VeilchenPower.de

FC Erzgebirge Aue - Jahn Regensburg 'Ein komischer Abend'

Auch Niederlagen hauen einen nicht um. Selbst wenn es die zweite Pleite in Folge war.
Auch Niederlagen hauen einen nicht um. Selbst wenn es die zweite Pleite in Folge war.
Beide Teams waren mit einer Niederlage im Rücken auf Wiedergutmachung aus. Letztlich konnte nur der Gast aus Regensburg diese auch umsetzen und führte den Veilchen gleichzeitig nach drei Heimsiegen die erste Pleite im Erzgebirgsstadion zu. Mit 0:1 verlor der FCE wie auch bereits gegen Dresden (1:2) denkbar knapp die Partie, die in der 75. Minute nach einer Ecke mit dem Kopfballtor von Ziegele entschieden wurde. Erst sechs Spiele ohne Niederlage, nun gleich zwei nacheinander - dennoch weiterhin auf Rang 3. Wo Erzgebirge Aue nach der englischen Woche steht, wird man sehen. Zwischen Platz zwei und neun ist rechnerisch aufgrund der noch ausstehenden Begegnungen alles möglich.

Jedenfalls wird es mit dem nächsten Dämpfer auch nicht leichter, weitere Punkte einzufahren. Dabei geht es nicht mal um Kampf, Wille oder wie das Fan-Credo “bis zum Tode alles geben”. Vielmehr fehlten gestern einfach die Ideen, die Leichtigkeit oder für die Fußballromantiker meinetwegen auch das von Pavel Dotchev viel zitierte Matchglück. Auch ist den Veilchen die Art und Weise, wie man den Gegner beackern soll, damit er am Ende weichgeklopft am Boden liegt, abgegangen. Vom anfangs schnellen Umkehrspiel mit den jungen Wilden Omar Sijaric und Sean Seitz auf den Außen ist man mittlerweile beim zurückhaltenden und versuchsweise strukturierten Angriffsspiel angekommen. Bisher jedoch alles viel zu statisch und das macht Aue (nun) berechenbar. Regensburg, auf fremden Plätzen sowieso keine Laufkundschaft, brauchte knapp 20 Minuten, um den bis dato dominant aufgetretenen Veilchen den Zahn zu ziehen. Dafür genügte Joe Enochs eine Systemumstellung. Fortan rannte die Jahnelf hoch an, provozierte durch das aggressive Pressing Fehler im Auer Spielaufbau. Die Folgen: Patzer, Missverständnisse und technische Fehler, die innerhalb weniger Minuten in eine SSV-Dreifachchance enden sollten - Ganaus in der 25. und 27. sowie Geipel in der 30. Minute.

Aue tat sich und machte es sich auch selbst das Leben schwer, hätte nichtsdestotrotz mit einem Erfolgserlebnis in die Pause gehen können. Einen langen Ball von Niko Vukancic hinter die Abwehrkette der Regensburger köpfte Maximilian Thiel, der für den erkrankten Marcel Bär im Sturm auflief, eigentlich perfekt aufs Tor. Doch so sensationell der Kopfball, so beispiellos auch die Parade von Jahn-Keeper Gebhardt (45.), der den Rückstand seiner Farben verhinderte. Kurz nach Wiederanpfiff tat dies für Aue das chemische Element des Periodensystems mit der Ordnungszahl 13. Ganaus dribbelte sich entlang des Sechzehners und schloss wuchtig ab - Pfosten (48.). Es sollte für lange Zeit der einzige Abschluss im zweiten Durchgang sein, da sich beide Teams im Mittelfeld gegenseitig aufrieben. Viele Nickligkeiten, Unterbrechungen und eben auch Unkonzentriertheiten inklusive Hacke, Spitze, eins, zwei, drei ließen kaum einen Spielfluss zu.

Pavel Dotchev reagierte auf das zähe Ballgeschiebe, schickte in der 67. Minute Steffen Meuer, Linus Rosenlöcher und Omar Sijaric für Maximilian Thiel, Borys Tashchy und Sean Seitz auf den Platz. Allerdings fand Aue gegen die mit gerade einmal sechs Gegentoren beste Defensive der Liga nach wie vor keine geeigneten Mittel. “Es war ein komischer Abend. Wir waren dominant, aber nach vorn hat es gefehlt”, fasste Tim Danhof die Begegnung zusammen, die eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. Doch Regensburg erzielte nach einer ganzen Serie von Eckbällen die Führung. Kothers Hereingabe von der linken Seite landete zentral vor dem Fünfmeterraum bei Ziegele, der sich entscheidend durchsetzen konnte und einköpfte. Zwanzig Minuten blieben dem FCE noch, die drohende Heimpleite zu verhindern. Das Fleisch war willig, aber der Geist schien schwach. Erst tief in der Nachspielzeit fasste sich der eingewechselte Nachwuchsspieler Luc Elsner ein Herz, zog aus 18 Metern einfach mal ab. Für den Premierentreffer beim Debüt des 19-Jährigen hatte aber Gebhardt was dagegen, lenkte das Geschoss um den Pfosten (90.+3). So blieb es vor 10.533 Zuschauern bei einer 0:1-Niederlage. Bereits am kommenden Mittwoch kann Aue dann die Reaktion auf die Reaktion zeigen. Anstoß bei Aufsteiger Preußen Münster ist 19:00 Uhr.

Spielbericht
Fotos vom Spiel

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Um einen Kommentar hinterlassen zu können, erhalten Sie nach dem Kommentieren eine E-Mail mit Aktivierungslink an ihre angegebene Adresse.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA