FC Erzgebirge Aue - Holstein Kiel 'Pulver schnell verschossen'
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Der Trainer nahm nach dem jüngsten 0:2 in Bochum drei Änderungen an seiner Startelf vor: Für Malcolm Cacutalua, dem rotgesperrten Calogero Rizzuto und wegen eines grenzwertigen Befundes isolierten Jan Hochscheidt spielten Louis Samson, Florian Krüger und Tom Baumgart. Beide zuletzt Genannten waren gleich bei der ersten erfolgreichen Situation involviert. Tom Baumgart spielte auf dem rechten Flügel einen Doppelpass mit Pascal Testroet und flankte dann in die Mitte, dort war Florian Krüger zur Stelle und lenkte den Ball per Hacke ins lange Eck. Der U-21-Nationalspieler vergab kurz darauf die Chance auf den zweiten Treffer - scheiterte erst im Eins-zu-Eins an KSV-Keeper Gelios und dann am Pfosten (4.). Als dann Pascal Testroet es ebenfalls in aussichtsreicher Position verpasste, die dünne Auer Führung auszubauen (7.), gab es auf der Gegenseite die kalte Dusche. Dehm setzte sich gegen Sören Gonther links durch, flankte scharf ins Zentrum, wo Steve Breitkreuz den heranstürmenden Serra nicht zwingend genug am Torschuss hintern konnte - 1:1. Im Anschluss bekam John-Patrick Strauß im Kopfballduell Neumanns Ellbogen ins Gesicht, nach Intervention des VAR in Köln gab es statt des gelben den roten Karton für Kiels Abwehrspieler. All das spielte sich in der ersten 15 Minuten ab - Wahnsinn.
Leider sahen die 500 zugelassenen Zuschauer im Erzgebirgsstadion trotz Überzahl ihrer Farben danach kaum noch gefährliche Offensivaktionen. Kiel machte die Räume eng und störte geschickt das Aufbauspiel der Veilchen. “Wir haben den Fehler gemacht, dass wir das Tempo über das Passspiel nicht hochgehalten haben. Wir hatten zwar ein paar Möglichkeiten, aber das Zwingende war nicht dabei. In dieser Beziehung haben wir Nachholbedarf”, konstatierte Dirk Schuster, der bis auf paar Distanzschüsse von Clemens Fandrich (57.) und Philipp Riese (60.) in die zweite Etage des Stadions sowie der Versuch von Malcolm Cacutalua knapp am Torwinkel vorbei (65.) nicht viel Aufbauendes von seinen Jungs sah. Der 52-Jährige hätte sich gewünscht, dass seine Schützlinge das Spiel mehr in die Breite ziehen, um in Überzahlsituationen über die Außenbahnen für Gefahr zu sorgen: “Das ist uns erst in den letzten 25 Minuten gelungen. Trotzdem wussten wir um die brutale Konterstärke der Kieler. Diese Situationen wollten wir vermeiden und haben deshalb nicht bedingungslos und mit vollem Risiko alles nach vorn geworfen.” So hätte Kiel in der 71. Minute das Spiel fast für sich entscheiden können, als Mühling im Auer Strafraum abzog und die Kugel knapp am linken Giebel vorbeiflog. Das wäre nach der turbulenten Vorbereitung sowie den skurrilen Anfangsminuten aber dann die “Krönung” gewesen.
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