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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Thomas Birk - Marc Hensel, Alban Ramaj, Skerdilaid Curri, Jan Hochscheidt - Sebastian Glasner, Najeh Braham; Trainer: Rico Schmitt
Eingewechselt: 60. Manuel Hiemer für Alban Ramaj, 73. Eric Agyemang für Sebastian Glasner, 88. Bashiru Gambo für Najeh Braham
Kader: Stephan Flauder, Marco Stark, Sascha Weirauch, Jörn Wemmer
Wuppertaler SV: Christian Maly, Marco Neppe, Stefan Lorenz, Mitja Schäfer, Kosta Rodrigues, Björn Weikl, Michael Stickel, Nermin Celikovic, Karsten Fischer, Andres Miquel Formento, Tobias Damm; Trainer: Uwe Fuchs
Eingewechselt: 39. Mario Neunaber für Michael Stickel, 68. Marvin Braun für Nermin Celikovic, 70. Fatmir Vata für Andres Miquel Formento
Kader: Asterios Karagiannis, Davide Leikauf, Bahadir Incilli, Romas Dressler
Tore: 1:0 Eric Agyemang (Rechtsschuss, 85. / Skerdilaid Curri)
Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Dorum)
Zuschauer: 7300
Gelbe Karte: Tomasz Kos (5., gesperrt), Najeh Braham (7.) / Nermin Celikovic
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Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel
Spielbericht: In einem über weite Strecken höhepunktarmen Duell gingen die Veilchen mit einem sensationellen J okertor von Eric Agyemang gegen den Wuppertaler SV am Ende hauchdünn mit 1:0 als Sieger vom Platz und setzten nach 77 Tagen winterlicher Zwangspause den Trend der Ungeschlagenen-Serie von nun sieben Heimspielen fort, wenn auch sehr mühsam. "Wir wussten, dass Geduld gefragt ist. Letztlich haben wir mehr investiert und hatten das Glück des Tüchtigen", freute sich Trainer Rico Schmitt gemeinsam mit den 7.300 Zuschauern, die allerdings ihre Farben zwischenzeitlich mit Pfiffen begleitet hatten. Dass der Erfolg durchaus als glücklich zu bezeichnen war, ließ Rico Schmitt rundweg kalt. "Im Endeffekt ist mir die Art und Weise völlig egal. Hauptsache wir haben die drei Punkte auf dem Konto", gab der 41-Jährig, der nach dem torlosen Remis in Heidenheim seine Team auf zwei Positionen umstellen musste, offen zu.
Für den Gelbgesperrten René Klingbeil sowie den mit Adduktorenprobleme pausierenden Nico Klotz kamen der 21-jährige Thomas Birk, erstmals von Beginn an, und Skerdilaid Curri ins Team. Auf Wuppertaler Seite veränderte Coach Uwe Fuchs seine Startelf im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg in Sandhausen in keinster Weise und schickte die gleiche Elf ins Rennen. Die massiv abstiegsbedrohten Gäste aus Wuppertal versteckten sich zwar nicht, Chancen waren wie auch auf Seiten der Auer vorerst Mangelware. So spielte sich das Geschehen vorwiegend zwischen den Strafräumen ab und man geizte mit Glanzpunkten. Zumeist versuchten es die in orange spielenden Veilchen mit langen Bällen, mit wenig Erfolg. Erst nach knapp 30 gespielten Minuten tat sich auf dem tiefen und mittlerweile grün-braunen Geläuf etwas. Najeh Braham stieg nach eine Le Beau-Hereingabe zum Kopfball, den er allerdings zu ungenau platzierte und die Führung nur um Zentimeter verpasste (28.). Keine zwei Minuten später flankte Thomas Birk gefährlich in den Strafraum, allerdings fehlten Najeh Braham einige Zentimeter um einzuköpfen, also versuchte es der Tunesier mit der Hand und sah dafür gelb. Was in Heidenheim nicht geahndet wurde, muss nicht zwangsweise in und für Aue ebenso laufen.
Nach diesem Aufreger und zwei weiteren wirkungslosen Freistöße von Thomas Birk, die allesamt im Toraus landeten, neutralisierten sich beide Teams erneut minutenlang im Mittelfeld. Auch der heuer spielstarke Mittelfeldregisseur Skerdilaid Curri stand mit seinen Ideen meist allein auf weiter Flur. "Ich habe mein Bestes gegeben und versucht, Impulse zu setzen. Das ist mein Spiel, und das muss ich auch zeigen. Allerdings war es wegen des tiefen und holprigen Bodens sehr, sehr schwierig, genau zu spielen. Trotzdem kamen wir zu einigen guten Möglichkeiten", erklärte der beste Mann im Auer Team die Probleme im Spielaufbau. So gelang auch gegen Ende der ersten Halbzeit kaum etwas Konstruktives, nur eine Kopfballverlängerung von Marc Hensel sorgte nach einer Hochscheidt-Ecke für Unruhe im WSV-Strafraum (41.).
Der zweite Durchgang erinnerte stark an weite Teile der ersten Hälfte. Zwei sich gegenseitig ausschaltende Teams lieferten sich ein faires, aber gänzlich ohne Aufreger gesegnetes Duell im Bereich des Anstoßkreises - ordentliche Leistungen in der Defensive, doch in Richtung gegnerisches Tor fehlten der Spielwitz und die Durchschlagskraft. Die Veilchen zeigten dann zwar etwas mehr Willen, kamen aber über Ansätze in der Vorwärtsbewegung nicht hinaus. Auch Leute wie Jan Hochscheidt und Marc Hensel, die in Heidenheim zu den Besten zählten, blieben weit unter Normalform, von den beiden Stürmern Najeh Braham und Sebastian Glasner ganz zu schweigen. Bezeichnend, dass ein strammer Schuss von Abwehrspieler Thomas Paulus, der knapp am WSV-Gehäuse vorbeizischte, noch die gefährlichste Aktion war (53.).
Aber auch auf Seiten der Rot-Blauen fand offensiv zunächst gar nichts statt. Der WSV tauchte insgesamt nur drei Mal gefährlich vor Aues Torhüter Martin Männel auf. Zwei Kopfbälle (Damm, Lorenz) und ein abgeblockter Schuss von Fischer in Richtung des Auer Tores waren keineswegs befriedigend für die ca. 40 mitgereisten Fans aus Wuppertal, die sich wohl etwas gelangweilt vom spielerischen Treiben mit den Ordnungskräften "amüsierten".
Aber unverhofft kommt oft. Denn als alle Akteure dieser Begegnung mit einem torlosen Remis rechneten, kam der große Auftritt von Joker Eric Agyemang, der in dieser Saison bisher nur elf Spiele bestritt, davon zehnmal eingewechselt wurde und heuer mit seinem dritten Saisontor die Veilchen auf die Siegerstrasse brachte. Nach einem langen Abschlag vom kaum geprüften Keeper Martin Männel, verlängerte Skerdilaid Curri instinktiv den Ball in Richtung Sturmzentrum. Der zehn Minuten zuvor eingewechselte Angreifer blockte den Ex-Auer Mitja Schäfer gekonnt weg und hielt aus 18 Metern mit Vollspann einfach mal drauf. Der Ball senkte sich über den Keeper der Gäste hinweg ins Netz - 1:0 für Aue nach 84 Minuten. Kollegiales Ausflippen auf den Rängen war angesagt.
Nicht so erfreut über diesen Sonntagschuss zeigte sich WSV-Trainer Fuchs und suchte die Schuld beim Unparteiischen Thorsten Schriever. "Vor dem Tor hat Agyemang Mitja Schäfer klar gefoult. Das hätte der Schiedsrichter abpfeifen müssen", so die Sichtweise des Trainers, der auch noch eine rote Karte für Tomasz Kos forderte. Der Auer Kapitän soll in der 79. Minute als letzter Mann Fatmir Vata gefoult haben - eine Notbremse sozusagen. Dies wurde wohl auch lautstark von der Gäste-Trainerbank gefordert. Diesbezüglich wehrte sich der Innenverteidiger auf seine unnachahmliche Weise, sah jedoch wegen Meckerns die fünfte Gelbe Karte und wird im kommenden Spiel beim VfB Stuttgart II fehlen. "In dieser Szene kann man auch Stürmerfoul pfeifen", zeigte Rico Schmitt durchaus Verständnis für die Reaktion seines Kapitäns und hat für dessen freien Platz schon eine Alternative bereit gelegt. So wird in Stuttgart Routinier René Klingbeil für Kos in die Innenverteidigung rücken und Debütant Thomas Birk, der seine Sache recht ordentlich machte und in der 79. Minute bei einem 20-Meter-Schuss an den Innenpfosten noch Pech hatte, darf zum zweiten Mal von Beginn an ran. (arn) |
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