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3. Liga 2009/10

Spielbericht

18. Spieltag - Samstag, 28.11.2009 - 14:00

Eintr. Braunschweig - FC Erzgebirge Aue 3:0 (3:0)

Eintr. Braunschweig: Marjan Petkovic, Dennis Brinkmann, Deniz Dogan, Matthias Henn, Norman Theuerkauf, Smail Morabit, Tim Danneberg, Mirko Boland, Oliver Kragl, Kingsley Onuegbu, Dennis Kruppke; Trainer: Torsten Lieberknecht

Eingewechselt: 64. Ken Reichel für Oliver Kragl, 75. Marco Calamita für Kingsley Onuegbu, 85. Marc Pfitzner für Dennis Kruppke

Kader: Daniel Davari, Jan Schanda, Benjamin Fuchs, Fait-Florian Banser

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Pierre Le Beau, Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Marc Hensel, Sven Müller, Skerdilaid Curri, Jan Hochscheidt - Alban Ramaj, Najeh Braham; Trainer: Rico Schmitt

Eingewechselt: 46. Sven Schaffrath für Sven Müller, 46. Marco Stark für Marc Hensel, 62. Nico Klotz für Skerdilaid Curri

Kader: Stephan Flauder, Thomas Birk, Manuel Hiemer, Sebastian Glasner

Tore: 1:0 Mirko Boland (Linksschuss, 15. / Kingsley Onuegbu); 2:0 Kingsley Onuegbu (Linksschuss, 21. / Norman Theuerkauf); 3:0 Kingsley Onuegbu (Rechtsschuss, 31. / Dennis Kruppke)

Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)

Zuschauer: 13430

Gelbe Karte: Ken Reichel / Marc Hensel (5., gesperrt)

Gelb/Rote Karte: - / Thomas Paulus (44., wiederholtes Foulspiel)

 
 
     
   
     
     
     
     
     
     
     
 

Vorbericht - Rückrundenspiel - Fotos vom Spiel

Spielbericht: Scheiße hoch zehn. Das Spiel gegen die Eintracht aus Braunschweig ging für die Veilchen voll nach hinten los. Mit einer klaren 0:3-Klatsche im Gepäck fuhr das Team um Trainer Rico Schmitt mehr als entehrt zurück ins Erzgebirge. Dabei begann die Reise für einige der 400 Schlachtenbummler unter den 13.400 Zuschauern in einem hiesigen Gartenheim recht angenehm. Denn wie schon im vorigen Jahr geschehen, stimmte sich der Fanclub Löwenkralle gemeinsam mit paar Lila-Weißen auf das bevorstehende Match ein. Dass diese Begegnung 6. gegen 4. so einseitig ablaufen würde, hätte zu diesem Zeitpunkt keiner gedacht. Klar wusste man um die Heimstärke von Braunschweig, "aber in den ersten 45 Minuten haben wir überhaupt nicht stattgefunden. Wir waren wie paralysiert", meinte auch ein enttäuschter Trainer, der für Sebastian Glasner den im Nachhinein enttäuschenden Sven Müller in die Anfangself aufbot. Lediglich Keeper Martin Männel und Kapitän Tomasz Kos sprach Schmitt so etwas wie Normalform aus.
Die Mannschaft von Trainer Lieberknecht hingegen ließ vom Anpfiff an keine Zweifel daran, dass sie Herr in der Festung Eintracht-Stadion war. Mit hohem Pressing attackierten sie früh den ballführenden Mann, setzten die Lila-Weißen damit schon im Spielaufbau gehörig unter Druck und erzwangen so viele Ballverluste in den Auer Reihen. Braunschweig hatte einfach mit mehr Dynamik, Emotionalität und Leidenschaft gespielt und mit den Toren von Boland (16.) und Onuegbu (22. / 31.), der mit nun neun Buden mit Kruppke in Braunschweigs interner Torjägerliste gleichzog, nach einer guten halben Stunde bereits alles klar gemacht. Nicht nur beim ersten Treffer schwamm die komplette Auer Hintermannschaft gewaltig. So passte Onuegbu quer auf Boland, der mittels Drehung Pierre le Beau stehen ließ und im Anschluss durch die Beine von Keeper Martin Männel zur Führung traf. Beim 2:0 verrichtete Sven Müller nur Begleitschutz für Theuerkauf, der bis zur Grundlinie durchspazieren konnte und den mitgelaufenen Onuegbu bediente. Thomas Paulus kam hierbei einen Schritt zu spät und konnte wie auch Martin Männel gegen den Hammer vom 1,91m großen Nigerianer unter die Querlatte nichts mehr aussetzen.
Das dritte Tor fiel dann für die Brauschweiger noch einfacher. Thomas Paulus und Pierre le Beau brachten einen einfachen Ball nicht aus der Gefahrenzone heraus, das Zuspiel auf den wegrutschenden Sven Müller nahm Kragl dankend an und die schnelle Weiterleitung über Kruppke zu Onuegabu wurde mit einem flachen Schuss ins lange Eck eiskalt abgeschlossen. "Wir sind mit drei Toren noch gut bedient", sagte Martin Männel, der mit vier, fünf Glanzparaden ein größeres Debakel verhinderte. So stand er schon beizeiten im Mittelpunkt, als er gegen Onuegus Schuss (9.) und Kruppkes Kopfball (12.) großartig reagierte und auch im zweiten Abschnitt gegen Henn (50.), Brinkmann (72.) und Dogan (76.) seinen Mann stand.
Diese Glanztaten sahen einige Auer Anhänger jedoch nicht mehr, da sie schon beim Stande von 3:0 ihre Fahnen zusammenpackten und das Eintracht-Stadion fluchtartig verließen. Weitere Fans folgten ihnen, als unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff Innenverteidiger Thomas Paulus an der Seitenlinie Boland etwas fester umrannte und Gelb-Rot vom souveränen Schiedsrichter Lutz Wagner aus Hofheim sah. "Das war sicher ein bisschen ungeschickt. Ich wollte ihn zur Pause sowieso auswechseln", kommentierte Rico Schmitt den ärgerlichen Platzverweis für den 27-Jährigen.
Gefreut hat sich ohne Frage die Inhaberin der nahegelegenen Gartenkneipe, die eigentlich erst nach dem Spiel wieder mit der illustren Kundschaft gerechnet hat. Doch bereits zur Halbzeitpause ertränkten gut 30 Leutz in der urgemütlichen Pilgerstätte ihren Frust über den erstaunlich lustlosen Auftritt ihrer Farben und blieben dem schauderhaften Spektakel zur zweiten Hälfte fern.
Im Eintracht-Stadion ging der Einbahnstraßen-Fußball auch so weiter. Zwar brachte Trainer Rico Schmitt zur Pause mit Sven Schaffrath und Marco Stark für Marc Hensel, der seine fünfte gelbe Karte kassierte, und den überforderten Sven Müller zwei neue Leute - später kam auch noch Nico Klotz nach langer Verletzungspause zu seinem Einsatz, doch in Unterzahl hatte er und sein Team keine Chance, das Spiel zu drehen. Nach vorne lief überhaupt nichts. Die beiden Angreifer Najeh Braham und Alban Ramaj bekamen keine ausreichend Unterstützung aus dem Mittelfeld und konnten sich kaum in Szene setzen. Eintracht-Schlussmann Petkovic durfte daher bis zum Schluss seine blütenweiße Handschuhe schonen. Aber auch seine Farben beschränkten sich nur noch auf die Resultatverwaltung. Die Kontrolle über das Spiel ging dabei aber niemals verloren, sodass sogar zwei Tore fielen, aber wegen Abseits zum Glück nicht gegeben wurden. Pünktlich beendete Schiedsrichter Lutz Wagner das aus Auer Sicht dürftige Spiel und erlöste damit die Veilchen, die auf dem achten Rang abrutschten.
Skerdilaid Curri, seit über sechs Jahren im Verein, war sichtlich angefressen: "Das war ein rabenschwarzer Tag. So wie in den ersten 45 Minuten bin ich noch nie vorgeführt worden, seit ich für Aue spiele." Die Fans wohl auch nicht, doch zur Rede gestellt haben sich allerdings nur vier Spieler: Najeh Braham, Alban Ramaj, Martin Männel und Russi Petkov kamen an den Zaun des Gästeblocks und nahmen sich den mehr oder weniger dezent gestellten Fragen der Anhängerschar an. Doch "warum wir uns immer gleich einscheißen!?!", konnte auch Martin Männel nicht beantworten. Was bleibt ist die Hoffnung auf Besserung. "In den kommenden Tagen müssen wir hart arbeiten, denn gegen Bremen kann das Ziel nur lauten: Wiedergutmachung", blickte Skerdilaid Curri auf das nächste Spiel gegen Werder Bremen II voraus. (arn)