FC Erzgebirge Aue - Holstein Kiel 'Mini-Comeback reicht nicht'
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Vor 4.788 Zuschauern im verschneiten Erzgebirgsstadion war der Wille bei den Veilchen schon zu spüren, doch spielerisch blieb vieles überschaubar - Sturm und Drang mit mäßigem Erfolg. So brachte weder Dimitrij Nazarov (9., 17.) das Leder im Tor der Gäste unter, noch Prince Osei Owusu, der die Nerven im Eins-zu-Eins-Duell gegen KSV-Keeper Dähne verlor und scheiterte (19.). Die Krönung des Ganzen folgte im direkten Gegenzug: Routinier Bartels spritzte erfolgreich in einen Schuss von Reese, der frischgebackene 35-Jährige! bestätigt somit auch seine kürzlich beschlossene Vertragsverlängerung. 0:1 aus Auer Sicht, zum 15. Mal in dieser Saison. Gewonnen haben die Veilchen daraufhin noch nie.
Auch sollte der nächste Nackenschlag nicht lange auf sich warten. Ausgerechnet Abwehrchef Sören Gonther spitzelte bei seiner Startelf-Rückkehr den Ball unbedrängt am verdutzten Kapitän und Keeper Martin Männel vorbei zum nächsten Kieler Treffer ins eigene Netz. Damit führte Aue nach Schüssen aufs Tor mit 2:1, lag aber dennoch mit zwei Buden zurück. Konnte es noch schlimmer kommen? Es konnte! Soufiane Messeguem (42.) trat Neumann von hinten mit den Stollen voran in die Wade. Schiedsrichter Florian Heft zeigte die Rote Karte - bereits der zweite Platzverweis in dieser Saison für den Auer Youngster.
Die Partie schien damit schon zur Pause gelaufen, doch der eingewechselte Nikola Trujic (79.) brachte die Hoffnung zurück ins Erzgebirge. Und tatsächlich: Der ebenfalls gerade ins Spiel gebrachte Jan Hochscheidt stellte mit seiner ersten Aktion auf 2:2 (84.). Das Erzgebirgsstadion wurde zum Tollhaus und in der 90. Minute wieder ganz still - Joker Wriedt drückte das Leder zum 3:2 für die Störche über die Linie. In Unterzahl einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt und am Ende doch verloren. Das Mini-Comeback reichte nicht und hätte auch nur die Sicht auf das zuvor Dargebotene vernebelt. Die Fehler-Quoten im Spiel-Aufbau und in der -fortsetzung sind wie die Anfälligkeiten der Abwehr (immer noch) zu hoch. Oder anders gesagt: Die zweitschlechteste Offensive gepaart mit der mittlerweile schwächsten Defensive der Liga harmoniert nicht wirklich zum Klassenverbleib. Für die Optimisten ist rechnerisch noch alles möglich. Demzufolge bleibt uns auch die merkwürdige Stimmung zwischen Ohnmacht und Verzweiflung, Empörung und Resignation weiterhin erhalten.
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