Viktoria Köln - FC Erzgebirge Aue 'Gefühlte Niederlage'
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Eben besagten Lohn für den Aufwand hätte man sich bereits in der 1. Halbzeit geben müssen. Aues Chefcoach Pavel Dotchev verzichtete nach dem siegreichen Heimspiel gegen die Saarbrücker verständlicherweise aufs Rotieren, gab der gleichen Startelf auf der kürzlich vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgezeichneten besten Spielfläche der vergangenen Drittliga-Saison das Vertrauen, welches auch sofort zurückgezahlt wurde. Gegen den Tabellennachbarn brauchten die Veilchen keine lange Eingewöhnungszeit, starteten vom Anpfiff weg gefährlich in die Partie und hatten schon in der fünften Minute die Chance zur frühen Führung. Allerdings vergab Marcel Bär auf Zuspiel von Marvin Stefaniak fast schon kläglich, ballerte die Kugel aus fünf Metern ebenso weit über das Kölner Tor. Eine Viertelstunde später kam Borys Tashchy dem 1:0 zumindest etwas näher, als sein Geschoss an die Querlatte rauschte. Dennoch zieht sich das Manko der Chancenverwertung durch wie ein roter Faden. Erst zwei Treffer gelang dem FC Erzgebirge überhaupt in Durchgang eins, steht daher nicht umsonst auf dem 20. Tabellenplatz im besagten Halbzeit-Ranking. Köln, im gleichen Zeitraum mit sechs Treffern schon erfolgreich gewesen, wartete heute aber auch sehr lange auf den ersten Torschuss. Bogicevic (37.) und Lorch (45.+1) sorgten so ganz spät für ein Lebenszeichen der Viktoria-Offensive, scheiterten aber an Martin Männel bzw. der eigenen Schusstechnik. Demzufolge ging es torlos in die Kabinen, aus denen die Veilchen sichtlich neben sich stehend wieder herauskamen.
Während Aue mit den Gedanken noch ganz woanders war, traf Köln nach nur 33 Sekunden. Vorausgegangen war viel Pingpong im Auer Strafraum, der Ball flog hin und her und landete letzten Endes über Henning und dem Allerwertesten von Marvin Stefaniak vor den Füßen von Marseiler. Der Kölner schaltete von allen Spielern am schnellsten und traf mit einem wuchtigen Schuss ins linke untere Eck. Die Viktoria agierte nun deutlich schneller und zielstrebiger als noch in der ersten Halbzeit. Aue, immer noch nicht bei der Sache, hatte dann viel Dusel, dass Bogicevic nur zwei Minuten später die Kugel aus sechs Metern freistehend am Tor vorbeilegte (48.). Erneut getroffen hat dann Simon Handle. Das Schiedsrichtergespann um Mario Hildenbrand entschied beim Treffer des ehemaligen Auers aber zu Recht auf Abseits (57.). Ein Wachrüttler war das Ganze allerdings nicht. Der FCE blieb weiterhin viel zu statisch, ließ den Ball und Gegner nicht wirklich laufen.
Erst mit der Hereinnahme von Linus Rosenlöcher für Kilian Jakob und Steffen Meuer für Sean Seitz in der 69. Minute änderte sich das prompt und die Veilchen übernahmen wieder die Spielkontrolle sowie innerhalb von fünf Minuten die Führung. Erst traf Marvin Stefaniak in der 70. Minute zum Ausgleich - vorausgegangen war eine Danhof-Flanke quer durch den Kölner Strafraum, der nach Lorchs Luftloch zu Marvin Stefaniak durchrutsche und dieser aus fünf Metern einschieben konnte - und dann ließ der Vorlagengeber Kölns Mai im Strafraum mit einer Körpertäuschung stehen und erzielte mit einem platzierten Schuss traumhaft vom rechten Strafraumeck ins lange Eck seinen ersten Saisontreffer (75.). Spiel gedreht, aber leider nicht das Ende eines verrückten Fußballnachmittags.
Lange sah es danach aus, als ob der Kumpelverein die drei Zähler mit ins Gebirge nehmen würde. Doch ein weiter Schlag von Lorch über die aufgerückte Auer Abwehr reichte aus, um diesen Lichtblick ins Nirvana zu schicken. Den besagten langen Ball konnte nämlich Marseiler in der dritten Minute der Nachspielzeit ungehindert per Kopf direkt in den Lauf des kurz zuvor eingewechselten Beckers verlängern, der frei vor Martin Männel die Nerven behielt und zum Ausgleich ins untere linke Eck einschob (90.+3). Pavel Dotchevs Wechsel kurz zuvor entpuppte sich als äußerst unglücklich, für manch einer war das nun deportierte Defensivkonzept sogar spielentscheidend. So endete die Partie nicht mit dem zweiten Auswärtssieg für Lila-Weiß, sondern mit einem ergebnismäßig enttäuschenden 2:2-Unentschieden. Bitter und unnötig zugleich.
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