FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli 'Vom Lieblingsgegner vorgeführt'
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Was sich aber ändern muss, ist die zu lasche Einstellung, wenn der Anpfiff ertönt. Denn wie mehrfach zuletzt gesehen, war der Taktikplan von Dirk Schuster nach den ersten Zeigerumdrehungen des Spiels ein Fall für die Tonne. Heute dauerte es nur 59 Sekunden!!! Nach einem Freistoß von Zalazar aus halbrechter Position konnte Zander am langen Pfosten komplett unbedrängt zum 0:1 aus Auer Sicht einköpfen. Louis Samson sah da nicht allzu gut aus. Auch danach hatte man eher das Gefühl, dass die Mannen in Lila-Weiß mit ihren Gedanken woanders sind, agierten zu lethargisch, überließen dem Gast, der bis zur Pause fast 70 Prozent Ballbesitz hatte, wehrlos das Objekt der Begierde. So tat sich Aue äußerst schwer im Spielaufbau und blieb mit Ausnahme eines Abschlusses von John-Patrick Strauß (41.) offensiv sehr harmlos.
Nach dem Seitenwechsel wurde der Unterschied zwischen beiden Mannschaften noch deutlicher. Braun-Weiß agierte einfach gefälliger und erhöhte nur vier Minuten nach Wiederanpfiff durch Zalazar auf 2:0. Burgstaller behauptete im Strafraumgewühl den Ball, legte dann mit Übersicht zurück auf seinen Mitspieler, der aus knapp 16 Metern traf und so nebenbei dem FCE das 700. Gegentor in der 2. Liga einschenkte. Erzgebirge Aue war nun vollends von der Rolle und die Gäste legten in Form eine Blaupause des ersten Treffers sofort nach. Paqarada trat einen Freistoß aus dem linken Halbfeld, der Ball rauschte durch den Strafraum, ehe am langen Pfosten wieder Zander zur Stelle war - diesmal pennte der eingewechselte Jan Hochscheidt (56.). Kurios: Bis dato hatte Paulis Verteidiger in 62 Spielen für die Kiezkicker nicht ein einziges Mal getroffen, nun tat er dies gleich doppelt.
Und hätte Martin Männel in seinem 300. Zweitligaspiel die Versuche von Marmoush (58.), Burgstaller (68.) und Kyereh (69.) nicht souverän pariert, so wäre diese Partie wohl in einem größeren Debakel geendet. Das Ding war durch, obwohl das Schuster-Team unverhofft in der 73. minute auf 1:3 verkürzen konnte. Der ebenfalls eingewechselte Tom Baumgart hatte den Ball in den Strafraum gelupft, Pascal Testroet das Leder mit der Brust angenommen und dann sicher seinen zwölften Saisontreffer verwandelt. Doch das berühmte Aufbäumen in der Schlussphase blieb aus. Und so verblasst die Sache mit dem Lieblingsgegner so langsam. Mittlerweile hat Aue die letzten drei Partien gegen St. Pauli nicht gewinnen können (0S-1U-2N). “Wir hatten heute einen Gegner zu Gast, der eine brutale Qualität in der Offensive hat und sehr flexibel ist. Wir haben zu viele Fehler angeboten und in den Umschaltsituationen den Ball zu leicht hergeschenkt”, so Martin Männel zu seinem verlorenem Jubiläumsspiel. Nun heißt es für ihn und seinen Kameraden erst einmal Pausieren, da das Duell beim KSC Corona-bedingt abgesagt werden musste. Der nächste Einsatz wartet auf die Auer in der englischen Woche am Dienstag, den 20. April gegen den 1. FC Nürnberg. Bis dahin gibt es aber so einiges Aufzuarbeiten.
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