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3. Liga 2009/10

Spielbericht

8. Spieltag - Samstag, 05.09.2009 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - VfB Stuttgart II 1:0 (0:0)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Thomas Paulus, Tomasz Kos, René Klingbeil - Marc Hensel, Nico Klotz, Manuel Hiemer, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Najeh Braham; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 69. Daniyel Cimen für Manuel Hiemer, 78. Sven Müller für Nico Klotz, 89. Jan Hochscheidt für Skerdilaid Curri

Kader: Michael Arnold, Sven Schaffrath, Marco Stark, Eric Agyemang

VfB Stuttgart II: Timo Hammel, Sven Schimmel, Daniel Vier, Marco Pischorn, Sebastian Enderle, Tobias Feisthammel, Matthias Schwarz, Clemens Walch, Patrick Funk, Daniel Didavi, Alessandro Riedle; Trainer: Reiner Geyer

Eingewechselt: 38. Sebastian Hofmann für Alessandro Riedle, 67. Manuel Fischer für Tobias Feisthammel, 83. Sven Schipplock für Matthias Schwarz

Kader: Marcel Schmid, Sebastian Wolf, Fabian Broghammer, Markus Pazurek

Tore: 1:0 Najeh Braham (Foulelfmeter, 54.)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Ingolstadt)

Zuschauer: 6200

Gelbe Karte: Sven Müller (2.) / Alessandro Riedle, Sebastian Enderle

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: "Es war ein Arbeitssieg, doch der war nicht unverdient. Wir gehen gestärkt aus dieser englischen Woche", betonte Trainer Rico Schmitt nach dem zweiten Heimerfolg der Auer sichtlich erleichtert. Die Veilchen scheinen damit die Minikrise überwunden zu haben. Nach dem 2:0 in Wuppertal und dem 1:0 gegen den VfB Stuttgart II klettert der FC Erzgebirge in der Tabelle auf Platz neun. Matchwinner war wie in Wuppertal Najeh Braham, der heuer vom Elfmeterpunkt aus das Tor des Tages markierte. Aus diesem Grund sollte man den Erfolg gegen die Stuttgarter Amateure nicht all zu hoch bewerten, da nach wie vor aus dem Spiel heraus so gut wie nichts an offensiver Durchschlagskraft gelang. "Wir haben vielleicht nicht schön, aber erfolgreich gespielt. Fußball ist immer noch ein Ergebnissport", meinte Pierre le Beau, der neben Thomas Paulus, Kapitän Tomasz Kos sowie René Klingbeil die Abwehrformation bildete. Neuerungen gab es auch im Sturm, da 'riskierte' Rico Schmitt mit Sebastian Glasner eine zweite echte Spitze.
Stuttgarts Coach Reiner Geyer setzte ebenfalls auf eine stabile Defensive, tauschte lediglich Schipplock und Hindelang gegen Mittelfeldspieler Funk und die einzige Sturmspitze Riedle aus. Aber der erst 18-jährige Sohn des Ex-Weltmeisters Karl-Heinz Riedle konnte sich gegen die routinierte Auer Abwehr in keiner Situation durchsetzen und wurde schon in der 38. Minute ausgewechselt. Zwar waren die Schwaben über die gesamte Zeit die spielerisch und taktisch reifere Mannschaft, doch lief der Ball nur im Mittelfeld recht flüssig durch die Reihen der Roten. Das gleiche Bild sahen die 6.200 zahlenden Zuschauer - Frauen hatten freien Eintritt - bei ihren Farben. Die hohen Spielanteile nützen aber niemanden etwas, wenn daraus nichts Zählbares entsteht. Dies monierte auch Rico Schmitt: "In der ersten Halbzeit spielten wir mit zu viel Aufwand und ohne Biss zum Tor."
Die Anfangsphase in einer insgesamt ereignisarmen ersten Hälfte gehörte aber dennoch den Hausherren. Nach einem Zuckerpass von Skerdilaid Curri in die Spitze auf den durchgestarteten Nico Klotz war der Ex-Stuttgarter gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden sichtlich nervös und passte zu ungenau auf Najeh Braham, sodass VfBII-Schlussmann Hammel dazwischen grätschen konnte (10.). In der Folgezeit verfehlte Najeh Braham mit einem Kopfball aus acht Metern (33.). und einen schwach getretenen Freistoß von Skerdilaid Curri ebenfalls das Ziel (41.). Auf der Gegenseite schoss Didavi in der einzig nennenswerten Aktion der Stuttgarter weit über das Tor (32.). So blieb Durchgang eins doch recht arm an Höhepunkten und es ging mit einem torlosen Unentschieden in die Pause.
Nach Wiederbeginn investierten die Veilchen mehr. Vor allem Sebastian Glasner blühte langsam auf, bot endlich einmal eine ordentliche Leistung im Trikot der Veilchen und legte seine Hemmungen durch zwei schöne Aktionen vorsichtig ab. Zunächst parierte Hammel seinen Schuss aus spitzem Winkel (47.) und zwei Minuten später nahm er einen Heber von Najeh Braham volley, leider landete das Leder neben dem linken Pfosten. Das Tor lag also in der Luft und ward kurze Zeit später auch gefallen.
Nach einem Einwurf in der 52. Minute umkurvte Skerdilaid Curri, der für die wenigen spielerischen Glanzpunkte in einem insgesamt schwachen Drittligaduell sorgte, drei Gegenspieler, drang mit dem bis dahin geschicktem Solo in den gegnerischen Strafraum ein und wurde von Stuttgarts Abwehrchef Vier zu Fall gebracht. Ein Elfmeter, den der quirlige Albaner wollte und den er von Schiedsrichter Robert Hartmann auch bekam. Lob für diesen Geniestreich gab es obendrein von VfBII-Coach Geyer: "Curri hat das geschickt gemacht bei dieser spielentscheidenden Elfmetersituation." Najeh Braham verwandelte den Strafstoß eiskalt und unhaltbar unter die Latte. "Ich habe mich sicher gefühlt, auch wenn mein letzter Strafstoß schon eine ganze Weile her war", verriet Braham, der sich über seinen fünften Saisontreffer freuen kann.
Doch die dünne Führung der Auer wackelte hintenaus gewaltig. Die Schwaben drehten in der verbliebenen halben Stunde immer mehr auf und nachdem Stuttgarts Coach Reiner Geyer mit dem Wechsel Fischer für Feisthammel für weiteren Offensivschub sorgte, gerieten die Auer immer mehr ins Hintertreffen, zum Glück ohne Folgen. "Wir haben danach alles versucht, um den Ausgleich zu machen. Aues Abwehr stand aber sehr kompakt", so ein enttäuschter Gästetrainer.Die nun aufmerksam verteidigenden Auer hätten in der 69. Minute aber für die Vorentscheidung sorgen können. Nach einem Doppelpass zwischen Manuel Hiemer und Najah Braham, vergab zunächst Hiemer völlig freistehend an Stuttgarts Keeper Hammel. Der abgewehrte Schuss wurde kurzerhand zur Vorlage für Marc Hensel, der den Ball seelenruhig zum 2:0 einschob. Leider fand der Treffer wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung. So bestand die Hauptarbeit für die Veilchen weiterhin im Verteidigen. Mit manchmal mäßigem Ergebnis.
Eine nicht allzuscharfe Heringabe von Didavi konnte Martin Männel nicht festhalten und bediente unfreiwillig den eingewechselten Hofmann, der zum Glück das Runde über das Eckige hob (75.). Es sollte an diesem Nachmittag bei dem einzigen Ausrutscher bleiben. Ende gut, alles gut fand auch Rico Schmitt, der stolz auf seine Elf ist: "Besonders in der letzten Viertelstunde haben wir das 1:0 konsequent verteidigt und nicht die Nerven verloren." Mit sechs Saisontoren erkämpften die Auer immerhin zwölf Zähler und stehen nach acht Spieltagen im gesicherten Mittelfeld der dritten Liga. (arn)