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3. Liga 2009/10

Spielbericht

28. Spieltag - Dienstag, 27.04.2010 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - Wehen Wiesbaden 2:2 (0:1)

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Tomasz Kos, René Klingbeil, Thomas Birk - Marc Hensel, Sven Müller, Jan Hochscheidt, Skerdilaid Curri - Sebastian Glasner, Eric Agyemang; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 46. Nico Klotz für Thomas Birk, 85. Manuel Hiemer für Tomasz Kos, 90. Alban Ramaj für Sebastian Glasner

Kader: Stephan Flauder, Sven Schaffrath, Marco Stark, Bashiru Gambo

Wehen Wiesbaden: Marc Birkenbach, Lukas Billick, Thorsten Barg, Kai Gehring, Florian Hübner, Danko Boskovic, Benjamin Hübner, Tunay Acar, Aykut Öztürk, Dominik Stroh-Engel - Sebastian Reinert; Trainer: Gino Lettieri

Eingewechselt: 30. Stefan Marinovic für Marc Birkenbach, 57. Benjamin Weigelt für Lukas Billick, 73. Sebastian Wolf für Dominik Stroh-Engel

Kader: Fabian Schönheim, Christian Kunert, Josip Landeka, Jovan Damjanovic

Tore: 0:1 Dominik Stroh-Engel (Rechtsschuss, 43. / Aykut Öztürk); 1:1 Nico Klotz (Rechtsschuss, 58. / Eric Agyemang); 1:2 Thorsten Barg (Kopfball, 70. / Sebastian Reinert); 2:2 Eric Agyemang (Rechtsschuss, 78.)

Schiedsrichter: Karl Valentin (Taufkirchen)

Zuschauer: 10800

Gelbe Karte: Martin Männel (2.), Pierre Le Beau (6.), Sebastian Glasner (4.) / Thorsten Barg, Benjamin Weigelt, Tunay Acar, Benjamin Hübner

Rote Karte: Sven Müller (44., Tätlichkeit) / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Nach zweimaligen Rückstand hat der FC Erzgebirge Aue gestern Abend im Nachholspiel gegen Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden noch einen wichtigen Zähler gerettet. Vor 10.800 Zuschauern trennten sich beide Teams nach einem offenen Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit leistungsgerecht 2:2. Die Auer, die zur Pause 0:1 hinten lagen, bleiben mit 65 Punkten Spitzenreiter der 3. Fußball-Liga und können mit einem Heimsieg gegen Braunschweig am Freitagabend die Rückkehr in die zweite Liga perfekt machen. Ausgerechnet Tomasz Kos, in den vergangenen Wochen der Turm in der Schlacht, patzte kurz vor dem Pausenpfiff. Der Kapitän ließ sich in der 43. Minute an der Grundlinie von Öztürk düpieren, der Angreifer passte in die Mitte zum Sturmkollegen Stroh-Engel, der zur überraschenden Gästeführung einschob. Im Gegenzug verlor Routinier Sven Müller die Nerven. Als der Mittelfeldspieler nach seinem Dribbling in den Strafraum zu Boden gerissen wurde, der Pfiff von Schiedsrichter Valentin aber ausblieb, ließ sich Müller zu einer Tätlichkeit hinreißen. Valentin zog die Rote Karte. Barg, der Müller zuvor provoziert hatte, kam mit Gelb davon. "Sven hat die Brust getroffen und Barg hält sich das Gesicht. So etwas ist unterste Schublade", schimpfte Hochscheidt.
Diese Szene passte ins Bild der ersten Halbzeit. Die Auer fanden selten den Weg in den Strafraum der Gäste, die taktisch hervorragend eingestellt waren. Die beste Möglichkeit aus dem Spiel heraus hatte Skerdilaid Curri, der nach Kos-Flanke zu lange zögerte, so dass Wehen klären konnte (35.).
FCE-Trainer Rico Schmitt reagierte in der Halbzeitpause und ging volles Risiko. Er nahm Thomas Birk vom Feld, stellte in der Abwehr von Vierer- auf Dreierkette um und brachte den flinken Nico Klotz für das rechte Mittelfeld. Das zweitjüngste Team der Liga geriet gegen die nun wesentlich zielstrebiger agierenden Gastgeber immer mehr unter Druck. In der 54. Minute flankte Glasner auf Agyemang, Barg rettet in höchster Not. Keine 60 Sekunden später zog Agyemang nach schöner Einzelleistung aus 14 Metern ab, der Ball krachte an den Innenpfosten. Dann war es Agyemang zum Dritten. SVW-Keeper Marinovic wehrte zu kurz ab und Klotz schob zum viel umjubelten Ausgleich ein (58.). Die Veilchen-Fans waren aus dem Häuschen und peitschten die Auer immer wieder nach vorn. Pierre le Beau hatte Pech, setzte den Ball aus 16 Metern an den linken Pfosten (62.). Drei Minuten später stieg Sebastian Glasner nach einem Curri-Freistoß hoch, Marinovic parierte den Kopfball. Doch die Gastgeber wurden in der 70. Minute nach einem Eckball erneut kalt erwischt. Barg stieg nach einer Flanke am höchsten und köpfte unhaltbar zum 1:2 ein.
Die Schmitt-Elf ließ sich davon nicht schocken und wurde mit dem erneuten Ausgleich belohnt. Benjamin Hübner holte Curri im Strafraum von den Beinen. Schiedsrichter Valentin entschied auf Strafstoß. Agyemang traf vom Elfmeterpunkt die Lattenunterkante, von da sprang der Ball zum 2:2 ins Netz. "Das Ding musste rein, egal wie. Ich habe den Puls runter gefahren und den Ball unter die Latte geknallt", meinte der nunmehr zwölffache Saison-Torschütze erleichtert nach dem Abpfiff. (fp)

Der SV Wehen Wiesbaden hat es geschafft. Mit dem Punktgewinn beim heimstarken FC Erzgebirge Aue machte der SVWW zwei Spieltage vor Rundenschluss den Klassenerhalt perfekt. Zweimal lag der SVWW durch Tore von Dominik Stroh-Engel und Thorsten Barg in Führung. In einer hektischen, intensiven und kampfbetonten Partie konnten die Gastgeber aber zurückschlagen. Sieben verletzte Spieler musste Trainer Gino Lettieri ersetzen. Neben Kapitän Fabian Schönheim, der auf der Bank Platz nahm, fehlten die Stürmer Ziemer und Türker, Mittelfeldspieler Bohl und Ziegenbein sowie Hollmann und Torwart Erik Domaschke. So setzte der Trainer auf die Jungen. Tunay Acar zum Beispiel stand zum ersten Mal in der Startformation, Florian Hübner übernahm die rechte Verteidigerposition und Kai Gehring stand Seite an Seite mit Thorsten Barg.
Die ersten 20 Minuten gehörten Aue. Dann holte sich Gino Lettieri den Newcomer Tunay Acar an die Seitenlinie und beorderte ihn auf die rechte defensive Seite, Lukas Billick rückte ins Mittelfeld vor. Der Tabellenführer drückte, der SVWW stand aber so sicher und konzentriert, dass Birkenbach erst in der 16. Minute zum ersten Mal nach einem Schuss von Curri klären musste. Durch den Auer Druck ergaben sich immer wieder Kontermöglichkeiten für den SV Wehen Wiesbaden, auf die der schnelle und aktive Aykut Öztürk wartete. Der SVWW-Keeper Birkenbach hatte Probleme, musste behandelt werden und gab schließlich das Signal: Nichts geht mehr. So kam in der 31. Minute der junge Neuseeländer Stefan Marinovic zu seiner Drittliga-Premiere und riskierte sofort Kopf und Kragen. Erst gegen Curri (35.), dann gegen gleich zweimal gegen Agyemang (37. und 41.). Dann Konter SVWW, Öztürk geht in den gegnerischen Strafraum und zieht Männel so aus seinem Kasten. Ein Querpass auf Sturmkollege Stroh-Engel und der schiebt locker in das leere Tor ein. Und noch mal große Aufregung im SVWW-Strafraum. Müller streckt Thorsten Barg nieder, klare Sache: Rot für Müller. Thorsten Barg holte sich noch eine Gelbe Karte ab und dann war Pause.
Zur zweiten Hälfte rollten die Gastgeber nun mit Macht auf das SVWW-Tor. In der 58. Minute fiel der Ausgleich, keine Chance für Marinovic. Doch der SV Wehen Wiesbaden schlug in der jetzt hitzigen und intensiven Partie zurück. Ecke Reinert, Kopfball Barg – Führung (70.). Lettieri setzte nun auf Sicherheit, brachte mit Sebastian Wolf einen weiteren Mann, der sich gegen die Angriffspower der Auer stellen sollte. Öztürk hatte sogar die Chance auf dem Fuß, mit einem weiteren Treffer alles klar zu machen, doch sein Schuss in der 74. Minute konnte Männel gerade noch zur Ecke abwehren. Wer es vorne nicht macht, bekommt selbst meist Probleme: Foul im eigenen Strafraum, Elfmeter und Agyemang macht den Ausgleich (78.). Dabei blieb es, an diesem intensiven und spannenden Abend. Aufgrund der Niederlage des Wuppertaler SV bedeutet der Punkt: Klassenerhalt für den SV Wehen Wiesbaden mit jetzt schon 10 Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Trainer Gino Lettieri: "Aue hat heute wahnsinnig Druck gemacht. Wir sind hier mit einer U23-Mannschaft angetreten und hatten nur eine Chance, wenn wir taktisch gut stehen, kämpfen und hoffen. Das hat geklappt. Aue hat sich den Aufstieg verdient, auch für die Fans, die ihre Mannschaft trotz zweimaligen Rückstandes bedingungslos unterstützt haben. Davor ziehe ich den Hut." (wb)