechselte Nikola Trujic und im Anschluss Sam Schreck äußerst zögerlich, auf das verwaiste Tor zu schießen, suchten lieber den Mitspieler Jan Hochscheidt oder Sascha Härtel, was beide Male erfolglos blieb. “Da hätten wir den Sack zumachen müssen”, sagte Aues sportlicher Leiter Pavel Dotchev an alter Wirkungsstätte. Zum Glück vergab der Ex-Auer Ridge Munsy auf der Gegenseite noch die große Chance zum Ausgleich (86.). Damit war das perfekte Geburtstagsgeschenk für FCE-Boss Helge Leonhardt und Ex-Chef Uwe Leonhardt, jetzt im Auer Aufsichtsrat, unter Dach und Fach. In der kommenden Woche gehts weiter mit einem Heimspiel gegen den neuen Spitzenreiter Darmstadt. Aufgrund des Lockdowns leider ohne Zuschauer.
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