Chemnitzer FC - FC Erzgebirge Aue 'Pokalgeschichte wird weitergeschrieben'
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Die Personalprobleme konnte Jens Härtel mit der richtigen Einstellung seiner Jungs entscheidend überdecken. “Meine Mannschaft ist überragend gestartet und hatte viele Ballkontrolle”, sagte der 55-jährige Fussballlehrer, der den am Knie angeschlagenen Mirnes Pepic, Erik Majetschak und Pascal Fallmann für Ali Loune, Anthony Barylla und Maxim Burghardt ins Rennen schickte und den deutlich besseren Start erwischte. Nach den Fehlversuchen von Erik Majetschak (9.) und Maximilian Schmid (20.) zappelte die Kugel nur fünf Minuten später aber im Netz von Adamczyk. Vorausgegangen war eine starke Ballbehauptung von Borys Tashchy an der Strafraumgrenze gegen gleich zwei Chemnitzer. Im Fallen legte der Ukrainer passgenau für Maximilian Schmid auf und der Winterneuzugang ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, um den Führungstreffer ins lange Eck zu streicheln.

Einen passenderen Moment für seinen ersten Saisontreffer im lila-weißen Dress konnte es nicht geben und dem mit 14.812 ausverkauften Stadion an der Gellertstrasse wurde schlagartig der Saft abgedreht. Ganz anders der übervolle Gästeblock, der vorerst ohne die aktive Fanszene aufgrund polizeilicher Maßnahmen abseits der Partie auskommen musste. Demzufolge verpasste ein Großteil derer auch den zweiten Treffer des Tages. Dieses Mal sollte ein Standard zum Erfolg führen. Getreten von Linus Rosenlöcher landete die Hereingabe exakt auf den Nischel von Erik Majetschak, der das Spielgerät platziert neben den rechten Pfosten in die Maschen setze und zum Jubeln abdrehte.

Aue hatte hier gegen die zweitbeste Abwehr der Regionalliga alles im Griff, ließ aber im Anschluss die Zügel etwas zu locker. Der erste Torschuss der Hausherren in der 38. Minute stellte zwar niemanden auf die Probe, doch nach dem Seitenwechsel waren die Situationen wie die Pyroshow aus dem Chemnitzblock schon brenzliger. Das Duda-Team arbeitete sich immer besser in die Partie, profitierte auch mehrmals von einfachen Ballverlusten im Auer Mittelfeld. Wäre in den sehr kampfbetonten Angangsminuten der zweiten Hälfte der Anschluss gefallen, dann wäre das Spiel sicherlich in eine ganz andere Richtung gegangen. Da war viel Frust auf dem Kessel.

Aue tat gut daran, einen kühlen Kopf zu bewahren und die schroffe Gangart nicht zu erwidern. “Es war dann nicht mehr so schön”, beschrieb Jens Härtel die zerfahrenen Minuten, in denen er aber unfreiwillige Unterstützung vom Chemnitzer Anhang bekam. Denn die Spielunterbrechung in der 70. Minute aufgrund plötzlichem Nebelaufkommens kam jedenfalls genau richtig, brachte die Hausherren aus dem Tritt. So ebbte der himmelblaue Sturmlauf wie der blaue Nebel schnell wieder ab und die Veilchen waren wieder in ihrer Routine. Leider verpassten Borys Tashchy (83.) und der eingewechselte Ali Loune (84.) den Deckel mit dem dritten Tor draufzumachen, wodurch sich am Einzug ins Halbfinale aber nichts mehr änderte. Schiedsrichter Jens Klemm hatte genug gesehen, pfiff die Partie mit vierminütiger Zugabe ab. So ging der Kumpelverein verdient als strahlender Sieger vom Platz und die Pokalgeschichte wird weitergeschrieben. Glück Auf.

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