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75 Jahre Kumpelverein

Farbe bekennen mal anders. Ein Haus komplett in lila, gespickt mit großflächigen Wandbildern und Schriftzügen des Kumpelvereins.
Farbe bekennen mal anders. Ein Haus komplett in lila, gespickt mit großflächigen Wandbildern und Schriftzügen des Kumpelvereins.
Das war sie also, die Woche der zwei Jubiläen, einfach so, ohne viel Tamtam. Liebend gerne hätte der FC Erzgebirge Aue seinen 75. Vereinsgeburtstag und das 500. Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga am Sonnabend gegen Hannover 96 gemeinsam mit den Fans in einem ausverkauften Stadion gefeiert. Doch dies war dem Traditionsverein aufgrund Corona nicht vergönnt. “Wir werden die große Feier nachholen, sobald die Beschränkungen aufgehoben sind. Das verspreche ich allen Anhängern und Sponsoren”, sagt FCE-Präsident Helge Leonhardt. Zumindest sind einige Fans dem Aufruf gefolgt und haben mit lila-weißen Fahnen, Schals und andere Fanutensilien ihre Liebe zur Macht aus dem Schacht Ausdruck verliehen und ihre Fenster, Vorgärten, Balkone, ganze Häuser und andere geeignete Flächen in den Vereinsfarben geschmückt. Zum Geburtstag selbst hat die aktive Fanszene zu Mitternacht auf der Westtribüne des Erzgebirgsstadion eine aus Bengalos bestehende ‘75’ leuchten lassen und mit einem gebührenden Feuerwerk das Jubiläum eingeleitet. Am Abend gab es dann auf der Auer Bahnhofsbrücke das nächste Highlight. Gut 120 Aktive aus den verschiedenen FCE-Fanclubs zündeten Raketen und brannten Bengalos ab, dasselbe Schauspiel gab es auf dem Heidelsberg unterhalb der Parkwarte. Aber alles eben unter erschwerten Bedingungen.
In fünf Jahren zum 80. Ehrentag werden die Feierlichkeiten hoffentlich unter normalen Umständen wieder durchgeführt werden können und vielleicht gibt es bis dahin einen Beweis für das genaue Gründungsdatum. Denn historische Belege für die vom sowjetischen Stadtkommandanten erteilte Erlaubnis zur Gründung eines Fußballvereins in Aue am 4. März 1946 sind bekanntlich noch nicht gesichtet worden. “Somit bleiben die Ereignisse an jenem Rosenmontag eine Anekdote mit viel Charme, welche auch gut zu unserem Kumpelverein passt”, heißt es in der Chronik auf der FCE-Homepage. Auf das bisher Geleistete kann der Verein aber trotzdem stolz sein. In den 1950er-Jahren feierte die BSG Wismut Aue ihre größten Erfolge. 1956, 1957 und 1959 wurde die Mannschaft DDR-Meister, 1955 FDGB-Pokalsieger. Manfred Kaiser, Heinz Satrapa und Willy Tröger, der im Zweiten Weltkrieg eine Hand verloren hatte, gehörten zu den bekanntesten Auer Spielern der Vergangenheit. 1993 wurde der Verein in FC Erzgebirge Aue umbenannt. “Den Namen hatten wir bewusst so gewählt, um die gesamte Region mit einzubeziehen und wieder für den Fußball zu begeistern”, sagte FCE-Präsident Helge Leonhardt, dessen Bruder - damals selbst der Clubmonarch - zehn Jahre nach der Umbenennung mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga “die erste Rakete gezündet hatte.” Seitdem gehört der Traditionsverein mit zwei kurzen Unterbrechungen zum Inventar im deutschen Fußball-Unterhaus und hat inzwischen 500 Zweitliga-Spiele bestritten. In der laufenden Saison liegt die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster nach 24 Spieltagen mit 33 Punkten erneut auf sicherem Kurs Klassenverbleib - also dann, auf den nächsten Meilenstein.

Fotos von 75 Jahre Kumpelverein

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