SV Darmstadt 98 - FC Erzgebirge Aue 'Drei irre Minuten entscheiden das Spiel'
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Die 0:6-Klatsche gestern Abend am Darmstädter Böllenfalltor war dann der bisherige Negativpunkt. Innerhalb von nur drei Minuten kassierten die Mannen um Chefcoach Pavel Dotchev drei Tore, konnten am Ende froh sein, dass es nur ein Dutzend wurde. Werbung für einzelne Spieler, die sich noch um einen Vertrag bemühen, hat man damit nicht betrieben. Vielmehr wurde klar aufgezeigt, dass die Veilchen mit diesem Kader, der mit Pascal Testroet und Florian Krüger reichlich Klasse verloren hatte und qualitativ dann einfach nicht gut genug besetzt wurde, nicht in die 2. Bundesliga gehören. Zeit zum Korrigieren gab es nach der kurzen Ära von Aleksey Shpilevski genügend, nur ändern sollte sich nichts: seit dem 18. Spieltag belegten die Veilchen ununterbrochen einen direkten Abstiegsplatz. Die Quittung dafür ist nach 2008 und 2015 der dritte Abstieg aus Liga zwei.
In einer einseitigen Partie dominierte die Lieberknecht-Elf vor 13.850 Zuschauern von Beginn an und schaffte - wie oben schon angesprochen - mit drei Toren innerhalb von 158 Sekunden eine frühe Vorentscheidung. Zunächst traf Pfeiffer, dessen Schuss vom Innenpfosten ins Tor prallte (16.). Dann schlenzte Skarke den Ball in die lange Ecke (18.), ehe Manu das Leder wuchtig quer unter die Latte hämmerte (19.). Auch im weiteren Verlauf war Darmstadt näher am vierten Tor - Holland (28.) vergab halblinks die beste Möglichkeit in dieser Phase - als Aue am ersten Treffer. Die Auflösungserscheinungen bei den Lila-Weißen waren unübersehbar. Hinzukamen grausige Abspielfehler. So folgte in der 39. Minute die nächste kalte Dusche. Anthony Barylla bediente unfreiwillig Manu, der halblinks durchbrach und im Sechzehner noch einmal quer auf Skarke legte. Der Torschütze zum 2:0 brauchte nur noch den Fuß hinhalten, baute somit die hochverdiente Führung aus.
In der zweiten Hälfte begnügte sich Darmstadt mit Ergebnisverwaltung. Aue wollte den Ehrentreffer, doch gefährlich wurde es nie. Am dichtesten dran war Ben Zolinski, der nach Vorarbeit des eingewechselten Jan Hochscheidt - sein 300. Jubiläumsspiel in der 2. Liga - aus acht Metern knapp rechts vorbeiköpfte (64.). Die Lilien zeigten dann, wie es besser geht. Nach einem Bilderbuchkonter bediente Pfeiffer den eingewechselten Honsak, der zum 5:0 traf. Den Schlusspunkt setzte dann der Ex-Auer Kempe in der 90. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 18 Metern ins Torwarteck. Während Darmstadt nach dem Abpfiff den Sprung auf einen Aufstiegsplatz feierte, besiegelte die Niederlage den Abstieg der ziemlich zertrampelten Veilchen. Es war zudem die sechste Pleite im sechsten Gastauftritt in Hessen bei mittlerweile 1:15 Toren.
Zwei Spiele stehen für den Kumpelverein noch auf dem Programm, am kommenden Sonntag zu Hause gegen Aufstiegsaspirant Werder Bremen und zum Saison-Halali die in der Relegation spielenden Dresdner, die mit 31 Zählern womöglich in der 2. Bundesliga bleiben. Eigentlich Wahnsinn.
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