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SC Verl - FC Erzgebirge Aue 'Ein Tag zum Vergessen'

In der 3. Liga konnte Aue noch nie gegen Verl irgendeinen Punkt ergattern - gestern kassierte man sogar die höchste Niederlage gegen den SC.
In der 3. Liga konnte Aue noch nie gegen Verl irgendeinen Punkt ergattern - gestern kassierte man sogar die höchste Niederlage gegen den SC.
Wenn man denkt, man hat mit dem Kumpelverein schon alles erlebt, wird man gerade in der aktuellen Saison immer wieder eines Besseren belehrt. Vier Gegentore in der ersten Halbzeit, in der Aue selbst keinen einzigen Torschuss abgab, haben Seltenheitswert, wenn nicht sogar ein Alleinstellungsmerkmal. Im zweiten Durchgang trafen die Veilchen zwar dann doppelt, davon allerdings einmal ins Eigene, sodass man in dieser Spielzeit zehn Buden vom SC Verl eingeschenkt bekam. Im Hinspiel sorgte eventuell die Bekanntgabe der Trennung von Pavel Dotchev für etwas Unruhe. Was die Jungs aber gestern geritten hat, wissen sie bestimmt persönlich nicht.
 
Wohl einer der bescheidensten Gästeblöcke im Liga-Alltag.
Wohl einer der bescheidensten Gästeblöcke im Liga-Alltag.

Jedenfalls waren die rund 400 Schlachtenbummler unter den 2.484 Zuschauern in der Sportclub Arena nicht zu beneiden. Mit einem 2:1-Heimsieg gegen Dortmunds Reserve im Gepäck und bei besten Fußballwetter liebäugelte der ein oder andere doch auf weitere Zähler zum Klassenerhalt, der rechnerisch noch nicht in Sack und Tüten ist. Doch der Fußballgott hatte wohl was anderes vor, gab dem SC Verl in dessen vorletztem Heimspiel ordentlich Unterstützung bzw. taten die Veilchen auch einfach zu wenig, um diese Demütigung zu verhindern. Selbstvertrauen, Spielfreude, aggressiv in den Zweikämpfen, Mut zum Offensivfußball, solides Defensivverhalten - gestern alles Fremdwörter, zumindest auf Seiten der Gäste.
 
Elf Freunde müsst ihr sein.
Elf Freunde müsst ihr sein.

So auch beim ersten Gegentreffer in der 15. Spielminute, als die Auer Abwehrkette zu träge in die Rückwärtsbewegung ging und Steczyk plötzlich auf links durch war und den am langen Pfosten lauernten Lokotsch bediente, der aus spitzem Winkel zur Verler Führung einnetzte (15.). Ab da nahm das Unheil oder wie es Jens Härtel beschrieb der Systemabsturz seinen Lauf: Taz flach unten links ins Toreck (30.), Steczyk in den linken Winkel (38.) und dann nochmal Taz über den linken Innenpfosten zum 4:0 (40.). Die Partie war damit durch, einen Hallo-Wach-Effekt gab es bei irgendeinem Gegentreffer nie. Kapitän Martin Männel und sein Stellvertreter Marvin Stefaniak, der für den gelbgesperrten Jonah Fabisch in der Startelf stand, konnten ihre Mannschaftskameraden zu keiner Zeit ermutigen.
 
Neben den gezeigten Genesungswünschen gab es auch eine Stadiondurchsage - Feine Geste.
Neben den gezeigten Genesungswünschen gab es auch eine Stadiondurchsage - Feine Geste.

Demzufolge wechselte Jens Härtel gleich dreimal zur Pause und hoffte mit Tim Hoffmann, Sean Seitz und Pascal Fallmann für Omar Sijaric, Borys Tashchy sowie Ali Loune etwas mehr Gegenwehr auf dem Grün zu bekommen, um die bevorstehende 50. Auswärtsniederlage in der Drittligahistorie der Veilchen nicht noch weiter zu verschlimmern. Doch an den Kräfteverhältnissen änderte das aber nichts. Vielmehr war es Taz, der für Verl am 5:0 und persönlich am Dreierpack kratzte (50. / 60. / 64.). In der 70. Minute gelang den Veilchen dann doch noch ein Erfolgserlebnis durch Marvin Stefaniak, der die Kugel aus halbrechter Position ins Eck hämmerte. Doch dem Ehrentreffer folgte postwendend das fünfte Gegentor, welches Anthony Barylla nach einem Schuss von Kijewski in jenes von Martin Männel lenkte.
 
Auch wenn es dafür einen besseren Rahmen hätte geben können: Herzlichen Glückwunsch zum Drittliga-Debüt, Paul Seidel.
Auch wenn es dafür einen besseren Rahmen hätte geben können: Herzlichen Glückwunsch zum Drittliga-Debüt, Paul Seidel.

Den Schlusspunkt an einem rabenschwarzen Nachmittag gab es vier Minuten vor dem Schlussakkord. Nach Foulspiel im Strafraum von Mikic an Pascal Fallmann zeigte Schiedsrichter Yannick Rupert auf den Punkt. Sean Seitz nahm sich der Sache an, scheiterte aber am Verler Keeper Schulze, der die Ecke erahnte und mit der rechten Hand den Elfmeter parierte. Ein Drittligaduell zum Vergessen. “Es war nichts zu sehen, von dem, was wir noch zuhause gegen Dortmund gemacht haben”, sagte Jens Härtel nach der mittlerweile fünften! Auswärtspleite in Folge: “Man kann ein Spiel verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise.” Positiv bleibt vielleicht nur der Hoffnungsschimmer: Schlechter kann es nicht mehr laufen. Im kommenden Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 könnte man dann wieder eines Besseren belehrt werden. Ja, das ist Aue, immer wieder Aue.

Spielbericht

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