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3. Liga 2009/10

Spielbericht

29. Spieltag - Samstag, 20.03.2010 - 14:00

SV Sandhausen - FC Erzgebirge Aue 0:0 (0:0)

SV Sandhausen: Thorsten Kirschbaum, Denis Bindnagel, Alexander Eberlein, Kristjan Glibo, Alf Mintzel, Sebastian Fischer, Nico Hillenbrand, Daniel Jungwirth, Julian Schauerte, Regis Dorn, Emre Öztürk; Trainer: Frank Leicht

Eingewechselt: 63. Matias Cenci für Nico Hillenbrand

Kader: Michael Gurski, Florian Tausendpfund, Marcel Throm, Benjamin Waldecker, Mario Pokar, Philipp Hosiner

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Nico Klotz, Jan Hochscheidt, Alban Ramaj - Sebastian Glasner, Najeh Braham; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 46. Thomas Birk für René Klingbeil, 52. Sven Müller für Jan Hochscheidt, 84. Eric Agyemang für Nico Klotz

Kader: Stephan Flauder, Marco Stark, Manuel Hiemer, Bashiru Gambo

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: 1810

Gelbe Karte: Alf Mintzel, Julian Schauerte / René Klingbeil (6.), Tomasz Kos (6.), Marc Hensel (7.), Nico Klotz (2.), Jan Hochscheidt (4.)

Rote Karte: Regis Dorn (77., grobes Foulspiel) / -

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Hinrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Bei der Partie Sandhausen gegen Erzgebirge Aue, das im weitesten Sinne als Verfolgerduell bezeichnet wurde, gab es bis zum Schluss kein Tor. Wohl aber einen Platzverweis: SVS-Torjäger Dorn musste in der 77. Minute nach einem groben Foulspiel vorzeitig vom Feld. Gerade der Kapitän von Sandhausen, der über die ruppige Spielweise der Veilchen keineswegs erfreut war ("Gegen die macht es keinen Spaß. Sie zerstören nur und können nicht spielen. Das ist kein Fußball"), flog mit gestreckten Bein Richtung Keeper Martin Männel, knockte ihn mit voller Wucht aber zum Glück nur mit der Hüfte nieder. "Ich weiß nicht mehr, wie er mich getroffen hat, aber es ganz schön weh getan", schilderte Martin Männel seine Sichtweise.
Schiedsrichter Martin Thomsen jedenfalls entschied auf grobes Foulspiel und schickte Dorn in die Kabine. "Das war ein Witz. Da hat sich der Schiedsrichter einfach nur von den Protesten leiten lassen", war Dorn sichtlich angefressen, der sich nach der Aktion auf dem Boden liegend zwischen unzähligen Beinen wiederfand. Hierbei hatte auch Kapitän Tomasz Kos, der nach seiner Gelbsperre wieder in der Innenverteidigung neben dem nach Magen-Darm-Infekt wiedergenesenen Thomas Paulus mitwirkte, Glück, dass er den Rempler an Dorn nicht als Tätlichkeit ahndete. Wie schon in der 46. Minute, als Nico Klotz Glibo umschubste, blieb der Referee, der dem schnellen Außenflitzer nur gelb zeigte, gnädig. Es war eine von sieben gelben Kartons in der gesamten Partie.
Durch das begünstigte Fingerspitzengefühl blieb der 23-jährige Klotz im Spiel und machte wie schon in Halbzeit eins auf der rechten Seite mächtig Alarm. Da setzte er sich nach 24 gespielten Minuten das erste Mal gegen seinen Bewacher Mintzel durch, tankte sich an der Torauslinie in den Fünf-Meter-Raum, sein Schuss nach innen fand aber keinen Abnehmer. Auch an der zweiten guten Möglichkeit für Aue hatte der Ex-Stuttgarter seine Füße im Spiel. Aus der eigenen Hälfte startend, bediente er Alban Ramaj, der mit einem gefühlvollen Pass den durchgelaufenen Speedy in Szene setzte. Zwar konnte er im Anschluss SVS-Keeper Kirschbaum umspielen, doch war der Winkel zum Tor dann zu spitz und nach einem weiteren Haken scheiterte im zweiten Versuch an Mintzel (35.).
In dieser Phase hatten die Veilchen das Heft des Handelns bereits an sich gerissen und eine Führung wäre nun deutlich drinnen gewesen. Aber auch die Kopfbälle von Kapitän Tomasz Kos (35.) und René Klingbeil (36.) nach Ecken von Jan Hochscheidt wurden entweder von Sandhausens Torwart aus dem Winkel gefischt oder zischten knapp über die Querlatte. Von den Mannen von SVS-Trainer Frank Leicht, der Fischer, Jungwirth und Hillenbrand für den gelbgesperrten Fießer, den verletzten Pinto und Cenci aufbot, sah man nur in den Anfangsminuten gefährliche Aktionen, die es aber in sich hatten. Nach schnellem Spielzug bediente Dorn den mitgelaufenen Fischer, der frei vor Martin Männel nur den Innenpfosten traf (7.). In der 19. Minute war es erneut ein Pass von Dorn auf Fischer, der die Auer Hintermannschaft aushebelte, doch letzten Endes touchierte das Spielgerät nur das Außennetz.
Beide Male stand das Glück zur Seite und es gab viel Arbeit für die Viererkette, wobei sich René Klingbeil schon früh nur noch mit einem gelb-geahndeten Foulspiel helfen konnte. Die Gefahr eines Platzverweises stieg mit jeder Minute. Trainer Rico Schmitt brachte daher im zweiten Durchgang Thomas Birk auf die linke Verteidigerposition. Seine Standards ließen aber zu wünschen übrig. Einen bessern Eindruck hinterließ Sven Müller. Er kam für Jan Hochscheidt, der sich bei einem Zweikampf gegen SVS-Keeper Kirschstein an der Hüfte verletzte und ebenfalls gelb-rot gefährdet war, sieben Minuten nach Wiederanpfiff ins Spiel. Bei Einigen der gut 500 angereisten Schlachtenbummler sorgte dies jedoch erst für Unverständnis, mussten aber im weiteren Spielverlauf einsehen, dass der Ex-Lauterer doch was auf dem Kerbholz hat und sichtlich routiniert durch die Reihen der Sandhäuser spazierte.
Für die dicken Chancen sorgte aber weiterhin Nico Klotz. Erneut dribbelte er sich auf rechts durch, stand frei vorm Tor, aber knallte das Leder aus neun Metern knapp über die Latte (60.). Keine zehn Minuten waren vergangen, da ähnelte die folgende Szene fast der aus der ersten Hälfte: Mit einem langen Ball wird der Youngster wieder in Szene gesetzt, wieder umkurvte er Kirschbaum, wieder war der Winkel zu spitz und auch dieses Mal bekommt er den Ball nicht in das Tor (70.). Eine Direktabnahme von Sebastian Glasner, der neben Najeh Braham an diesem Samstagnachmittag eher unauffällig blieb, verfehlte den Kasten ebenfalls (76.). Zu mehr reichte es eben nicht. "Ich glaube nicht, dass wir eine Spitzenmannschaft sind denn dann gewinnst du solche Spiele. Wir hatten zwar genügend Chancen, aber da fehlt uns einfach noch was", gibt sich Rico Schmitt sowieso keinen Illusionen hin, aber fügte positiv hinzu: "Wir haben zu Null gespielt."
Allerdings wäre diese Aussage zehn Minuten vor Ultimo fast hinfällig gewesen. Die dezimierten Hausherren drehten nämlich plötzlich auf und kamen mit Öztürk und Cenci zu aussichtsreichen Gelegenheiten. Aber auch der eingewechselte Eric Agyemang, der eine butterweiche Eingabe von Sven Müller mit etwas zu wenig Druck am langen Pfosten vorbeiköpfte (88.), hätte zum Matchwinner avancieren können. Doch an diesem Tag fehlte Aue einfach der letzte Biss, wie der Trainer schon sagte. "Nun müssen wir im Heimspiel wieder was tun und zeigen, dass wir aus Chancen Tore machen können. Das wird aber gegen Dresden nicht einfach", erklärte der Coach. (arn)