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FC St. Pauli - FC Erzgebirge Aue 'Zweimalige Führung reicht nicht zum Sieg'

Der Mannschaftsbus stand schon bereit, um die drei Punkte einzusacken - leider wurde es nur einer. (Quelle: FC Erzgebirge Aue)
Der Mannschaftsbus stand schon bereit, um die drei Punkte einzusacken - leider wurde es nur einer. (Quelle: FC Erzgebirge Aue)
Hamburger liegen Aue einfach nicht. Wurde schon gegen den HSV eine Führung verspielt, so waren es heute gleich zwei Momente, in denen die Veilchen zwischenzeitlich vorne lagen. Doch weder das 1:0 noch das 2:1 brachten die Lila-Weißen über die Ziellinie. Am Ende steht eine 2:2-Punkteteilung, die sich aus Auer Sicht wie eine Niederlage anfühlt. Geht man nach den Zahlen des Spiels, dann ist dieses Unentschieden aber mehr als nur gerecht. Denn nur 28 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von lediglich 58 Prozent sind für diesen Punktgewinn schon recht dürftig. Trotz alledem konnte der Tabellensiebzehnte beim Herbstmeister als erstes Team überhaupt etwas Zählbares mitnehmen. Nach zuvor acht siegreichen Heimspielen der Kiezkicker, gibt es nun einen Makel in der bisherigen sauberen Pauli-Heimbilanz. Dabei schoss der mit 32,43 km/h schnellster Spieler der Partie, Ben Zolinski, die Veilchen quasi aus dem Nichts in Führung (17.). Medic glich zwar in der 30. Minute für die Kiezkicker aus, doch der eingewechselte Nikola Trujic (72.) stellte den alten Abstand wieder her. Dieser hielt bis zur 90.+3, als Joker Amenyido sein Solo vollenden durfte.
Unterstützt von 1.742 Zuschauern begannen die Hausherren eines Tabellenführers würdig, konnten aber die PS nicht in Tore ummünzen. Auch, weil Teamchef Marc Hensel dieses Mal auf ein 3-3-2-2-System vertraute. Vor allem die Abwehr war mit Dirk Carlson und den wiedergenessenen Sören Gonther sowie Malcolm Cacutalua stark besetzt. Davor postierte sich in der Schaltzentrale des Mittelfelds nach abgesessener Rotsperre Clemens Fandrich. Von den drei Auer Winter-Neuzugängen fand sich nur Prince Osei Owusu in der Startelf wieder, der gleichwohl mit dem ersten gefährlichen Angriff seinen ersten Scorerpunkt einheimste. Über die rechte Seite flankend fand der Neuzugang in der Mitte Ben Zolinski, der aus sechs Metern nur noch den Fuß hinhalten musste und zum Jubeln abdrehen durfte (17.). Nach 32 torlosen Zweitliga-Spielen traf der 29-Jährige erstmals wieder seit November 2020. Mit der Führung im Rücken spielten die Veilchen befreiter auf, zogen sich aber nach wie vor zurück und überließen weiterhin dem Gastgeber das Spiel. Auch wurde das Zeitspielen von Keeper Martin Männel jetzt ausgiebig betrieben, inklusive Pfiffe von der zurückliegenden Anhängerschar. Herrlich, so eine Führung. Gab es diese ja nicht allzu oft in der Saison - erst vier Mal.
Lange hielt dieses vermisste Gefühl aber nicht an. Durch einen vermeidbaren Standard schafften die Kiezkicker den Ausgleich: Smith trat einen Freistoß von der rechten Strafraumecke an den langen Pfosten, wo sich Medic gegen Malcom Cacutalua durchsetzte und per Aufsetzer ins Tor köpfte (30.). Danach fand St. Pauli zur anfänglichen Dominanz zurück, aber Martin Männel verhinderte die Chancen von Irvine (45.+4) und Burgstaller (45.+6). Bereits da gab es paar Extraminuten obendrauf. Zum einen durch die Verletzung von Malcolm Cacutalua, der beim Gegentor mit dem Kopf an die Tor-Befestigung geknallt war und zum anderen zeigte Linienrichter Guido Kleve drei Minuten später Probleme am rechten Bein an, die Betreuer von der Pauli-Bank mit einem Tape lösten.
An der personellen Situation sowie der aufgezeigten Spielrichtung änderte auch der Seitenwechsel nichts. Aue hielt den Gegner weiterhin geschickt vom eigenen Strafraum fern und versuchte vorne die Nadelstiche zu setzen. Fast wäre Prince Osei Owusu der perfekte Einstand gelungen, doch völlig freistehend schob er den Ball am Tor vorbei (58.). Es dauerte ein wenig, bis die zweite nennenswerte Möglichkeit in Halbzeit zwei notiert werden konnte. Doch diese wurde eiskalt genutzt: Ben Zolinski flankte von der linken Seite an den zweiten Pfosten, wo Jan Hochscheidt den Ball erst an die Latte lenkte. Doch der acht Minuten zuvor eingewechselte Nikola Trujic stand goldrichtig und staubte den Abpraller mit dem Kopf ab (72.). Für den Serben war es der Premierentreffer in der 2. Bundesliga, der nach 17 Minuten aber sofort wieder vom Platz musste, da der frisch gebackene Torschütze - übrigens der 116. in der Auer Zweitliga-Vereinshistorie - etwas übermotiviert stark Gelb-Rot gefährdet war. Seine erste Verwarnung aus der 76. Minute sollte aber die einzige Karte aus dem Spiel heraus bleiben, obwohl es mitunter hart zur Sache ging.
Erzgebirge Aue kämpfte bis in die Schlussphase leidenschaftlich und wollte den Sieg klarmachen. Es sollte anders kommen. Zunächst verlor der für Prince Osei Owusu eingewechselte Babacar Gueye durch Wegrutschen den Ball im Mittelfeld. Der ebenfalls eingewechselte Amenyido nahm sich der Sache an, ging im Alleingang durch die Auer Abwehr und traf dann auch noch mit einem Schlenzer ins lange Eck (90.+3). Unfassbar! Fast wäre Lila-Weiß noch einmal zurückgekommen, doch die dritte Führung des Tages durch Jann Georges Treffer nach einem Freistoß von Jan Hochscheidt wurde wegen Abseits nicht gegeben (90.+5). So blieb es bei der Punkteteilung, die zumindest die anhaltende Niederlagenserie von vier Partien beendet hat. “Uns fehlen am Ende zwei Punkte, aber es ist noch lange nichts verloren. Wenn wir jede Woche so agieren, haben wir eine sehr gute Chance, die Klasse zu halten”, so Marc Hensel.

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