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FC Erzgebirge Aue - SC Paderborn 07 'Pleite besiegelt das Aus von Aleksey Shpilevski'

Die sinkenden Zuschauerzahlen haben nicht nur was mit der 3G-Regel zu tun, spielerisch blieb abermals so Einiges auf der Strecke.
Die sinkenden Zuschauerzahlen haben nicht nur was mit der 3G-Regel zu tun, spielerisch blieb abermals so Einiges auf der Strecke.
Schon wieder ist der SC Paderborn für einen Trainerentlassung beim FC Erzgebirge Aue verantwortlich. War es vergangene Saison eine 3:8-Pleite, die Dirk Schusters letzten Arbeitstag besiegelte, so ist es heute eine 1:4-Heimniederlage gegen den SCP, die die Freistellung von Aleksey Shpilevski bedeuten sollte. Nach der vierten Pleite in Folge durfte der 33-Jährige schon nicht mehr an der Pressekonferenz nach dem Spiel teilnehmen. Dafür gab FCE-Präsident Helge Leonhardt stattdessen die Trennung bekannt, die wenig später auch der Verein offiziell bestätigte. Von den insgesamt acht Pflichtspielen konnte Aleksey Shpilevski keines gewinnen, hat in der 2. Bundesliga nur drei Punkte geholt. Das heutige 1:4 war dann das Ende seiner seit Juni anhaltenden Trainerlaufbahn bei den Lila-Weißen. "Ich habe selbst an das Projekt geglaubt, aber so ist es nicht umsetzbar. Dann ist es das Beste, dass man diese Entscheidung trifft und diese Entscheidung auch schnell trifft, da wir beide das Gefühl hatten, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nichts bringt. Wir sind zur Meinung gekommen, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht - oder die Mannschaft ihn nicht. Im Profifußball ist es so", betonte Helge Leonhardt, der zeitgleich ein neues Projekt starten möchte, um wieder auf Kurs zu kommen.
Dabei war das Vereinsoberhaupt vor dem Anpfiff noch mehr als zuversichtlich, sprach von alten Auer Tugenden und machte auf Optimismus, dass seine noch sieglosen Veilchen den Bock umstoßen werden. "Wir wussten, dass wir eine geile Mannschaft haben und Zeit brauchen. Wir werden uns auch nicht von Störfeuern abbringen lassen", schwadronierte er ins Sky-Mikrofon und gab dem jungen Trainer Aleksey Shpilevski vor Anpfiff noch reichlich Rückendeckung: "Es gibt kein Ultimatum!" Auch Aues Kapitän Martin Männel war noch guter Dinge: "Es gilt, den Schalter umzulegen und Wiedergutmachung zu betreiben." Die anschließend 90-minütige Offenbarung bewies das Gegenteil. Anlass genug um zu Handeln und den Fehler einzugestehen.
Bei seiner quasi letzten Traineramtshandlung änderte Aleksey Shpilevski die Startformation auf zwei Positionen. Im Vergleich zur 0:1-Heimniederlage vergangener Woche gegen Fortuna Düsseldorf brachte er erstmals Neuzugang Nikola Trujic, der zuletzt noch nicht spielberechtigt war, hinter den Spitzen Babacar Gueye und Antonio Mance. Die Hausherren begannen vor nur 5.150 Zuschauer im Erzgebirgsstadion durchaus engagiert und mit viel Druck. Doch die Paderborner waren effektiver. Der von Gäste-Coach Lukas Kwasniok in die Anfangself rotierte Stiepermann zog aus 17 Metern ab und erzielte mit der ersten Möglichkeit per platzierten Schuss ins untere rechte Eck die Führung auf der falschen Seite (4.). Die Veilchen antworteten erst zwölf Minuten später mit einem Pfostenschuss durch Ben Zolinski, den abprallenden Ball knallte Antonio Mance aus Nahdistanz übers verwaiste Tor. Besser machte es erneut Paderborn: Michel hämmerte den Ball von der Strafraumgrenze unter die Latte zum 2:0 (26.). Während Lila-Weiß anschließend bis zur Pause aber nur noch zwei halbwegs nennenswerte Chancen durch Babacar Gueye (33./42.) verbuchen sollte, brachten spielstarke Paderborner die mitunter äußerst naiv verteidigenden Veilchen immer wieder in arge Bedrängnis. Das dritte Gegentor sollte demnach nicht lange auf sich warten. Keeper Martin Männel konnte Schusters Schuss zwar aus kurzer Distanz parieren, doch Platte verwandelte im Nachsetzen (38.).
Nach der Pause und einem Dreifachwechsel bei Erzgebirge Aue sorgte Stiepermann für die Vorentscheidung (48.). Erneut war die Auer Abwehrarbeit hanebüchen. So tanzte Stiepermann mit einer einzigen Körpertäuschung die Auer Verteidiger Sören Gonther und Gaëtan Bussmann aus, um eiskalt zum 0:4 einzuschieben. Babacar Gueyes anschließender Kopfballtreffer (51.) war zwar sehenswert, konnte aber nicht wirklich als Weckruf herhalten, da kurze Zeit später die Veilchen nach der Knieverletzung von Philipp Riese und dem bereits ausgeschöpften Wechselkontingent nur noch zu zehnt weiterspielen mussten. Es blieb beim nie gefährdeten 4:1-Sieg für den SCP, der dank der besseren Tordifferenz neuer Tabellenführer der 2. Bundesliga ist.
Aue erlebte den nächsten Tiefschlag und belegt mit drei Punkten nach wie vor Platz 18. Der Rückstand zu Holstein Kiel auf dem ersten Nichtabstiegsplatz beträgt zwei Zähler. Und waren die Pfiffe zur Halbzeit noch deutlich zu hören, so verstummten auch diese mit dem Abpfiff. Fast schon apathisch nahm man den Auftritt, wie auch das vermeintliche 5:1 der Gäste in Minute 77, hin. Infolgedessen wurde die Reißleine gezogen und der bis 2024 laufende Vertrag von Aleksey Shpilevski auf Eis gelegt. Nun folgt die Suche nach Trainer Nummer Neun unter FCE-Präsident Helge Leonhardt, der sich die Misere auch klar selbst ankreiden lassen muss - von der Mannschaft ganz zu schweigen.

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