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Rot-Weiß Essen - FC Erzgebirge Aue 'Nächster Anlauf auf drei Punkte gescheitert'

Die letzte Aktion im Spiel: Auch Philipp Klewin war mit vorne, aber der Ball landete knapp neben dem Tor. (Quelle: Menne)
Die letzte Aktion im Spiel: Auch Philipp Klewin war mit vorne, aber der Ball landete knapp neben dem Tor. (Quelle: Menne)
"Aufwachen!" steht als Überschrift vom Spielbericht auf der offiziellen Homepage des FC Erzgebirge Aue. Die Frage ist nur, an wen diese Aufforderung gerichtet ist. An die Spieler, an den Trainer, an die Vereinsgremien und Führungskräften oder sogar an die Fans? Auf jeden Fall ist nach der siebten sieglosen Drittligapartie mächtig Dampf auf dem Kessel. Mit nur drei Zählern hat Aue die Rote Laterne schon frühzeitig gesichert. Die kommenden Tage im Erzgebirge dürften so richtig ungemütlich werden, ja, wenn man nicht endlich aufwacht. Und diese phlegmatische Veranlagung ist nicht neu, schwappt sie schon eine ganze Weile durchs Gebirge. Im gesamten Spieljahr 2022 stehen Saison- und Wettbewerbsübergreifend nur drei Siege und sechs Punkteteilungen auf der Habenseite. Stolze 15 Niederlagen kassierten die Veilchen bereits in diesem Zeitraum. Die sportliche Situation hat sich trotz neuem Trainerteam und zig Neuverpflichtungen kaum verändert.

Auch beim ebenfalls noch zuvor sieglosen Aufsteiger aus Essen fielen die Gegentore viel zu einfach und in der Offensive tat man sich - bis auf den Ausgleichstreffer von Sam Schreck (55.) - richtig schwer. Die einzige Veränderung zu jedem Spiel ist momentan nur die Startaufstellung. So schickte Timo Rost im Vergleich zum 0:1 gegen Dresden Dimitrij Nazarov, Marco Schikora, Ulrich Taffertshofer und Borys Tashchy für Nico Gorzel, Lenn Jastremski, Linus Rosenlöcher und Marvin Stefaniak im 4-1-4-1-System aufs Grün. Letztgenannter wird dem FCE dabei eine längere Zeit nicht zur Verfügung stehen, der Mittelfeld-Allrounder zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Auf Seiten der Essener stand Clemens Fandrich im Mittelpunkt, der zuvor sechs Jahre lang das Trikot der Auer getragen hatte und kürzlich daraufhin hingewiesen hatte, "dass verschiedene Dinge vorgefallen sind, wegen denen er nicht mehr für Aue auflaufen wollte." Noch so eine Ungereimtheit in der Außendarstellung.

Spielerisch ging es im Kellerduell vor 16.070 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße eher gediegen zur Sache. Hinten sicher stehen und vorne Einen reinbugsieren, hieß das Credo. War es Maximilian Thiel, der in der neunten Minute per Distanzschuss den durchaus verunsicherten RWE-Keeper Golz zu einer Glanzparade zwang, sollte diese Taktik nach 22 Minuten für die Lila-Weißen jedoch hinfällig sein. Nach einem Foul von Marco Schikora gab es Freistoß von halbrechts, die Flanke segelte an den langen Pfosten zum völlig freistehenden Engelmann, der den Ball mit dem Kopf nach innen brachte, wo Bastians hochstieg und aus kurzer Distanz zum 1:0 einnickte. Aues Reaktion blieb verhalten, vielmehr drehten die Hausherren auf, die kurz vor der Pause das 2:0 auf dem Fuß hatten. Doch Philipp Klewin verhinderte mit einer starken Parade den Einschlag von Engelmann. Mit dem Rückstand ging es in die Pause.

Die Veilchen mussten im zweiten Durchgang kommen, und sie kamen. Aue startete nun etwas zielstrebiger und versuchte Druck zu machen. Das deutlich bessere Auftreten wurde nach zehn Minuten belohnt. Nach einem Einwurf legte Borys Tashchy uneigennützig für Sam Schreck auf, der den Ball trocken und flach zum 1:1 Ausgleich ins Netz schob (54.). Doch Essen fand leider die richtige Antwort. Engelmanns Hereingabe klärte Korbinian Burger direkt vor die Füße von Rios Alonso, der keine Mühe hatte, zum 2:1 abzustauben (64.). Zwei Minuten später gab es wieder das Duell Engelmann gegen Philipp Klewin, auch dieses Mal blieb Aues Schlussmann Sieger und behielt seine Farben im Spiel. Timo Rost versuchte es dann mit voller Offensive, brachte mit Paul-Philipp Besong, Elias Huth und Lenn Jastremski drei weitere Stürmer, aber die Chance zum erneuten Ausgleich hat Maximilian Thiel. Doch bereits zum dritten Mal in dieser Saison stand für ihn das Aluminium im Weg. Sein Knaller rauschte dieses Mal an die Unterkante der Latte und von dort zurück ins Feld (84.). Passiert ist danach nichts mehr und die nächste Pleite war perfekt. Oder frei nach Philipp Klewin: "Keine Punkte, ne beschissene Heimfahrt und 'nen dicken Hals!"

Spielbericht

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