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SV Sandhausen - FC Erzgebirge Aue 'Einfach nur noch traurig'

Gut 150 mitgereiste Gästefans brachten zumindest akustisch etwas Auer Heimspielatmosphäre rüber. Die Belohnung dafür blieb aber aus.
Gut 150 mitgereiste Gästefans brachten zumindest akustisch etwas Auer Heimspielatmosphäre rüber. Die Belohnung dafür blieb aber aus.
Eigentlich hat man nach der zwölften Saisonniederlage keinen Bock mehr, paar Zeilen zu schreiben. Doch dann würde ich mich auf die gleiche Stufe stellen und Arbeitsverweigerung betreiben. Also dann. ‘Einer wie Keiner’ stand auf den schwarzen Trikots beim Warmmachen. In Gedenken an die verstorbene Trainerlegende Gerd Schädlich sollte heute mit viel Leidenschaft, Kampf und unbedingtem Willen der Bock umgestoßen werden. “Die Verbindung von Fußball und Region ist im Erzgebirge ganz besonders stark, ich hoffe nur, man vergisst nie, was die 2. Liga hier für eine Riesensache ist”, sagte einst Gerd Schädlich. Ein Großteil der Fans vergisst das sicherlich nicht! Allerdings würde ich nach diesem weiteren Offenbarungseid meine Hand nicht für andere mitwirkende Akteure ins Feuer legen wollen. Zu viel ist an der derzeitigen Lage hausgemacht, zu viel Porzellan wurde zerbrochen und zu viel wurde im 16. Zweitligajahr aufs Spiel gesetzt. Satt dem (mehrfach) erhofften Achtungszeichen rückt der Abstiegsgedanke immer näher. Mit 0:2 unterlagen die Veilchen im Kellerduell beim SV Sandhausen. Fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz sowie dem rettenden Ufer sind jetzt nicht uneinholbar, dennoch hält das Dargebotene nicht viel bereit für etwaige Zuversicht. In den vergangenen sieben Partien gab es nur einen Zähler - zu wenig im Kampf um den Klassenerhalt.
Dabei startete die erste Halbzeit mit viel Schwung und einer guten Möglichkeit für die komplett in orange spielenden Veilchen: Prince Osei Owusus Kopfball vereitelte Drewes im Tor der Hausherren aber mit einer ebenso guten Parade (1.). Ob der Konter in der zehnten Minute Erfolg bringend zu Ende gespielt worden wäre, bleibt unbeantwortet, da Sandhausens Ajdini diesen rüde unterbrechen konnte, als er Ben Zolinski von hinten in die Beine fuhr - Gelbe Karte für den Übeltäter. Ein von insgesamt neun Kartons, die Schiedsrichter Micheal Bacher an diesem Nachmittag verteilen sollte. Spielerisch ging es danach aber bergab, weder Aue noch Sandhausen brachten jeweils die gegnerischen Abwehrreihen in Bedrängnis.
Erst kurz vor Ende der ersten Hälfte wurde es mal noch einmal hektischer, als Sandhausen mehrere Eckbälle zugesprochen bekam. Eine endete davon im minutenlangen Betrachten von Videobildern, denn Zhirovs Kopfball wurde von Anthony Barylla wohl regelwidrig geblockt. So entschied Schiedsrichter Michael Bacher nach Einschalten des Kölner Kellers, wo übrigens für Aue zum dritten Mal nacheinander Johann Pfeifer den VAR mimt, dann auf Handspiel und Elfmeter für den SVS. Der ehemalige Auer Cebio Soukou ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen und schoss nun seine Schwarz-Weißen mit seinem dritten Saisontor in Front (44.), dem zweiten gegen Aue, nachdem der 29-Jährige schon im Hinspiel getroffen hatte.
Mit dem in dieser Saison zehnten Pausenrückstand für den FCE ging es in die Kabine, aus der die Veilchen zwar formverbessert kamen, aber wie gehabt, ihnen einfach die Ideen fehlten, um das Runde auch ins Eckige zu wuchten. So bekamen weder Dirk Carlson noch Prince Osei Owusu den Ball nach einer Kopfballablage des eingewechselten Nikola Trujic kontrolliert aufs Tor (56.). Die Bemühungen dazu waren gewiss im Ansatz vorhanden. Leider aber auch die Fehler, mit denen sich die punktemäßig zweitschwächste Auswärtsmannschaft das Leben selbst immer wieder schwer machte und sich um Chancen brachte. Waren die Ballbesitzverhältnisse zur Pause ausgeglichen, lagen sie mittlerweile bei 55 Prozent auf Seiten der Veilchen, die damit aber nichts anfangen konnten.
Der SVS tat ebenfalls nur das Nötigste, baute aber dennoch seine Führung aus. Kinsombi setzte zum Dribbling an und überwand neben drei Auer Abwehrspielern zu guter Letzt auch Martin Männel im zweiten Versuch (69.). Das Ding war durch und die verunsicherten Mannen um Marc Hensel konnten sich glücklich schätzen, nicht noch ein drittes Gegentor kassiert zu haben: Erst traf Zenga nur den linken Pfosten, dann klärte Gaëtan Bussmann den Nachschuss von Deville zur Ecke (80.). Schluss, Aus, vorbei! Damit das Sechs-Punkte-Spiel verkackt und Sandhausen als letzte Mannschaft unter allen 56 Teams im deutschen Profifußball den ersten Heimsieg beschert. Letztmals zu Hause gewonnen hatten die Kurpfälzer am 16. Mai 2021 beim 2:0 gegen Regensburg - und nun gegen Aue. Einfach nur noch ‘ne traurige Geschichte.

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