|
FC Ingolstadt 04: Michael Lutz, Ralf Keidel, David Pisot, Steven Ruprecht, Tobias Fink, Moise Bambara, Markus Karl, Stefan Leitl, Andreas Buchner, Moritz Hartmann, Steffen Wohlfarth; Trainer: Michael Wiesinger
Eingewechselt: 34. Malte Metzelder für Markus Karl, 73. Ersin Demir für Moritz Hartmann, 80. Alexander Buch für Moise Bambara
Kader: Marco Sejna, Robert Fleßers, Stefan Müller, Robert Braber
FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Nico Klotz, Skerdilaid Curri, Jan Hochscheidt - Sebastian Glasner, Najeh Braham; Trainer: Rico Schmitt
Eingewechselt: 70. Alban Ramaj für Pierre Le Beau, 81. Eric Agyemang für Sebastian Glasner, 87. Sven Müller für Nico Klotz
Kader: Stephan Flauder, Sven Schaffrath, Thomas Birk, Marco Stark
Tore: 1:0 Andreas Buchner (Linksschuss, 7. / Moritz Hartmann); 2:0 Moritz Hartmann (Rechtsschuss, 59.); 3:0 Moritz Hartmann (Rechtsschuss, 73. / Malte Metzelder); 4:0 Stefan Leitl (Rechtsschuss, 77. / Andreas Buchner); 4:1 Eric Agyemang (Linksschuss, 82. / Thomas Paulus); 5:1 Stefan Leitl (Rechtsschuss, 90.)
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)
Zuschauer: 3502
Gelbe Karte: Ralf Keidel, Stefan Leitl (2.), David Pisot, Malte Metzelder / Nico Klotz
|
|
Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: Gut 1.500 lila-weiße Schlachtenbummler machten sich Samstagfrüh auf den Weg nach Ingolstadt, ohne zu wissen, ob das Spiel überhaupt stattfinden wird. Die um 10:00 Uhr einberufene Platzbegehung gab glücklicherweise grünes Licht. Ein Dank geht daher an rund 50 Helfer, die das Spielfeld und die Zuschauertraversen noch vom Schnee befreit hatten. Doch auch ohne der weißen Pracht war es reichlich kalt. Minus 12 Grad zeigte das Thermometer, sodass der Platz tief gefroren war. Eine Rasenheizung besitzen die Audi-Städter zwar, diese wurde jedoch aus Kostengründen gar nicht erst eingeschalten.
Jedenfalls wurde gespielt und mit Multinoppen setzten beide Mannschaften bei diesen widrigen Bedingungen auf das wohl richtige Schuhwerk. Auch für die Tormänner war der harte Boden kein Zuckerschlecken. Doch während FC04-Keeper Lutz sich mit einer gepolsterten Torwarthose, Knie- und Ellbogenschonern ausstatten ließ, versuchte es sein Gegenpart Martin Männel in kurzen Hosen. Da fröstelte man schon beim zuschauen. Aber auch Kapitän Tomasz Kos, René Klingbeil sowie Jan Hochscheidt bevorzugten das Sommertrikot mit kurzen Ärmeln. Motiviert bis in die Haarspitzen, möchte man meinen, denn Aufgrund der Spielabsagen und dem Unentschieden der Offenbacher Kickers im Spiel am Freitagabend gegen Erfurt (0:0) hätte der FC Erzgebirge das Jahr bei einem Sieg mit dem Platz an der Tabellenspitze abschließen können. "In Anbetracht der Leistungen der vergangenen Wochen und des sehr starken Auftritts gegen Offenbach, als wir das Spiel gedreht haben, ist das jetzt genau der richtige Gegner", sagte Schmitt vor der Reise zum Tabellendritten.
Motiviert bis in die Haarspitze waren aber auch die Ingolstädter. "Ich denke, die 0:1-Niederlage im Hinspiel in Aue ist allen noch gut in allen Köpfen. In der ersten Halbzeit hatten wir die regelrecht vorgeführt und hätten dort fünf, sechs Tore schießen müssen. Aber dann verlierst du am Ende so unglücklich", sagte Ingolstadts Kapitän Leitl vor dem Spiel und hatte somit gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen noch eine Rechnung offen. Dies zeigten die Bajuwaren von Beginn weg an der größeren Zielstrebigkeit und das über weite Strecken sogar auf spielerische Weise.
Bereits nach sechs Minuten zappelte der Ball im Netz der Auer. Nach einem Steilpass entwischte Hartmann seinen Gegenspieler Pierre le Beau und ging alleine auf Martin Männel zu. Hartmann schoss die Pille zwar nicht sehr scharf, dafür platziert und gegen den Lauf des Keepers, der die Kugel nur noch mit den Fingerspitzen abtropfen lassen konnte. Der herbeieilende Buchner reagierte am schnellsten und staubte zur 1:0-Führung zugunsten der Schanzer ab. Das hatten sich die Mannen von Rico Schmitt sicherlich anders vorgestellt. Doch schon früh sah man, wie das ein oder andere Mal die wacklige Abwehrkette regelrecht überlaufen wurde. So auch in der 13. Minute, als Buchner den startenden Fink in zentraler Position anspielte, doch zum Glück seinen Meister in Keeper Martin Männel fand, der mit einem satten Hechtsprung den schussbereiten Fink die Kugel quasi vom Fuß spitzelte.
Sensationell und irgendwie ein Wachsignal seines Teams. Denn nur drei Minuten später vergab Nico Klotz nach einem Zuspiel von Sebastian Glasner die erste bessere Gelegenheit der Veilchen, als er aus spitzem Winkel FC04-Keeper Lutz prüfte. Fast in derselben Situation befand sich Klotz in der 24. Minute, indem er per Direktabnahme das L eder aufs Tor hämmerte. Doch wie auch sein Kopfball drei Minuten später, brachten diese Gelegenheiten nicht den gewünschten Erfolg. Nach gut einer halben Stunde wäre der Ausgleich jedoch verdient gewesen: Marc Hensel verlängerte eine Freistoßflanke von Skerdilaid Curri per Kopf über den herausstürmenten FC04-Keeper hinweg, doch statt im verwaisten Gehäuse landete das Leder auf dem Tornetz. Auch in der Schlussviertelstunde der ersten Spielhälfte behielten die Veilchen zwar optisch die Oberhand, doch ein Treffer wollte nicht mehr gelingen. So verpufften jedenfalls auch der Freistoß von Skerdilaid Curri (42.), der es ebenfalls direkt probierte wie schon Thomas Paulus (11.) und Tomasz Kos (19.). "Wir hatten die Chancen, dem Spiel eine andere Richtung zu geben", ärgerte sich Rico Schmitt über die ausgelassenen Möglichkeiten und musste im zweiten Abschnitt mit ansehen, wie sein Team buchstäblich vom Eis gefegt wurde.
Nach Chancen von Marc Hensel (52.) und Najeh Braham (53.) legte René Klingbeil nach einem missratenen Rückpass auf Martin Männel quasi uneigennützig für Hartmann auf, der im zweiten Anlauf Aues Schlussmann überwinden konnte und so das 2:0 erzielte (59.). Rico Schmitt reagierte, stellte mit der Hereinnahme von Alban Ramaj für Pierre le Beau die Abwehr von Vierer- auf Dreierkette um und musste kurze Zeit später die Quittung dafür hinnehmen. Der Gastgeber zeigte sich nämlich einmal mehr überaus torhungrig vor eigenem Publikum und hatte leichtes Spiel die Lücken in der Auer Hintermannschaft eiskalt aufzuzeigen. So erhöhte Hartmann in der 72. Minute mit seinem vierten Doppelpack in dieser Saison auf 3:0 und vier Minuten später war es dann Leitl, der zum 4:0 einschoss.
"Jeder muss sich über die Feiertage Gedanken machen, warum es auswärts einfach nicht klappen will. Wir sind völlig auseinandergebrochen. Dabei wollten wir den Bock umstoßen", sagte Marc Hensel nach der Partie, in der es noch zwei weiter Treffer gab. In der 82. Minute setzte sich der gerade für Sebastian Glasner eingewechselte Eric Agyemang nach einem langen Ball von Thomas Paulus gegen die Ingolstädter Abwehr durch, traf aus 14 Metern in die linke Ecke zum 1:4. Doch selbst Rico Schmitt sprach anschließend nur von Ergebniskosmetik, da Leitl mit einen durch Thomas Paulus, der im Zweikampf Buchner im Strafraum zu Fall brachte, verursachten Foulelfmeter den alten Abstand mit dem Schlusspfiff wieder herstellte.
5:1 hieß es am Ende. "Für mich ist das eine einzige Blamage. Gegen eine Spitzenmannschaft auf diese Art unterzugehen, das darf nicht passieren", sagte Stürmer Najeh Braham, der allerdings im gesamten Spiel neben Sebsatian Glasner nicht wirklich zum Zuge kam. "So schnell kann man ein schönes Erlebnis wie das 4:2 letzte Woche gegen Offenbach wieder vergessen machen. Jetzt reden alle von diesem 1:5. Wir wollten uns positiv in die Pause verabschieden. Das ist fehlgeschlagen.", resümierte ein geknickter Rico Schmitt, der trotzdem die Zuversicht behält: "Insgesamt hat die Mannschaft eine sensationelle Runde gespielt. Das hatte uns keiner zugetraut." Allerdings bleibt festzuhalten, dass die Ausbeute in fremden Gefilden sehr mager ausfällt: Zwei Siege und zwei Remis brachten lediglich acht Punkte. Mal schauen, was das neue Jahr so mit sich bringt...(arn) |
|