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TSV 1860 München - FC Erzgebirge Aue 'Wer kehrt den Scherbenhaufen zusammen?'

Erstmals wurde in Gold gespielt, die sechste Saisonpleite konnte damit nicht verhindert werden.
Erstmals wurde in Gold gespielt, die sechste Saisonpleite konnte damit nicht verhindert werden.
Mittlerweile taumelt der FC Erzgebirge auf den Spuren der Würzburger Kickers durch die 3. Liga und hat mit der gestrigen Niederlage die durchaus schlimmste Krise in der Geschichte des Vereins verschärft. Seit neun Spieltagen warten die Veilchen auf einen Sieg, konnten auch bei den Löwen nichts Zählbares mitnehmen und kassierten die vierte Pleite in Folge. 1:3 hieß es am Ende aus Auer Sicht. Zu viel bzw. zu wenig für die mitgereisten Fans, die ihrem Unmut mit Gesängen und Plakaten Luft machten. "Wir sind Auer und ihr nicht!", schallte es nach Abpfiff durch das zuvor ausverkaufte Grünwalder Stadion. Während man die 90 Minuten bedacht schweigsam das Geschehen auf dem Rasen beiwohnte und man der Aufforderung der aktiven Fanszene folgte, dass der Support bis auf Weiteres eingestellt ist, wurden die Forderungen mit Ende des Spiels lautstark in den nächtlichen Himmel geschrien: "Schluss, Aus, Vorstand raus! Neuanfang! Neuwahlen! Sportliche Kompetenz!"

Bereits unter der Woche forderten erst die Fanclubs, dann auch die Sponsoren mit einem offenen Brief einen personellen Neuanfang in den führenden Gremien: "Einzelentscheidungen, ohne ausreichend Fachkenntnis, personelle Fehlgriffe, die oft nur durch kostspielige Vertragsauflösungen korrigiert werden konnten, der fehlende Aufbau von professionellen Strukturen, keine funktionierenden Kontrollmechanismen und letztendlich die fehlende Transparenz gegenüber den Mitgliedern und Sponsoren - alles Dinge die mitunter seit Jahren eingefordert wurden, auch immer wieder Kritikpunkt in Mitgliederversammlungen waren, leider ohne Reaktion der handelnden Personen im Vorstand und Aufsichtsrat."

Für Helge Leonhardt aber durchaus kein Anlass, sich zu verstecken. Aues Vereinsboss saß wie in alten Tagen mit auf der Trainerbank. Gebracht hat es, wie so oft, Nichts. Zwar war das Bemühen gegenüber der 0:1-Pleite im Derby gegen den FSV Zwickau deutlich verbessert, dennoch fehlte es der erstmals in goldenen Trikots spielenden Mannschaft aber nach wie vor an der letzten Überzeugung. Während man im Angriff die Kugel und damit die Verantwortung fast wie beim Handball von links nach rechts und wieder zurückschob und auf diese Weise nicht den zwingenden Abschluss suchte, ging das Konzept der Münchner Löwen schon eher auf. Tempogegenstöße, lange Bälle in die Spitze, schnelles Nachrücken und dreimal Jubeln. Allen voran Lakenmacher, der quasi im Alleingang das Spiel entschied und mit seinen drei Toren (10./ 77. / 84.) das Schlusslicht der 3. Liga zerlegte. Marco Schikoras Kopfballtreffer in der Nachspielzeit zum 1:3 war zwar schön anzusehen, doch unter die Kategorie Ergebniskosmetik zu verbuchen.

Wenigstens stellte sich die weiterhin sieglose Elf dem aufgebrachten Gästepulk, ließ die ganze Verbitterung über sich ergehen, ehe dann beide Seiten bedröppelt auseinandergingen. Für das Gros der Fans liegt die Ursache des freien Falls bekanntlich eh an anderer Stelle. Ja, es gab schon mal bessere Zeiten für den FC Erzgebirge. Die (neuen) Besen, die den erheblichen Scherbenhaufen zusammenkehren müssen, werden jedenfalls nicht kleiner und die Zeit dafür umso rarer.

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